Lowe setzt Ausrufezeichen: Deshalb ist mit dem deutschen EuroNASCAR-Team zu rechnen

Lowe setzt Ausrufezeichen: Deshalb ist mit dem deutschen EuroNASCAR-Team zu rechnen
Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

BS+BREMOTION hat mit Garret Lowe im Kampf um die EuroNASCAR-Krone ein heißes Eisen im Feuer – Der Amerikaner zeigte beim Auftakt in Valencia puren Kampfgeist

Garrett Lowe erlebte beim Saisonauftakt der NASCAR Euro Series eine Achterbahn der Gefühle, die steiler, schneller und aufregender wohl nicht hätte sein können. Der US-Amerikaner in Diensten von BS+BREMOTION hatte im Qualifying mit Zündaussetzern zu kämpfen, weshalb er das erste Rennen der Saison 2026 auf dem Circuit Ricardo Tormo von hinten aufnehmen musste. Trotzdem gehört er nach zwei Rennen zu den Topverfolgern von Tabellenführer und Titelverteidiger Vittorio Ghirelli. Warum? Weil er puren Kampfgeist gezeigt hat.

Im Training zeigte der US-Amerikaner, der den #99 Chevrolet Camaro des deutschen Teams steuert, eine solide Leistung, die er im Zeittraining gerne bestätigt hätte. Aufgrund der technischen Probleme konnte Lowe aber keine einzige wettbewerbsfähige Zeit in den Asphalt brennen, weshalb er von Platz 24 aus in das erste V8GP-Rennen am Samstag starten musste – eine aussichtslose Situation, von der sich der 24-Jährige aber nicht unterkriegen ließ.

Das Team rund um Chefmechaniker Frank Quabeck, der bei Bremotion sogar auf der Webseite als „McGyver“ bezeichnet wird, machte den Chevy schnell wieder fit, sodass Lowe eine Rakete zur Verfügung gestellt bekam. Erst profitierte der US-Amerikaner von einem Crash in der ersten Runden, der viele Favoriten ins Verderben riss, dann bahnte er sich Schritt für Schritt den Weg nach vorne.

Am Ende freuten sich BS+Bremotion um Patrick Brenndörfer und Florian Haasper über einen siebten Platz ihres Schützlings, der sich damit zudem auf Rang drei der Junior Trophy für Fahrer bis 25 Jahren setzte. Das war mehr als nur Schadensbegrenzung, denn von hinten noch in die Top 10 zu fahren, das glich einer Meisterleistung.

Auf die Frage, ob er mit Platz sieben zufrieden sei, antwortete Lowe am Podium: „Ja, irgendwie schon. Ja, ich wünschte, wir hätten ein besseres Qualifying gehabt. Wir hatten so ein gutes Auto. Ich war ehrlich gesagt wirklich überrascht, aber in den ersten zehn Runden des Rennens haben wir einfach links und rechts Autos überholt und sind dem Chaos in der ersten Runde ein wenig entgangen. Also ja, im Großen und Ganzen war es nicht schlecht. Ich wünschte nur, wir wären von vorne gestartet, denn ich denke, wir hätten eine Chance auf das Podium gehabt.“

Mit der drittschnellsten Rennrunde am Samstag sicherte sich Lowe zugleich Platz drei in der Startaufstellung am Sonntag, doch als wären die technischen Probleme nicht schon genug gewesen, spielte ihm jetzt die Gesundheit einen Streich. Der Amerikaner kränkelte plötzlich, was natürlich an die Kapazität eines Rennfahrers geht, Leistungen abzurufen.

Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Doch Lowe machte das, was ihn schon in seiner Debütsaison 2025 auszeichnete: Er fuhr ein klinisches, fehlerfreies Rennen und wurde dafür belohnt. Nach den technischen Problemen von Gianmarco Ercoli sowie den Ausfällen von Paul Jouffreau und Jordan O’Brien fand sich Lowe plötzlich auf Platz zwei wieder – mitten im Kampf mit Titelverteidiger Ghirelli.

Immer wieder zuckte Lowe in der Schlussphase des Rennens auf der langen Geraden der Arena von Valencia raus, doch einen echten Angriff konnte der angeschlagene Pilot nicht mehr aus dem Hut zaubern. Dennoch fand er sich letztlich auf einem starken zweiten Platz wieder und gewann zum ersten Mal in seiner EuroNASCAR-Karriere die Junior-Trophy-Wertung. In der Gesamtwertung liegt er damit nach zwei Rennen nur fünf Punkte hinter Ghirelli, der dank eines Sieges und eines dritten Platzes die Tabellenführung übernommen hat.

„Ja, das war ein gutes Rennen“, so Lowe, der dennoch nicht zufrieden ist. „Obwohl wir das beste Auto hatten, bin ich enttäuscht. Ich bin eher sauer auf mich selbst, weil ich dachte, ich könnte da einfach abwarten und in den letzten sechs Runden das Tempo mitgehen.“

„Aber sobald ich zulegte, waren die Hinterreifen durch. Also Glückwunsch an die Jungs, sie haben einen guten Job gemacht und das Tempo mit mir mitgehalten. Wir hatten dieses Wochenende ein tolles Auto. Ich bin enttäuscht, dass wir in Rennen eins nicht weiter vorne gelandet sind, jetzt im Nachhinein, da mir klar ist, wie gut das Fahrzeug war. Aber ja, ein Lob an das BS+BREMOTION-Team. Es ist gestern Abend bis drei oder vier Uhr morgens geblieben, um das Auto neu zu skalieren und es besser zu machen. Wir waren also nah dran.“

Lowe bekommt seine nächste Chance bereits im Mai 2026, wenn der EuroNASCAR-Tross erstmals seit 2018 wieder in Frankreich fährt. Die V8-Motoren dröhnen dann erstmals auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet. Gefahren wird sowohl am 23. als auch am 24. Mai.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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