Talladega-Wahnsinn: Corey Day feiert ersten Sieg auf dem Superspeedway

Talladega-Wahnsinn: Corey Day feiert ersten Sieg auf dem Superspeedway
Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

Corey Day ist ein Sieger in der NASCAR O’Reilly Auto Parts Series – Der Hendrick-Junior gewann das Rennen auf dem Talladega Superspeedway

Das kalifornische Supertalent Corey Day hat am Samstagnachmittag auf dem Talladega Superspeedway seinen ersten Sieg in der NASCAR O’Reilly Auto Parts Series gefeiert. In einem dramatischen Finale bugsierte der 20-Jährige seinen Chevrolet mit der Startnummer 17 von Hendrick Motorsports erst in der allerletzten Runde an die Spitze des Feldes.

Day setzte sich in einem typischen Foto-Finish gegen Rookie Brent Crews und Sheldon Creed durch, während prominente Unterstützung in der Boxengasse für zusätzliches Aufsehen sorgte. Der junge Sprint-Car-Spezialist, der erst vor wenigen Tagen ein Rennen in Nebraska gewonnen hatte, zeigte sich sichtlich verblüfft über seinen Erfolg auf dem 2,66 Meilen langen Hochgeschwindigkeits-Oval in Alabama.

„Ich hätte beim besten Willen nicht gedacht, dass der erste Sieg ausgerechnet auf einem Superspeedway passiert“, gab Day mit einem breiten Grinsen zu Protokoll. Er lobte die Arbeit seines Teams in den höchsten Tönen: „Meine Jungs von der #17 haben einfach eine Rakete gebaut.“

Für Hendrick Motorsports war es ein prestigeträchtiger Triumph, der durch einen besonderen „Gast-Mechaniker“ abgerundet wurde: Ex-NFL-Star Jason Kelce tauschte das Trikot gegen den blauen Hendrick-Overall und schleppte auf der Boxenstraße fleißig Reifen.

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Day fühlte den Erfolg bereits seit Wochen kommen, nachdem er zuvor in Rockingham und bei anderen Läufen nah am ersten Sieg dran war. „Wir waren oft knapp davor, hatten gute Tage, konnten den Sack aber nie zumachen, daher ist das jetzt verdammt cool“, so der Sieger.

Hinter Day sicherte sich Crews im Toyota von Joe Gibbs Racing den zweiten Platz, was das beste Ergebnis seiner noch jungen Karriere markiert. Creed komplettierte das Podium als Dritter und sicherte sich damit zum zweiten Mal in Folge den Dash-4-Cash-Bonus in Höhe von 100.000 US-Dollar.

„Es ist schwer, über den verpassten Sieg wütend zu sein, wenn man bedenkt, wie viel hier passiert“, resümierte Creed, der nur knapp einer der Massenkarambolagen entging.

Das Rennen war geprägt von strategischen Kniffen und einer enormen Leistungsdichte, was sich in 38 Führungswechseln widerspiegelte – der höchste Wert seit dem Jahr 2013.

Pole-Setter Jesse Love dominierte weite Strecken des Nachmittags und führte das Feld für 37 Runden an. Sechs Runden vor Schluss wurde er jedoch im Threewide-Verkehr nach hinten durchgereicht, als das Feld ihn gnadenlos in die Zange nahm.

In der Schlussphase wurde die Luft in den Steilkurven von Alabama immer dünner, was schließlich zum großen Crash führte. Sam Mayer und Jeb Burton gerieten zwei Runden vor Ende in den Fokus, als Kontakt in der Spitzengruppe ihre Fahrzeuge in die Außenmauer beförderte. Mayer, der kurz zuvor noch als Führender geführt wurde, musste seine Hoffnungen auf den Sieg begraben und belegte am Ende nur Rang 25.

Auch für die Favoriten von JR Motorsports lief nicht alles nach Plan, obwohl Carson Kvapil und Justin Allgaier die ersten beiden Stages für sich entschieden. Strafen unter grüner Flagge wegen „Behinderung anderer Fahrzeuge“ warfen beide Piloten im finalen Segment aussichtslos zurück. Trotz seines 23. Platzes verteidigte Allgaier die Meisterschaftsführung jedoch souverän mit 105 Punkten Vorsprung auf Sheldon Creed.

Die kleinen Teams feierten ebenfalls kleine Siege im Schatten der Giganten, allen voran Jeremy Clements, der mit Rang fünf das beste Ergebnis für seine Mannschaft seit 2022 einfuhr. J.J. Yeley rettete die Ehre von Ford und steuerte den einzigen Boliden des Herstellers auf einen beachtlichen elften Platz.

Am kommenden Samstag zieht der Tross weiter zum Texas Motor Speedway, wo Day, Crews, Creed und Sammy Smith um den nächsten Dash-4-Cash-Jackpot kämpfen werden.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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