Kyle Larson vor dem NASCAR-Finale: Das Auto macht Sorgen, das Team bleibt locker

Kyle Larson vor dem NASCAR-Finale: Das Auto macht Sorgen, das Team bleibt locker
Foto: NASCAR Media / James Gilbert/Getty Images

Kyle Larson startet als Vierter in das letzte Rennen der NASCAR Cup Series der Saison 2026 – Trotz suboptimaler Balance des Autos zeigen sich der zweimalige Champion und seine Mannschaft in Homestead-Miami gelassen

Vor dem letzten NASCAR-Cup-Rennen der Saison 2026 hat Kyle Larson am meisten zu verlieren. Mit 67 Punkten Vorsprung auf Christopher Bell startet er aus der zweiten Reihe in den Sonntag. Seine Ausgangslage im Titelkampf ist komfortabel, doch mit seinem Auto ist er noch nicht zufrieden. Im Team rund um die Startnummer 5 herrscht trotzdem Gelassenheit.

„Ich würde sagen, die Stimmung im Team ist extrem locker. Die Jungs haben darüber diskutiert, ob ein Hotdog als Sandwich zählt und ob Cornflakes eigentlich eine Suppe sind“, erklärte Larson. „Sie sind ziemlich entspannt. Das hat mich schon überrascht.“

Auf der Strecke lief es für Larson dagegen weniger entspannt. Vor allem zu Beginn der Trainingsruns machte ihm das Fahrverhalten zu schaffen: „Gerade bei niedrigem Reifendruck hatte ich ein richtig mulmiges Gefühl, weil das Heck extrem hart auf den Anschlagpuffern aufsetzt – das ist einfach unangenehm, weil das Auto dadurch völlig unberechenbar wird. Es dauert dann immer drei bis fünf Runden, bis sich das legt. Deswegen war ich auf dem Short-Run zu langsam, bevor es für die nächsten paar Runden ganz ordentlich lief.“

Mehrere Mauerkontakte erschwerten die Vorbereitung zusätzlich. „Ich bin nicht wirklich viel zum Fahren gekommen, weil ich ständig die Mauer getroffen habe. Ich habe sie im Training hier häufiger getroffen, als ich das normalerweise tue. Außerdem war der Unterschied in der Balance zwischen dem Fahren direkt an der Mauer und dem Fahren abseits davon einfach zu groß.“

Larson sah allerdings nicht nur beim Auto Verbesserungspotenzial: „Ich hatte gehofft, dass die Balance ähnlicher sein würde, damit ich bei der Linienwahl vielseitiger sein kann. So hat es sich aber nicht angefühlt. Gleichzeitig glaube ich auch nicht unbedingt, dass ich während des Trainings auf dem richtigen Teil der Strecke gefahren bin. Deshalb habe ich mir das noch einmal genauer angeschaut, und hoffentlich lässt sich das morgen umsetzen.“

Startplatz vier trotz anhaltender Probleme

Das Qualifying brachte zumindest ein gutes Ergebnis: Mit Startplatz vier verschaffte sich Larson eine vielversprechende Ausgangsposition. Ein dritter Platz in einer der beiden Stages würde ihm bereits reichen, um seinen dritten Meistertitel vorzeitig zu sichern.

„Ich hatte noch keine Zeit, mir die Runde anzuschauen, aber ich war überrascht, am Ende Vierter zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass ich einen wirklich schlechten Anlauf hatte und deshalb langsam über die Linie gekommen bin“, sagte Larson.

„Das habe ich versucht, in Kurve eins wieder gutzumachen. Eins und zwei waren meiner Meinung nach gut. Aber in drei und vier war die Balance einfach nicht angenehm. Beim Einlenken in Kurve drei war es auf den Anschlägen ziemlich heikel. Nachdem sich das dann beruhigt hatte, hat das Auto stark untersteuert, und ich hatte das Gefühl, gleich die Mauer zu treffen. Dann änderte es die Richtung, und ich hatte das Gefühl, einen ordentlichen Winkel zu haben, aber am Kurvenausgang ging mir der Grip aus.“

Sein Fazit fiel entsprechend gemischt aus: „In drei und vier passte die Balance einfach nicht zusammen. Insgesamt bin ich aber zufrieden, dort vorne auf Platz vier zu stehen. Jetzt fahren wir das Rennen.“

Keine Nervosität bei Larson oder Daniels

Trotz der Schwierigkeiten wirkt auch Crew-Chief Cliff Daniels laut Larson entspannt. Das ist für den Fahrer durchaus erwähnenswert: „Cliff ist normalerweise eines von zwei Extremen. Entweder ist er sehr, sehr locker. Oder man kommt rein und denkt: Okay, ich merke, heute ist er angespannt, da sage ich lieber nichts.“

Aktuell zeige Daniels seine lockere Seite und das bereits seit einigen Monaten. Larson selbst weist ebenfalls zurück, dass seine Kritik am Auto ein Zeichen von Nervosität sei.

„Nein, ich bin nicht nervös. Ich will einfach jedes Mal der Schnellste sein, wenn ich auf die Strecke gehe. Und bisher hatte ich noch nicht das Gefühl, so schnell zu sein. Ich habe einfach hohe Erwartungen, wenn ich hierherkomme, und will richtig gute Arbeit leisten. Aber nein, keine Nervosität.“

Zur kulinarischen Grundsatzdebatte seiner Mannschaft hatte Larson ebenfalls eine klare Meinung: „Ein Hotdog ist kein Sandwich. Und Frühstücksflocken sind definitiv keine Suppe.“

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.