Sweep in der NASCAR-Euro für Lessard: Mehr Action, weniger Schrott in Most
Raphael Lessard besiegte Thomas Toffel beim zweiten Rennen der NASCAR Euro Series in Most durch ein frühes Überholmanöver – Der Kanadier feierte damit ein perfektes Wochenende in Tschechien
Das zweite OPEN-Rennen der NASCAR Euro Series in Most lieferte packende Rennaction und erfreulicherweise weniger Kernschrott. Raphael Lessard krönte sein perfektes Wochenende mit einem weiteren Sieg und verwies Thomas Toffel in der Startnummer 34 erneut auf den zweiten Platz.
Lessard machte mit dem Schweizer kurzen Prozess und attackierte ihn direkt in der ersten Kurve. Wie schon im ersten Rennen bremste er sich auf der Außenbahn am lila-schwarzen Chevrolet vorbei und übernahm ausgangs der ersten Schikane die Führung.
Danach entbrannte an der Spitze über mehrere Runden ein intensives Katz-und-Maus-Spiel. In der Schlussphase musste sich Toffel dem Kanadier jedoch endgültig geschlagen geben.
„Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich meine Pace konstant halten konnte, während er am Ende etwas abbaute“, analysierte Lessard die Renncharakteristik. „In einigen Kurven war ich besser. Er war auf den Geraden und an den Kurvenausgängen etwas schneller als ich, ähnlich wie gestern. Aber an jeder anderen Stelle hatte ich das Gefühl, ihn ausbremsen zu können – und das über die gesamte Renndistanz.“
Dabei hob der 25-Jährige insbesondere die Leistung seiner Mechaniker hervor, die ihm zum Sweep in der OPEN-Klasse verhalfen: „Es war ein perfektes Wochenende. Meine Jungs haben mechanisch einen fantastischen Job gemacht, und auch vom Setup her hatten wir ein wirklich starkes Auto. Wir konnten es sogar noch weiter verbessern. Die Strecke hat sich stark verändert, aber ich glaube, wir haben mit der gesamten Truppe von Alumitech Racing einfach genau ins Schwarze getroffen.“
Wichtige Punkte für Toffels Meisterschaftskampf
Toffel, der sich zwar mit dem zweiten Platz zufriedengeben musste, sammelte in Most erneut wichtige Punkte für sein Meisterschaftspolster. Auch wenn er sich aktuell wenig Sorgen um die Startnummer 11 von Alumitech Racing machen muss – da Lessard in Brands Hatch disqualifiziert wurde –, ist dieses Polster essenziell, falls ein Rennen nicht nach Plan verlaufen sollte.
„Was die Punkte angeht, hatte ich ein gutes Wochenende“, erklärte Toffel nüchtern. „Ich stand auf der Pole und hatte auch im Rennen eine starke Pace. Das ist positiv, aber wir müssen uns natürlich weiterentwickeln. Er [Lessard] ist ein großartiger Fahrer. Am Ende habe ich versucht, meine Reifen besser zu schonen als er, aber ich glaube, wir lagen beim Reifendruck von Beginn an nicht ganz richtig. Es gibt also noch ein paar Dinge anzupassen, aber für die Playoffs werden wir bereit sein.“
Vierkampf um das letzte Podiumstreppchen
Auch hinter dem Führungsduo tobte ab Rang drei abwärts ein harter Vierkampf. Es bildete sich ein regelrechter D-Zug, zunächst bestehend aus Claudio Cappelli, Martin Doubek, Gil Linster und Sandro Tavartkiladze. Doubek schaffte es jedoch, sich in seiner frisch reparierten Startnummer 7 in Kurve eins an seinen Kontrahenten vorbeizubremsen und sich so den letzten Platz auf dem Podium zu sichern.
Cappelli, der ebenfalls tief in diesen Kampf verwickelt war, ging die Sache allerdings etwas zu hart an. In der berüchtigten ersten Kurve von Most kam es zum Kontakt zwischen ihm und Linsters Startnummer 50, wofür der Italiener eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe kassierte.
Dies blieb jedoch nicht die einzige Sanktion des Tages: Bereits in der Anfangsphase bestrafte die Rennleitung Happinessa mit fünf Sekunden für einen vermeidbaren Kontakt, bei dem sie ihre eigene Front und das Heck der Startnummer 55 von Giovanni Faraonio zerstörte.
Blick auf die Playoffs: Doppelte Punkte und Streichresultate
Nach dem Rennwochenende in Tschechien ist das Feld nun bereit für die Playoffs der NASCAR Euro Series. In dieser heißen Phase der Meisterschaft zählen die Punkte doppelt. Zudem dürfen die Fahrerinnen und Fahrer ihr schlechtestes Saisonergebnis streichen – ausgenommen sind hierbei jedoch Disqualifikationen.
Toffel geht mit drei Siegen und 254 Punkten als Spitzenreiter in den zweiten Teil der Saison, der am 19. September in Italien beginnt. Dicht auf den Fersen ist ihm Thomas Dombrowski, der im zweiten Rennen das Podium mit Rang vier nur knapp verpasste.
Der dreimalige Saisonsieger Lessard findet sich aktuell nur auf Rang vier hinter Linster wieder. Der Kanadier leidet stark unter seiner Disqualifikation aus Brands Hatch, weshalb er nun gezwungenermaßen sein erstes Ergebnis aus Valencia als Streichresultat werten muss.
Dir hat dieser Artikel gefallen? Journalismus auf Leadlap.de ist und bleibt dauerhaft werbefrei und für alle ohne Bezahlschranke kostenlos. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.
Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal
(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)
Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.





