Hocevar-Triumph in Talladega: Der Rebell wird zum Sieger

Hocevar-Triumph in Talladega: Der Rebell wird zum Sieger
Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Carson Hocecar ist NASCAR-Cup-Sieger: Der Spire-Youngster feierte auf dem Talladega Superspeedway seinen ersten Sieg – Für seine erste Victory-Lap war er vorbereitet

Am Sonntagabend feierte Carson Hocevar auf dem 2,66 Meilen langen Talladega Superspeedway seinen ersten Sieg in der NASCAR Cup Series. Der 23-jährige Pilot von Spire Motorsports setzte sich in einem nervenaufreibenden Drei-Runden-Sprint bis zur Zielflagge gegen Veteran Chris Buescher durch – mit einem Vorsprung von gerade einmal 0,114 Sekunden.

Nach Ty Gibbs in Bristol ist Hocevar bereits der zweite Pilot innerhalb von drei Rennen, der sein Premieren-Triumph im Oberhaus der NASCAR bejubeln durfte.

Der Rennfahrer aus Michigan, der in der Vergangenheit oft für seinen riskanten und zuweilen ungestümen Fahrstil am Pranger stand, bewies auf dem Megaoval von Alabama Nerven aus Stahl. Er führte 19 der letzten 37 Runden an und parierte drei späte Restarts gegen die geballte Elite des Sports.

Sein Jubel war ebenso unkonventionell wie sein Ruf: Hocevar setzte sich auf die Fensterkante seines Chevrolet mit der Startnummer 77 und genoss die Ehrenrunde in dieser riskanten Pose sichtlich.

„Ich habe mir diesen Moment schon lange im Kopf ausgemalt“, verriet Hocevar nach dem Rennen unter dem Jubel der Fans. „Ich habe es in der Vergangenheit auf jede erdenkliche Weise vermasselt, um nicht in diese Position zu kommen. Es war mir egal, ob ich 20 Minuten brauche, ich wollte das unbedingt durchziehen.“

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

„Das ist der größte Traum, den ich je hatte. Hoffentlich schaut mein Großvater zu. Meine Großmutter ist vergangenes Jahr verstorben und ich bin einfach dankbar, dass ich meinem Großvater jetzt eine Trophäe schenken kann. Ich wusste, dass wir gewinnen würden. Ich wusste es wirklich.“

Hinter dem strahlenden Sieger und dem Zweitplatzierten Buescher sortierten sich Alex Bowman und Chase Elliott auf den Rängen drei und vier ein. Buescher, der sein bestes Ergebnis in Talladega erzielte, zeigte sich als fairer Verlierer: „Das war ein Riesenspaß bis zum Ende. Verdammt, war das knapp.“ Auch Bowman zollte dem Youngster Respekt und betonte, dass Hocevar sich diesen Erfolg redlich verdient habe.

Das Rennen war geprägt von strategischem Geplänkel und der gewohnten Unberechenbarkeit des Pack-Racings. Insgesamt gab es 52 Führungswechsel zwischen 16 verschiedenen Piloten. Christopher Bell sammelte mit 31 Runden die meisten Führungskilometer, musste sich am Ende jedoch mit Rang 17 begnügen.

Die Top 10 komplettierten Zane Smith, der zudem die schnellste Rennrunde drehte, Ricky Stenhouse Jr., Ross Chastain, Austin Cindric, Noah Gragson und Kyle Busch. Für „Rowdy“ war es die erste Top-10-Platzierung der laufenden Saison.

Wie so oft in Talladega forderte der Big-One seinen Tribut und eliminierte in Runde 115 faktisch das halbe Feld. Ein Kontakt zwischen Bubba Wallace und Ross Chastain löste eine Kettenreaktion aus, die 26 Fahrzeuge in Mitleidenschaft zog und eine zehnminütige rote Flagge erforderte. Hochkaräter wie Ryan Blaney und Joey Logano mussten ihre Autos vorzeitig abstellen.

„Wir sind da einfach wie beim Flipper voneinander abgeprallt“, konstatierte ein frustrierter Ryan Blaney. „Man kann niemandem die Schuld geben, so ist dieses Ding hier einfach. Es natürlich ärgerlich, so früh draußen zu sein.“

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Auch Bubba Wallace war bedient: „Wir haben einen Haufen Autos vernichtet. Wir müssen das analysieren und besser werden. Es ist enttäuschend, denn wir kommen immer mit viel Selbstvertrauen hierher.“

Trotz des Chaos festigte Tyler Reddick seine Führung in der Meisterschaft. Obwohl er in den Massencrash verwickelt wurde und später die Mauer touchierte, rettete er den 14. Platz ins Ziel und liegt nun 110 Punkte vor Denny Hamlin. Als nächstes zieht der NASCAR-Tross weiter zum Texas Motor Speedway.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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