EuroNASCAR-Debüt von Nelson Piquet Jr.: Podium und Geschichten von Alex Caffi
Nelson Piquet Jr. ist mit einem Podiumsergebnis in der NASCAR Euro Series angekommen – Parallel erzählt Ex-Formel-1-Fahrer Alex Caffi emotionale Geschichten um die Piquet-Familie
Nelson Piquet Jr. hat am Sonntag im V8GP-Rennen auf dem Circuit Ricardo Tormo sein erstes Podium in der NASCAR Euro Series gefeiert. In seinem erst zweiten Rennen in der europäischen V8-Serie erkämpfte sich der ehemalige Formel-1-Pilot und Formel-E-Champion den dritten Rang und setzte damit ein deutliches Ausrufezeichen für sein neues Team Alumitec Racing.
Während der Brasilianer sich durch die Hitze von Valencia biss, sorgte seine Anwesenheit im Fahrerlager für nostalgische Momente bei Ex-Formel-1-Fahrer, NASCAR-Fahrer und -Teamchef Alex Caffi, der nun gegen die zweite Generation der Piquet-Familie antrat.
Der Weg zum Pokal war für den Sohn des dreimaligen Weltmeisters Nelson Piquet Sr. alles andere als ein Spaziergang unter spanischer Sonne. Nach einem vorzeitigen Ausfall am Samstag musste sich Piquet Jr. am Sonntag durch ein Feld wühlen, das keine großen Namen fürchtet. Der Routinier gab sich nach dem Rennen gewohnt direkt und hob hervor, dass Routine allein in diesem analogen PS-Monster nicht zum Sieg führt.
„Es war ein hartes Rennen, das muss ich sagen“, gab Piquet Jr. offen zu. Er betonte dabei die Schwierigkeiten, die ein neues Projekt unweigerlich mit sich bringt. Laut Piquet kämpfe der Brasilianer noch an verschiedenen Fronten, da das Team neu sei und alle Beteiligten erst zueinander finden müssten. Das Team und er versuchten, die Abläufe und die Technik zu verstehen, was er schlicht als einen langwierigen Prozess bezeichnete.
Trotz seiner Erfahrung in den US-amerikanischen NASCAR-Ligen und der technischen Komplexität der Formel E, sieht Piquet in der Euro-Variante eine ganz eigene Herausforderung. Es ginge darum, das Zusammenspiel aus Reglement und Mechanik zu entschlüsseln. Für das neue Team fehlen oft noch die Daten, um Abkürzungen in der Entwicklung nehmen zu können.

„Obwohl ich schon viele verschiedene Autos gefahren bin, geht es manchmal nicht nur um das Auto selbst“, erklärte Piquet. Vielmehr stünden die Prozeduren, die Regeln und das Verhalten der Reifen im Vordergrund. Er müsse lernen, wie heiß diese werden dürfen, denn das wichtigste Merkmal jedes Rennwagens sei es, das Limit der Pneus zu kennen und dieses optimal zu nutzen.
Diese Lernkurve wird durch die familiäre Atmosphäre im Fahrerlager flankiert, die besonders Alex Caffi in Erinnerung schwelgen ließ. Der Italiener, der zwischen 1987 und 1992 selbst in der Formel 1 aktiv war, blickte auf eine kuriose Historie mit dem Namen Piquet zurück. Für Caffi schloss sich in Valencia ein Kreis, der Jahrzehnte und Kontinente überspannt.

„Ich bin gegen seinen Vater gefahren“, erinnerte sich Caffi an die Duelle mit Nelson Piquet Sr. Zudem sei er 2015 in Brasilien bei einem Formel-Rennen gegen Nelson Sr. Bruder Geraldo Piquet angetreten. Nun gegen den Sohn von Nelson Sr. auf der Strecke zu stehen, komplettiere die Geschichte von drei Piquets – dem Vater, dem Bruder und dem Sohn.
Piquet Jr. selbst verschwendet jedoch wenig Zeit mit Nostalgie, sondern konzentriert sich auf den Aufbau einer Siegermentalität bei Alumitec Racing an der Seite von Gianmarco Ercoli und Raphael Lessard.
„Was jeder Fahrer sucht, ist ein gutes Team und der Wille, Rennen zu gewinnen“, stellte Piquet Jr. klar. Dabei sei es völlig egal, ob man im Kart, in der Formel 1 oder in einem NASCAR-Boliden sitzt. Er wolle dabei helfen, das Projekt zu einer erfolgreichen Struktur zu formen, da er praktisch „auf der Rennstrecke geboren wurde“ und diese Energie nun in den Teamerfolg investieren möchte.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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