Nach Brake-Check: Blaney fordert stabilere Stoßstangen und lobt NASCAR-Urteil
Ein heftiger Brake-Check von Ford-Partner Josh Berry sorgte in Martinsville für massive Kritik und eine saftige Strafe durch die Rennleitung – Vor dem Finale in Homestead spricht Ryan Blaney über die Aussprache mit Berry, die Vorbildfunktion der Rennserie und nötige Lehren für die Fahrzeugstabilität
Der Zwischenfall zwischen Ryan Blaney und Josh Berry beim vorletzten Saisonlauf der NASCAR Cup Series 2026 auf dem Martinsville Speedway schlägt auch beim Cup-Finale auf dem Homestead-Miami Speedway noch hohe Wellen. Berry hatte Blaney nach einem leichten Kontakt vorsätzlich per Brake-Check auffahren lassen und war dafür unter der Woche von NASCAR mit einer empfindlichen Strafe belegt worden.
„Wir haben miteinander gesprochen, es war eine ausführliche Unterhaltung“, bestätigte Blaney nach dem Trainingsauftakt in Homestead. Bezüglich der harten Sanktionen gegen seinen Markenkollegen stellte der 32-Jährige klar: „Was NASCAR entschieden hat, liegt in ihrem Ermessen – ich habe bei diesen Urteilen kein Mitspracherecht. Aber persönlich halte ich es für die absolut richtige Entscheidung. Sie wollten ein klares Exempel statuieren, dass so etwas nicht toleriert wird, und genau das haben sie getan.“

Besonders menschlich traf Blaney die Aktion hart, da Berry innerhalb des Ford- und Penske-Lagers als Partner galt: „Es war sehr überraschend – vor allem unter diesen Umständen. Es war im Grunde nur ein ganz harmloser, zufälliger Kontakt mitten in der Kurve. Er hat diese Entscheidung getroffen, und es ist, wie es ist. Aber dafür, dass er ein Partner und Teamkollege ist und wir eigentlich ein gutes Verhältnis hatten, hat mich das schon extrem überrascht.“
Als Konsequenz aus den jüngsten Zwischenfällen auf den Short-Tracks regte Blaney zudem eine Überarbeitung der Fahrzeugstrukturen an: „Ich denke, wir könnten den Stoßstangen wieder etwas mehr Stabilität verleihen – zumindest eine dünne Stoßstange, die sich verformen kann. Momentan ist da quasi nichts; es sind reine Karosserieteile ohne stützende Struktur dahinter. Selbst bei leichtem Anlehnen in Martinsville sieht man sofort, wie das Material nachgibt.“
Dabei sieht Blaney das Fahrerfeld und die Offiziellen gleichermaßen in der Pflicht: „Ich verstehe, dass wir damals Teile entfernen wollten, weil die Einschläge auf den kurzen Kursen extrem hart waren. NASCAR hat damals auf uns gehört. Nun müssen wir hoffentlich einen gesunden Mittelweg finden. Gleichzeitig hat NASCAR mit der Bestrafung ein deutliches Zeichen gesetzt: Wer so etwas in Zukunft wiederholt, bekommt ernsthafte Probleme. Sie haben ihren Job gemacht, jetzt können wir uns parallel um die Weiterentwicklung des Autos kümmern.“
Dir hat dieser Artikel gefallen? Dann lass doch gerne einen Kaffee da – oder einen winzigen monatlichen Beitrag. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.
Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal
(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.