Justin Allgaier krönt sich in Florida zum zweiten Mal zum NASCAR-O’Reilly-Champion

Justin Allgaier krönt sich in Florida zum zweiten Mal zum NASCAR-O’Reilly-Champion
Foto: NASCAR Media / James Gilbert/Getty Images

Ein eiskalt kalkulierter siebter Platz hat gereicht, um Justin Allgaier im 1,5-Meilen-Oval von Homestead zum zweifachen Champion zu machen – Den Rennsieg schnappte sich derweil Brandon Jones, der Toyota einen gewaltigen Jubiläums-Meilenstein schenkte

NASCAR-Routinier Justin Allgaier hat sich am Samstagabend auf dem Homestead-Miami Speedway mit einem kontrollierten siebten Platz zum Champion der NASCAR O’Reilly Auto Parts Series 2026 gekrönt. Im spannungsgeladenen Saisonfinale auf dem 1,5-Meilen-Oval in Südflorida sicherte sich der 40-Jährige seinen zweiten Titel innerhalb von drei Jahren. 

Den Rennsieg schnappte sich unterdessen Brandon Jones im Toyota von Joe Gibbs Racing, der 14 Runden vor dem Ende die Führung übernahm und Toyota damit den 700. NASCAR-Sieg der Unternehmensgeschichte bescherte.

Allgaier schrieb mit dem Erfolg Geschichte für den Rennstall von Dale Earnhardt Jr. und ist nun der erste Pilot überhaupt, der mehrere Titel für JR Motorsports einfahren konnte. Fünf Fahrer hatten sich vor dem Start noch rechnerische Hoffnungen auf den Gesamtsieg gemacht, doch der erfahrene Rennfahrer aus Illinois behielt die Nerven. Mit sechs Saisonsiegen im Gepäck reichte Allgaier sein Punktevorsprung, um den Verfolgern die Stirn zu bieten und die Meisterschaft nach Hause zu fahren.

„Das bedeutet mir mehr, als man jemals ermessen kann“, bilanzierte Allgaier nach der Zieldurchfahrt sichtlich bewegt. „Natürlich war das heute Abend nicht die Platzierung, die wir uns gewünscht hatten. Wir wollten in der Victory-Lane stehen. Aber dieses Team gibt niemals auf.“

An der Spitze lieferte Brandon Jones eine blitzsaubere Vorstellung ab. Der 29-Jährige setzte sich am Ende mit fast vier Sekunden Vorsprung vor Allgaiers Teamkollegen Carson Kvapil durch und feierte seinen zweiten Saisonerfolg. Auf dem Weg zum Meilenstein profitierte Jones von einer bärenstarken Pace auf den Longruns, mit der er sich stetig nach vorne arbeitete.

„Es gab heute so viele verdammt positive Dinge, allen voran Toyotas 700. Sieg perfekt zu machen. Es fühlt sich großartig an, Teil solcher Meilensteine zu sein“, jubelte Rennsieger Jones. „Zu Beginn des Rennens hatten wir sicher nicht das beste Auto. Unsere Longrun-Pace war heute der entscheidende Schlüssel, und diese Strecke lässt genau solche langen Runs zu. Eine unglaubliche Art und Weise, das Rennjahr zu beenden.“

Hinter Kvapil komplettierten Brent Crews, Titelrivale Jesse Love und Parker Retzlaff die Top 5. Sheldon Creed, der Haas-Pilot, drückte dem Lauf über weite Strecken seinen Stempel auf und führte 99 von 200 Runden an, musste sich am Ende jedoch mit Rang sechs begnügen. Love verpasste die Titelverteidigung letztlich um 14 Punkte, zeigte sich im Angesicht seines bevorstehenden Aufstiegs in die Cup-Serie bei Wood Brothers Racing aber als fairer Verlierer.

„Es gibt tausend verschiedene Dinge, die anders hätten laufen können, um uns diese 15 Punkte Rückstand einzubringen“, meinte Love nach dem Aussteigen. „Am Ende des Tages schmerzt es natürlich. Es tut weh, so knapp zu verlieren. Aber wenn ich bei den Jungs an unserer Startnummer 2 bin, überwiegt die Dankbarkeit den Stachel der Niederlage. Damit schließt sich ein großes Kapitel der vergangenen drei Jahre, das ich vermissen werde.“

Foto: NASCAR Media / Jared C. Tilton/Getty Images

Für Champion Allgaier war der Triumph besonders emotional, zumal er vor der Saison sogar offen über einen Rücktritt nachgedacht hatte. Nun steht er als zweitältester Serienchampion seit Tommy Ellis im Jahr 1988 in den Geschichtsbüchern. Zusammen mit seinen Eltern, seiner Frau und seinen beiden Töchtern feierte er das Meisterstück auf dem Asphalt.

„Der erste Titel war damals eher für mich selbst, und den habe ich auch wirklich genossen“, erklärte Allgaier mit Blick auf seinen Triumph 2024. „Aber dieser hier gehört all diesen Männern und Frauen, die hinter mir stehen. Sie haben sich den Hintern aufgerissen. Es bedeutet mir alles. Glückwunsch auch an alle Jungs, die dieses Jahr in den Playoffs gekämpft haben. Es hat riesigen Spaß gemacht, und ich bin verdammt stolz auf unsere Mannschaft.“

Auch Teambesitzer Earnhardt Jr. platzte angesichts des Meisterschaftsgewinns und des Herstellertitels für Chevrolet vor Stolz. „Wir sind absolut begeistert, wie diese Saison gelaufen ist. Crew-Chief Andrew Overstreet hat einen fantastischen Job gemacht, die Boxencrew war großartig und die Hendrick-Motoren waren überragend“, resümierte Earnhardt Jr. mit einem breiten Lächeln. „Das war eine bärenstarke Saison für alle unsere Autos. Das hier ist eine ganz besondere Nacht.“

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite | + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.