Was ist los in Indy? Qualifying-Krimi, Trainings-Crash und ein Wettlauf gegen die Zeit
Nach der Pole-Position von Alex Palou am Indianapolis Motor Speedway verunfallten drei IndyCar-Piloten im Montagstraining – Wegen Verletzungen bangt Alexander Rossi nun um seinen Start beim Indy 500
Am dritten Mai-Wochenende wurde die Grundlage für das „Greatest Spectacle of Racing“ auf dem Indianapolis Motor Speedway gelegt. In einem nervenaufreibenden Qualifying sicherte sich Alex Palou souverän die Pole-Position für das Indy 500 der IndyCar Series.
Mit seinem markanten, von Honda angetriebenen IndyCar erreichte er atemberaubende 373,765 km/h und setzte sich an die Spitze der Fast-Six. Hinter dem Spanier fuhren Alexander Rossi und David Malukas in die erste Startreihe. Die letzte Qualifying-Session für das legendäre Indy 500 wurde von Felix Rosenqvist, Santino Ferrucci und Pato O’Ward auf den Plätzen vier bis sechs komplettiert.
Für das wichtigste Event der IndyCar-Saison standen eigentlich nur noch Freie Trainings auf dem Plan. Allerdings forderte der Testdurchlauf am Montag gleich mehrere prominente Opfer unter den schnellsten Fahrern und setzt die Teams nun massiv unter Zugzwang.
Das Drama am Montag
Während der Montag-Session auf dem legendären Brickyard ereignete sich ein folgenschwerer Unfall, in den drei Wagen verwickelt waren – darunter zwei absolute Top-Piloten des Feldes. Beim Einfahren auf die Gegengerade verlor Rossi bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle und schlug hart in die Außenmauer von Kurve zwei ein. O’Ward reagierte sofort, versuchte dem Wrack auszuweichen und drehte sich dabei in den türkis-gelben ECR-Boliden. Als dritter Fahrer wurde Romain Grosjean in das Chaos verwickelt.
Dieses Drama löste in den Boxengassen massiven Druck aus und wirft existenzielle Fragen für das Rennen auf, wie es mit den Piloten weitergeht. Das größte Fragezeichen steht jedoch hinter Alexander Rossi. Der ECR-Pilot, der sich noch am Wochenende sensationell den zweiten Startplatz gesichert hatte, muss um seinen Start bangen.
Nach seinem schweren Einschlag unterzog er sich einer ambulanten Operation an einem Finger der linken Hand sowie am rechten Knöchel. IndyCar-Chefmedizinerin Dr. Julia Vaizer beschrieb ihn zwar als „wach, ansprechbar und guter Dinge“, doch die finale medizinische Freigabe für das Rennen am Sonntag steht noch aus. Seine Genesung wird nun engmaschig vom ärztlichen Team der IndyCar-Serie überwacht.

Was passiert mit Rossi?
Das erklärte Ziel des Indy-500-Siegers von 2016 ist es, rechtzeitig zum „Carb Day” am Freitag – der letzten Session vor dem Rennen – in seinem Ersatzauto auf die Strecke zurückzukehren.
Sollte Rossi nicht antreten können, würde die Rennserie eine Sondersession ansetzen, um einem Ersatzfahrer das obligatorische Auffrischungsprogramm zu ermöglichen. Mehrere Fahrer haben dem Team ECR bereits ihre Dienste angeboten.
Die wahrscheinlichsten Kandidaten stehen im Fahrerlager schon auf Abruf bereit: Callum Ilott, der die gesamte Saison 2025 für PREMA Racing bestritten hat, sowie der IndyCar-Rookie des Jahres 2024, Linus Lundqvist.

Druck auf die Teams
Unterdessen herrscht in den Garagen von Arrow McLaren und ECR enormer Zeitdruck. Beide Teams müssen bis zum nächsten Training komplett neue Ersatzautos für O’Ward und Rossi aufbauen. O’Wards Dallara-DW12-Chassis wurde bei dem Unfall stark beschädigt, um repariert zu werden. Ein Trostpflaster gibt es jedoch für den Mexikaner: Gemäß den IndyCar-Regeln darf er trotz des Fahrzeugwechsels seinen hart erkämpften sechsten Startplatz behalten.
Am glimpflichsten kam Romain Grosjean davon. Sein Team Dale Coyne Racing muss kein neues Auto vorbereiten. Obwohl Getriebe und andere Heckteile bei der Kollision zerstört wurden, reparierte das Team diese bereits kurz nach dem Zwischenfall.

Am lautesten tickt die Uhr momentan für Rossi. Während O’Ward und Grosjean vom medizinischen Team bereits für weitere Einsätze freigegeben wurden, muss der ECR-Pilot noch hoffen, dass sein Start beim Indy 500 anno 2026 nicht ausfällt.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.









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