Homestead-Miami Speedway: Kaden Honeycutt ist NASCAR-Truck-Champion 2026

Homestead-Miami Speedway: Kaden Honeycutt ist NASCAR-Truck-Champion 2026
Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Kaden Honeycutt hat sich im dramatischen Saisonfinale auf dem Homestead-Miami Speedway zum NASCAR-Craftsman-Truck-Series-Champion 2026 gekrönt – Nach Reifenschäden bei Rivale Layne Riggs reichte dem Tricon-Piloten ein Manöver 15 Runden vor Schluss zum Rennsieg und Titelgewinn

Kaden Honeycutt ist NASCAR-Craftsman-Truck-Series-Champion 2026: Der 23-jährige Texaner sicherte sich am Freitagabend auf dem Homestead-Miami Speedway mit einem Sieg im dramatischen Saisonfinale die Meisterschaft. Im Tricon-Garage-Toyota setzte sich Honeycutt in einem packenden, sieben Rennen umfassenden Chase-Kampf gegen Front-Row-Pilot Layne Riggs durch, nachdem dieser im Rennen von Reifenschäden heimgesucht worden war.

Nachdem Honeycutt 15 Runden vor Schluss das rennentscheidende Überholmanöver setzte, brachen kurz nach der Zieldurchfahrt auf der Start-Ziel-Geraden alle Dämme. Völlig außer Atem kletterte der frischgebackene Meister aus seinem Boliden, um den emotionalen Triumph zu begreifen.

„Mann, das ist einfach der Wahnsinn, ich habe mir so verdammt den Hintern aufgerissen, um hier zu stehen“, rang Honeycutt nach dem Aussteigen nach Worten. „Danke an jeden Teambesitzer, danke an jeden, der mich ein Rennauto fahren ließ – egal ob auf Dirt, Asphalt oder Rundkursen. Wegen euch sitze ich jetzt hier und habe diese Mannschaft im Rücken, mit der wir nun Champions sind.“

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Das eigentliche Finalrennen entwickelte sich für Honeycutt überraschend früh zu einer kontrollierten Angelegenheit, da Titelrivale Riggs gleich zwei Reifenschäden erlitt und rundenlangen Rückstand aufriss. Der Tricon-Pilot teilte sich seine Kräfte klug ein und schlug erst in der Schlussphase eiskalt zu.

„In der ersten Rennhälfte wollte ich die Kiste nicht überfahren“, erklärte Honeycutt seine Taktik schonungslos offen. „Es fiel uns dann quasi in die Hände. Am Ende habe ich das Herz in beide Hände genommen, meine Eier aufs Armaturenbrett gepackt und wollte dieses Rennen einfach gewinnen.“

Dabei war es eigentlich Riggs gewesen, der die ersten 18 Saisonläufe dominiert und sich mit sechs Laufsiegen den Spitzenplatz für den Chase gesichert hatte. Doch Honeycutt, der im Mai in Watkins Glen und im August dominant in Richmond siegte, hielt von Beginn der Post-Season an voll dagegen und legte mit Chase-Erfolgen in Kansas sowie Phoenix das Fundament für den Titel.

Zuvor hatte das Team um Crew-Chief Scott Zipadelli bei der #11 bereits Corey Heim im Vorjahr zum Titel und zu zwölf Saisonsiegen geführt. Für Honeycutt ist Zipadelli weit mehr als nur der Stratege am Kommandostand.

„Diese Truppe ist ein verfluchtes Hall-of-Fame-Team“, schwärmte Honeycutt über seine Mannschaft. „Scott Zipadelli ist der beste verdammte Crew-Chief auf dieser Boxengasse, er ist der Beste von allen. Er ist nicht nur ein Hall-of-Fame-Stratege, er ist ein Mensch von Hall-of-Fame-Format. Er hat mich Woche für Woche als Mentor begleitet und mich immer besser gemacht.“

Der Titelgewinn ist die Krönung einer turbulenten Ochsentour durch die NASCAR-Szene, bei der Honeycutt im Sommer 2025 noch vor die Tür gesetzt worden war. Nachdem er bei Niece Motorsports wegen seines Wechsels für 2026 entlassen wurde, hielt er sich mit Aushilfseinsätzen bei Young’s und Halmar-Friesen über Wasser, ehe er bei Tricon anheuerte.

Noch vor wenigen Jahren war der Texaner ein weitgehend unbeschriebenes Blatt im Fahrerlager, der seine Einsätze als Werkstattmechaniker abarbeiten musste, um überhaupt ins Cockpit steigen zu dürfen. Neben Erfolgen auf Short-Tracks verdiente er sich seine ersten Sporen unter anderem im eSport der eNASCAR Coca-Cola iRacing Series für RFK Racing.

„Das hier ist für all die Dirt-Rennfahrer daheim in Texas, mit denen ich gefahren bin, seit ich zwölf Jahre alt war bis zu meinem 17. Lebensjahr“, erinnerte Honeycutt an seine rauen Wurzeln. „Ich habe mit meinem Dad so verdammt lange in der Werkstatt geschuftet, nur um freitags und samstags auf dem Dirt-Track in einem Stock-Car oder Modified sitzen zu können – egal worin, Hauptsache ich konnte fahren.“

Um seinen NASCAR-Traum überhaupt am Leben zu erhalten, zog der Nachwuchsmann einst ohne Garantien nach North Carolina. „Ich bin damals nach North Carolina gezogen, um an den Trucks zu schrauben“, betonte Honeycutt. „Die einzige Chance, die ich hatte, war, an den Fahrzeugen selbst zu arbeiten, die ich irgendwann fahren wollte.“

Dir hat dieser Artikel gefallen? Dann lass doch gerne einen Kaffee da – oder einen winzigen monatlichen Beitrag. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.

Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal

(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)

Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite | + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.