Viel Kernschrott und ein Überraschungssieger: Lessard schlägt Toffel in Most

Viel Kernschrott und ein Überraschungssieger: Lessard schlägt Toffel in Most
Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Zahlreiche Kollisionen prägten den ersten OPEN-Lauf der NASCAR Euro Series auf dem Autodrom Most – Ein riskantes Überholmanöver in der allerletzten Runde brachte Raphael Lessard den Rennsieg

Das erste OPEN-Rennen der NASCAR Euro Series in Most lieferte vor allem eines: viel Kernschrott. Über den gesamten Rennverlauf kam es immer wieder zu Kollisionen, gestrandeten Autos und Ausfällen. Als sich der Staub vor Burg Landeswarte legte, griff Rafael Lessard mit einem spektakulären Überholmanöver in der letzten Runde nach Platz eins und sicherte sich den Sieg.

Der Alumitech-Pilot nutzte seine allerletzte Chance in Kurve 1 und bremste sich beim Single-File-Restart sauber am bis dahin dominierenden Thomas Toffel vorbei. Der Schweizer wollte die Innenbahn verteidigen, doch Lessard zog kurzerhand auf der Außenseite an ihm vorbei.

„Beim letzten Restart wusste ich, dass ich in der [ersten] Kurve an ihm vorbei muss. Mir war klar, dass er innen zumachen würde, also war mein Plan, ihn im Bremsduell zu besiegen – und genau das habe ich getan“, erklärte der kanadische Youngster. 

Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

„Er ist sehr früh vom Gas gegangen, um seine Position zu verteidigen. Dadurch konnte ich ihn auf der Bremse packen und außen herum mitnehmen. Ich bin extrem stolz auf dieses Manöver, es war einfach genial.” fügte Lessard hinzu. 

„Meiner Meinung nach hatten wir das mit Abstand schnellste Auto im Feld, aber er konnte sich am Kurvenausgang immer wieder absetzen. Auf der Bremse war ich jedoch einen Tick stärker. Er ist ein verdammt gutes Rennen gefahren, aber ich habe alles in die Waagschale geworfen und es hat funktioniert.“

Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Frust bei Toffel

Toffel, der bis zu diesem Punkt das Rennen dominierte zeigte sich nach der Zieldurchfahrt sichtlich frustriert darüber, sich dem Kanadier doch noch geschlagen geben zu müssen.

„Mit Blick auf die Meisterschaft ist das Ergebnis natürlich gut, aber das Rennen selbst lief für mich nicht optimal. Wir hatten auf der Strecke mit vielen Problemen zu kämpfen“, erklärte der Schweizer. 

Foto: Michael Großgarten / Leadlap.de

Zudem übte der Pilot der Startnummer 34 deutliche Kritik am letzten Restart: „Er fand meiner Meinung nach nicht in der dafür vorgesehenen Zone statt. Zwar war ich danach noch Erster, war aber überrascht. Es ist, wie es ist – Platz zwei ist eben nicht der Sieg.“

Das Podium komplettierten Thomas Dombrowski, dicht gefolgt von Gil Linster und Vladimiros Tziortzis auf den Rängen vier und fünf.

Strafen in der Lady-Trophy

Zwar nahm die Rennleitung die späte Freigabe des Feldes noch einmal unter die Lupe, doch dies brachte nicht die von Toffel erhofften Konsequenzen. Dafür hatte die Untersuchung maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis der Lady-Trophy.

Beitske Visser, die den Lauf aus der Boxengasse in Angriff nahm, sicherte sich trotz anhaltender Technikteufel in der Startnummer 77 den Sieg in der Damenwertung. Sie profitierte dabei von einer Fünf-Sekunden-Strafe, welche die Stewards wegen eines Restart-Vergehens gegen Happinessa aussprachen.

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Dennoch hielt sich die Freude bei der Pilotin von Rehberg + Bremotion Racing in Grenzen: „Ehrlich gesagt war es bisher ein ziemliches Horror-Wochenende. Wir kämpfen immer noch mit demselben technischen Problem wie schon im Qualifying. Ich habe einfach versucht weiterzufahren, auch weil ich vor mir so viele Unfälle gesehen habe – am Ende zählen schließlich die Punkte“, resümierte Visser. „Uns steht auf jeden Fall eine lange Nacht bevor, um herauszufinden, ob wir die Technik bis morgen in den Griff bekommen.“

Neben Happinessa kassierten auch Giovanni Faraonio sowie André Lortie für ähnliche Vergehen entsprechende Fünf-Sekunden-Zeitstrafen.

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Kernschrott und ein herber Rückschlag für den Lokalmatador

Der späte Restart, der das Feld noch einmal zusammenführte, war die Folge einer Gelbphase vier Runden vor Schluss. Ausgelöst wurde diese durch gleich mehrere gestrandete Autos auf dem Autodrom Most – darunter auch der Wagen von Jack Davidson, der hart in die Reifenstapel eingeschlagen war.

Noch heftiger als Davidson erwischte es allerdings Lokalmatador Martin Doubek, der das erste V8GP-Rennen zuvor noch innerhalb der Top 5 beendet hatte. Bei seinem zweiten Einsatz an diesem Tag musste der Ford mit der Nummer 7 auf der Ladefläche eines Abschleppwagens zurück an die Box gebracht werden.

Das Drama um den Tschechen hatte sich bereits beim allerersten Restart abgespielt: Doubek bog als Vierter in die erste Kurve ein, wurde dort jedoch unglücklich zwischen der #54 und der #19 in die Zange genommen. 

Daraufhin drehte sich sein blauschwarzer Mustang, und die daraus resultierenden Folgekollisionen verwandelten die Startnummer 7 endgültig in einen Haufen Kernschrott. Beim Folgezusammenstoß mit der Startnummer 8 verletzte sich Mariam Davitidze und brach sich den Finger.

Sollte es der Crew rund um Doubek in einer Mammutaufgabe gelingen, den Wagen bis zum nächsten Tag neu aufzubauen, bieten sich dem Publikumsliebling am Sonntag im OPEN- und V8GP-Rennen noch zwei weitere Chancen, seinen Fans den ersehnten Heimsieg in Tschechien zu schenken.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.