Schock für die NASCAR-Welt: Kyle Busch stirbt mit 41 Jahren

Schock für die NASCAR-Welt: Kyle Busch stirbt mit 41 Jahren
Foto: NASCAR Media / Jared C. Tilton/Getty Images

Nach einem unerwarteten Krankenhausaufenthalt verlor die NASCAR mit Kyle Busch einen ihrer größten Stars – Die gesamte Motorsportwelt trauert um den legendären Ausnahmefahrer

Nachdem am Donnerstag bereits bekannt wurde, dass der zweimalige NASCAR-Cup-Champion Kyle Busch mit einer „schweren Krankheit“ ins Krankenhaus eingeliefert worden war, erschüttert nun die Nachricht von seinem plötzlichen Tod die Motorsportwelt.

In einer gemeinsamen Stellungnahme von Buschs Familie, Richard Childress Racing und der NASCAR heißt es: „Im Namen der Familie Busch, aller Mitarbeiter von Richard Childress Racing und der gesamten NASCAR sind wir am Boden zerstört, das plötzliche und tragische Ableben von Kyle Busch bekanntgeben zu müssen.“

Busch, 1985 in Las Vegas geboren, bestritt in seiner 22. NASCAR-Saison aktuell die Rennen in der Startnummer 8 für Richard Childress Racing. Zuvor hatte er 15 Jahre lang die Startnummer 18 bei Joe Gibbs Racing mit seinem einzigartigen Charakter und kompromisslosem Fahrstil geprägt. Busch wurde nur 41 Jahre alt.

Die NASCAR veröffentlichte einen tief bewegenden Nachruf auf einen ihrer größten Stars:

„Unsere gesamte NASCAR-Familie ist untröstlich über den Verlust von Kyle Busch. Als zukünftiger Hall of Famer war Kyle ein Ausnahmetalent, wie es nur einmal in einer Generation vorkommt. Er war ein unerbittlicher Kämpfer, leidenschaftlich, immens talentiert, und der Sport sowie die Fans lagen ihm zutiefst am Herzen. In seiner mehr als zwei Jahrzehnte andauernden Karriere stellte Kyle Rekorde bei Siegen in den nationalen Serien auf, gewann Meisterschaften auf dem höchsten Niveau der NASCAR und förderte als Teambesitzer in der Truck Series die nächste Generation von Fahrern. Sein scharfer Verstand und sein Kampfgeist sorgten für eine tiefe emotionale Bindung zu Rennsportfans jeden Alters und schufen die stolze und loyale ‚Rowdy Nation‘.

Unsere Gedanken sind bei Samantha, Brexton und Lennix, Kyles und Samanthas Eltern, Kurt und der gesamten Familie, bei Richard und Judy Childress, allen bei Richard Childress Racing, seinen Teamkollegen, Freunden und Fans. Die NASCAR hat heute einen Giganten des Sports verloren – viel zu früh.“

Privat fand der Rennfahrer sein Glück an der Seite seiner Frau Samantha, mit der er seit Silvester 2010 verheiratet war, sowie als Vater seines elfjährigen Sohnes Brexton und seiner vierjährigen Tochter Lennix. Brexton ist durch seinen Vater bereits tief im Motorsport verwurzelt. Es war Kyles großes, erklärtes Ziel, eines Tages auf NASCAR-Ebene gegen seinen eigenen Sohn anzutreten.

Mit zwei NASCAR-Titeln (2015, 2019) und 63 Rennsiegen in der Cup Series hat sich Busch seinen Platz in der ewigen Bestenliste neben den größten Namen des Sports gesichert.

Zahlreiche Weggefährten und namhafte Persönlichkeiten der Szene drückten umgehend ihr Mitgefühl aus, darunter Joe Gibbs Racing, Dale Earnhardt Jr., Brad Keselowski, Connor Zilisch, Justin Marks, Rick Hendrick, John Hunter Nemechek und viele mehr.

Hendrick, mit dessen Team Busch einst in die NASCAR-Königsklasse eingestiegen war, nahm mit tief bewegenden Worten Abschied: „Dies ist ein unfassbar schmerzhafter Schock für uns alle und ein herzzerreißender Verlust für die NASCAR-Familie. Kyle war einer der talentiertesten Fahrer, die ich je gesehen habe, und ein Racer im wahrsten Sinne des Wortes. Er besaß ein Feuer und einen unbändigen Kampfgeist, der ihn zu wahrer Größe antrieb. Ich habe miterlebt, wie Kyle in diesem Sport erwachsen wurde, und ich habe unsere Freundschaft noch lange nach seiner aktiven Zeit in unserem Team zutiefst geschätzt. Doch so sehr er es auch liebte, einen Rennwagen zu steuern – nichts bereitete ihm größere Freude, als Ehemann und Vater zu sein und seinem eigenen Sohn bei dessen Rennen zuzusehen.“

Von Trackhouse Racing hieß es dazu: „Menschen wie Kyle waren die Inspiration dafür, dass ein Unternehmen wie Trackhouse überhaupt existiert. Die spektakulären Momente, die er uns allen bescherte, schürten nur den Wunsch, NASCAR zu einem noch größeren Teil unseres Lebens zu machen. Sein unauslöschlicher Fußabdruck in diesem Sport wird in zukünftigen Fahrergenerationen nachhallen, die davon träumen, es so zu machen, wie Kyle es tat.“

John Hunter Nemechek, der zwei Saisons für Buschs Truck-Team Kyle Busch Motorsports fuhr, fand besonders persönliche Worte: „Es ist schwer in Worte zu fassen, was Kyle Busch in meinem Leben und meiner Karriere für mich bedeutet hat. Schon als ich jung war, glaubte Kyle an mich, gab mir Chancen und spornte mich an, besser zu werden. Wir haben uns so viele harte Duelle geliefert, und er war immer jemand, auf den ich mich stützen konnte. Er war mehr als ein Mentor für mich. Er war ein langjähriger Freund und jemand, zu dem ich so viele Jahre aufgeschaut habe. Einige meiner schönsten Erinnerungen im Rennsport und im Leben verdanke ich ihm, und ich werde immer dankbar sein für den Einfluss, den er persönlich und beruflich auf mich hatte. Er war immer für mich da, egal unter welchen Umständen.“

Hamlin als langjähriger Teamkollege brachte den Verlust mit einem eindrucksvollen Vergleich auf den Punkt: „Wir haben unseren Kobe Bryant verloren. Heute trauern wir. Für immer werden wir uns erinnern. Ruhe in Frieden, Kyle.“ (weitere Statements)

Mit unglaublichen 234 Siegen in allen drei nationalen NASCAR-Serien hält Kyle Busch den absoluten Rekord in der Geschichte des Sports. Erst am vergangenen Freitag hatte er diese Bilanz beim Truck-Series-Rennen auf dem Dover Motor Speedway um einen weiteren Sieg ausgebaut. Auf die Frage, was diese Erfolge für ihn so besonders mache, antwortete er damals treffend und aus heutiger Sicht auf tragische Weise: „Weil man nie weiß, wann es der letzte ist.“

Die Familie bittet darum, ihre Privatsphäre in dieser schweren Zeit zu respektieren. Weitere offizielle Informationen sollen zu einem gegebenen Zeitpunkt folgen.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.