Trotz Handverletzung: Gianmarco Ercoli triumphiert bei der NASCAR Euro Series in Most

Trotz Handverletzung: Gianmarco Ercoli triumphiert bei der NASCAR Euro Series in Most
Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Auf dem Autodrom Most endete das Finalwochenende der Regular-Season der NASCAR Euro Series – Gianmarco Ercoli sicherte den dritten Erfolg des Wochenendes für Alumitech Racing

Mit einem Eispack auf seiner rechten Hand bestieg Gianmarco Ercoli die oberste Stufe des Podiums. Der Alumitech-Pilot sicherte sich trotz einer schmerzhaften Handverletzung souverän den Sieg im zweiten Rennen der V8GP-Kategorie der NASCAR Euro Series.

Nach dem Start sortierte sich der Italiener zunächst hinter dem Vortagessieger Jordan O’Brian ein. Der mögliche Sweep des Amerikaners wurde jedoch durch ein ärgerliches Trümmerteil zunichte gemacht.

„Ein Karosserieteil wurde von einem Reifen in die Luft geschmissen, flog direkt ins Cockpit und verklemmte sich hinter dem Gaspedal. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei eins zu einer Million“, erklärte Teambesitzer Roy Hendricks gegenüber Leadlap.de. „Dadurch konnte er [O’Brian] nicht mehr Vollgas geben und musste an die Box. Er hat noch versucht, das Teil während der Fahrt mit dem Fuß zu lösen, aber es saß so fest, dass die Mechaniker viel Kraft aufwenden mussten, um es herauszubrechen. Dabei haben wir leider schon zwei Runden verloren.“

Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Dominanz trotz Schmerzen: Ercoli und Toffel an der Spitze

Von O’Brians Pech profitierte Ercoli, der das Rennen ab diesem Zeitpunkt anführte. Obwohl er sich bereits in der ersten Kurve der Auftaktrunde bei einer harten Berührung mit Thomas Toffel am Finger verletzte, fuhr er den Sieg kontrolliert nach Hause.

„Es fühlt sich großartig an. Das Auto war von Anfang bis Ende perfekt“, freute sich Ercoli. „In der ersten Kurve habe ich einen kleinen Fehler gemacht und bin hart mit Thomas [Toffel] aneinandergeraten. Ich glaube sogar, dass ich mir dabei den Finger gebrochen habe. Aber ich freue mich riesig für das Team – dieser Sieg gibt uns viel Momentum für den Angriff bei meinem bevorstehenden Heimrennen.“

Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Hinter dem Italiener beendete Toffel das nächste Rennen des Wochenendes auf einem soliden zweiten Platz.

„Natürlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Manchmal verliert man schnell den Blick für das Positive“, reflektierte Toffel. „Am Start wollte ich zunächst behutsam agieren, aber als die Action losging, wollte ich unbedingt mitmischen. Angesichts unserer Pace an diesem Wochenende ist der zweite Platz absolut verdient und mein rechtmäßiger Platz.“

Erbitterter Kampf um P3

Während das Führungsduo an der Spitze entspannt davonfuhr, tobte dahinter über mehrere Runden ein intensiver Kampf um Rang drei zwischen Garett Lowe und Fabrizio Ametta. In den finalen Umläufen des Wochenendes kämpfte sich der Amerikaner immer näher an die Startnummer 19 heran.

Immer wieder versuchte der Pilot von BS+Bremotion, an Ametta vorbeizugehen, riskierte bei seinen ersten Manövern jedoch etwas zu viel. Lowe blieb hartnäckig im Windschatten seines Vordermanns, zwang ihn in der letzten Runde schließlich in einen Fehler und sicherte sich so das Podium.

„Das Rennen war extrem stressig, vor allem mit dem Zweikampf“, erklärte Lowe sichtlich erschöpft. „Ich hatte beim Start ein paar Probleme, aber im Mittelteil wurden wir richtig stark. Es war ein tolles Duell mit ihm [Ametta].“

Foto: Rico Resch / Leadlap.de

Dennoch übte er leichte Kritik an der harten Fahrweise seines Kontrahenten: „In den Kurven 6 und 7 hat er mich ein bisschen schmutzig behandelt und mich zweimal ohne echten Grund ins Kiesbett gedrängt. Der Verbremser in Kurve 1 ging allerdings auf meine Kappe. Es ist schwer zu sagen, was noch fair ist und was nicht, aber so ist eben gutes Racing. Am Ende habe ich ihn zu dem Fehler gezwungen, um mir den Podiumsplatz zu schnappen. Ich bin nicht wütend, aber ein wenig enttäuscht, denn mit unserer Pace am Schluss hätten wir auch um den Sieg mitkämpfen können.“

Ametta schilderte die Situation gegenüber Leadlap.de aus seiner eigenen Perspektive: „Wir hatten Probleme mit dem Getriebe und der Geschwindigkeit in der Kurvenmitte. Dass ich ihn von der Strecke gedrängt habe, dann letztlich mein kleiner Fehler.“

Damit ist das Rennwochenende der NASCAR Euro Series auf dem Autodrom Most Geschichte. Vittorio Girelli geht als Spitzenreiter in die Postseason und nimmt einen Vorsprung von 24 Punkten auf O’Brian mit. Die Playoffs, in denen die Meisterschaftspunkte doppelt gewertet werden, starten am 19. September in Italien.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Journalismus auf Leadlap.de ist und bleibt dauerhaft werbefrei und für alle ohne Bezahlschranke kostenlos. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.

Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal

(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)

Autor(en)

Redakteur | Zur Webseite |  + posts

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.