ARCA-Premierensieg in Talladega: Andy Jankowiak schlägt Cleetus McFarland

ARCA-Premierensieg in Talladega: Andy Jankowiak schlägt Cleetus McFarland
Foto: Dustin Chambers/ARCA Racing

Andy Jankowiak gewann das turbulente ARCA Rennen auf dem Superspeedway in Alabama nach einer chaotischen Verlängerung – Der Sieger realisierte seinen Erfolg wegen eines verrauschten Funks erst deutlich nach der Zieldurchfahrt

Talladega hat geliefert – und wie! Ein spektakuläres Three-Wide-Finish sorgte in der ARCA Series für so viel Adrenalin und Chaos, dass selbst Sieger Andy Jankowiak kurzzeitig den Überblick verlor. Nach der Zieldurchfahrt auf dem 2,66 Meilen langen Superspeedway in Alabama war Jankowiak so verwirrt, dass er am liebsten noch eine weitere Runde im Renntempo absolviert hätte.

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Auslöser der allgemeinen Verwirrung war die Verlängerung, die durch einen Reifenschaden an der Startnummer 26 von Ron Vandermeir Jr. ausgelöst wurde. Da die Overtime in der ARCA Series in Talladega lediglich eine einzige Runde betrug, realisierte Jankowiak schlichtweg nicht, dass er die Ziellinie bereits als Sieger überquert hatte.

„Ich dachte, es gäbe noch eine Runde. Der Funk war total verrauscht“, gab Jankowiak später zu Protokoll. Er fügte hinzu: „Ich habe das Gefühl, ich müsste jeden Moment aufwachen. Alles, was mich in die ARCA gebracht hat, und alles, was danach mit den Miteigentümern Kevin Lapierre, Andy Seuss und Mike Dayton kam – es hat noch nie eine größere Teamleistung gegeben als diese hier in der Victory-Lane von Talladega. Was für ein Abenteuer!“

Turbulente letzte Runde

Wie turbulent dieses Abenteuer tatsächlich war, zeigte die finale Runde: Isabella Robusto, die immer noch ihrem ersten ARCA-Sieg hinterherjagt, führte das Feld zunächst souverän an. Doch Gus Dean und Will Kimmel saugten sich als Tandem im Windschatten schnell an die 21-Jährige heran und übernahmen auf der Gegengeraden die Spitze. 

Währenddessen formierten sich Cleetus McFarland und Jankowiak zu einem Duo und schlossen auf die Führenden auf. Im Zielbogen setzte McFarland einen so harten Block gegen Dean, dass Jankowiak auf der Außenbahn nahezu unbemerkt verbeizog und sich den ersten Sieg in seine ARCA-Statistik eintrug.

Foto: Dustin Chambers/ARCA Racing

McFarland selbst wollte das Rennen eigentlich zu Ehren seines verstorbenen Freundes und NASCAR-Legende Greg Biffle gewinnen. Trotz des knapp verpassten Triumphs zeigte er sich dankbar über den zweiten Platz und seine ersten Führungsrunden in der Rennserie. Mit Blick auf das Finish gab McFarland offen zu, dass er vielleicht in der Victory-Lane gelandet wäre, hätte er die obere Linie gehalten, statt Dean zu blocken.

„Ich glaube, ich hätte mich ein Stück zurückfallen lassen müssen, um die Unterstützung von hinten besser zu nutzen“, analysierte McFarland. „Ich habe Andy wohl etwas zu viel Raum gelassen, als ich versucht habe, nach unten zu ziehen. Wir haben uns gegenseitig angegriffen, und dann ist Andy an uns vorbeigeschlüpft und hat sich den Sieg geholt – Glückwunsch an ihn! Was für ein wahnsinniger Renntag. Das war das großartigste Rennen, an dem ich in meinem Leben je teilgenommen habe.“

Lerneffekt für McFarland

Besonders stolz zeigte sich McFarland über seine Entwicklung in der Serie. Seit seinem Debüt in Daytona im vergangenen Jahr, das nach einem Unfall auf Platz 30 endete, hat er nun mit den ersten Führungsrunden einen weiteren Lernprozess durchlebt.

Mit seinen ambitionierten NASCAR-Plänen im Hinterkopf will McFarland die Erfahrungen aus Talladega für künftige Windschattenschlachten nutzen. „Ich habe heute viel Selbstvertrauen gewonnen“, so McFarland. „Wenn man sich bei 180 Meilen pro Stunde gegenseitig so berührt, merkt man erst, wie sehr man das Auto eigentlich noch bewegen kann. Ich habe heute mehr über das Drafting gelernt als je zuvor.“

Hinter Jankowiak und McFarland belegte Dean den dritten Platz, gefolgt von seiner Nitro-Motorsports-Teamkollegin Robusto auf Rang vier. Die Top 5 komplettierte Gio Ruggiero. Die weiteren Plätze in den Top 10 gingen an Taylor Reimer, Sean Corr, Ryan Vargas, Jack Wood und Daniel Dye.

Als Nächstes steht für die ARCA Series der erste Rundkurs der Saison 2026 auf dem Programm: Watkins Glen. Die grüne Flagge fällt am 8. Mai um 19:30 Uhr deutscher Zeit.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.
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