NASCAR-Regular-Season-Finale: Ryan Preece triumphiert nach Verlängerung in Daytona
Ryan Preece gewann beim chaotischen NASCAR-Rennen in Daytona das Ticket für den Chase – Der RFK-Pilot behielt in der turbulenten Verlängerung die Oberhand über Tyler Reddick und setzte sich gegen Shane van Gisbergen im Meisterschaftskampf durch
Mit der Einführung des Chase wurde das Prinzip „Win and you’re in“ in der NASCAR eigentlich abgeschafft. Und dennoch sicherte sich Ryan Preece beim Nachtrennen in Daytona mit einem Sieg das letzte Ticket für die Endrunde.
In einer chaotischen Verlängerung behielt der 35-jährige Rennfahrer aus Connecticut die Oberhand über Tyler Reddick, während direkt hinter ihm der berüchtigte Big One ausbrach. Dennoch musste der RFK-Pilot in der Startnummer 60 am Ende noch gewaltig um den Sprit zittern.
Dramatik in der Overtime
Da das Rennen sechs Runden über die geplante Distanz von 160 Runden hinausging, wurde der Sprit etwas knapp. Im letzten Rennsegment hatte er auf einen Boxenstopp verzichtet und lag auf dem zweiten Platz, als Carson Hocevar bei der Einfahrt in Kurve 3 ein aggressives Manöver auf der Innenbahn startete. Dies löste in Runde 155 einen Unfall aus, der zur Overtime führte.
Die Verlängerung ging jedoch auch nicht ohne zerstörte Autos über die Bühne. Ein zu harter Push von Reddick gegen den zu diesem Zeitpunkt führenden Zane Smith sorgte im Hinterfeld schließlich für einen Massencrash, der eine erneute Gelbphase auslöste und Preece endgültig den Sieg bescherte.

„Ich bin momentan einfach sprachlos“, sagte Preece, der sich den allerletzten Chase-Platz mit 17 Punkten Vorsprung auf Shane van Gisbergen sicherte. Der dreimalige australische Supercars-Champion hatte vor dem Finale der Regular-Season noch 31 Punkte Vorsprung auf den RFK-Pilot.
„Aber diese Jungs, die gesamte Crew der 60, wir sind Kämpfer“, führte Preece weiter aus. „Wenn man uns mit dem Rücken zur Wand stellt, schlagen wir hart zurück. Vergangenes Jahr gab es unzählige Keyboardwarrior, die behaupteten, ich sei ein Niemand. Nun, denen haben wir heute Abend ordentlich in den Hintern getreten.“
„Es ist ein fantastischer Beweis dafür, wie gut diese Rennwagen vorbereitet sind“, schwärmte er. „Ich bin ein Racer. Ich weiß ganz genau, was es braucht, um schnell zu sein. An jeden einzelnen Mitarbeiter bei RFK: Danke, dass ihr mir eine Rakete gegeben habt, mit der ich heute Abend zum Mond fliegen konnte. Das ist pure Wiedergutmachung.“

Van Gisbergens Taktik geht nicht auf
Van Gisbergen hingegen verlor seine Chase-Hoffnungen aufgrund eines späten Boxenstopps. In der ersten Stage, die er sogar für sich entscheiden konnte, sah es für den Neuseeländer zunächst noch glänzend aus.
Spät im Rennen kam van Gisbergen in Runde 157 jedoch zum Tanken an die Box und entschied sich dabei für vier frische Reifen. Das warf ihn für den Restart in der Overtime auf Platz 27 zurück. Aus dieser ungünstigen Position heraus konnte er dem Massencrash in der letzten Runde nicht mehr ausweichen. Der Neuseeländer beendete das Rennen auf Platz 28 und verpasste somit den Einzug in den Chase.

Cindric behält kühlen Kopf
Neben Preece, der sich in diesem direkten Duell gegen SVG, wie Van Gisbergen auch genannt wird, durchsetzte, löste auch Penske-Pilot Austin Cindric das Ticket für den Titelkampf.
„Wir hatten offensichtlich einen sehr starken Ford Mustang“, erklärte der 27‑Jährige. „Wir konnten immer dann an die Spitze fahren, wenn es wirklich nötig war. Es ärgert mich ein wenig, dass wir daraus kein Kapital schlagen konnten und nicht so viele Runden angeführt haben wie noch in der zweiten Stage, um uns ein größeres Polster für die Schlussphase zu verschaffen. Aber die Jungs haben einen großartigen Job gemacht und mich stets mit den richtigen Informationen gefüttert – was ich tun musste, um vorne zu bleiben oder wieder dorthin zu gelangen. Wir haben heute Abend alles abgehakt, was nötig war.“

Dabei behielt Cindric einen kühlen Kopf und verließ sich auf seine Mannschaft: „Die Crew hat mich die ganze Nacht über hervorragend mit Informationen versorgt – egal, ob es um Punkte, Sprit oder die nötigen Anpassungen auf der Strecke ging. Das ist das absolute Minimum, das man braucht, um überhaupt ein echter Titelkandidat zu sein. Rechnet in den kommenden zehn Wochen definitiv mit uns.“
Mit dieser abschließenden Kampfansage vom Gesamtfünfzenten ist das Feld für den Titelkampf final gesetzt. In der kommenden Woche steht das erste Rennen der Postseason in Darlington an.
Chase-Übersicht
| Position | Startnummer | Name | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | 11 | Denny Hamlin | 2100 |
| 2 | 12 | Ryan Blaney | 2075 |
| 3 | 45 | Tyler Reddick | 2065 |
| 4 | 54 | Ty Gibbs | 2060 |
| 5 | 19 | Chase Briscoe | 2055 |
| 6 | 20 | Christopher Bell | 2050 |
| 7 | 5 | Kyle Larson | 2045 |
| 8 | 9 | Chase Elliott | 2040 |
| 9 | 22 | Joey Logano | 2035 |
| 10 | 17 | Chris Buescher | 2030 |
| 11 | 7 | Daniel Suárez | 2025 |
| 12 | 77 | Carson Hocevar | 2020 |
| 13 | 24 | William Byron | 2015 |
| 14 | 23 | Bubba Wallace | 2010 |
| 15 | 2 | Austin Cindric | 2005 |
| 16 | 60 | Ryan Preece | 2000 |
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






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