Denny Hamlin räumt eine Million US-Dollar im All-Star-Rennen von Dover ab
Denny Hamlin gewann das erste All-Star-Rennen der NASCAR-Geschichte, das auf dem Dover International Speedway ausgetragen wurde – Die Million Preisgeld geht an seine Mutter
Das All-Star-Rennen wurde für die NASCAR-Saison 2026 stark reformiert: Erstmals wurde auf dem Dover International Speedway gefahren, es gab kein Open-Qualifikationsrennen und alle 36 Charter-Teams waren zu Beginn des Events mit dabei, während zehn Teams vor dem Finale über 200 Runden die Koffer packen mussten. Sieger der Schlacht um eine Million US-Dollar war am Ende Denny Hamlin in seinem Joe-Gibbs-Toyota.
Das Event wurde in drei Segmente oder sogar einzelne Rennen aufgeteilt: Ein Sprint über 75 Runden, dessen Startreihenfolge auf Basis des Qualifyings inklusive Boxenstopp-Challenge festgelegt wurde. Im zweiten Sprint über 75 Runden wurden die Top 26 nach Zieleinfahrt in Stage 1 umgekehrt.
Chaos, Kämpfe, Unterhaltung
Für das Finale über 200 Runden mit Competition-Caution in Runde 75 qualifizierten sich 26 der 36 Charter-Teams. 19 Fahrer waren aufgrund ihrer Rennsiege im Jahr 2026 sowie 2025, ihrer Cup-Titel oder All-Star-Rennsiege gesetzt. Ein Platz wurde über den Fanvote vergeben, weshalb sechs Teams über die kombinierten Ergebnisse der ersten beiden Segmente ins Finale rückten.
Dieses neue Format sorgte für Chaos, Zweikämpfe und ein munteres Renngeschehen. In Runde zwei krachte es sofort, als Ryan Preece und Kyle Larson Todd Gilliland in die Mangel nahmen. Es folgte ein heftiger Einschlag von Preece in seinem #60 RFK-Ford, weshalb sogar das Heck, wo der Tank lokalisiert ist, anfing zu brennen. Mehrere Stars, darunter Larson, aber auch Chase Elliott und Ryan Blaney wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Danach wurde es ruhiger, ehe es kurz vor Schluss wieder krachte. Der Stage-Sieger in Segment 1 war Bubba Wallace im Toyota von 23XI Racing. Im zweiten Segment erwischte es dann auch Brad Keselowski, der ebenfalls in einen Massencrash auf dem engen Ein-Meilen-Oval verwickelt wurde. Im Laufe des zweiten Segments fiel Connor Zilisch in aussichtsreicher Position wegen einer Strafe zurück, da zu viele Crewmember an seinem Auto gearbeitet hatten. Der Stage-Sieg ging an Tyler Reddick.
Hamlin überzeugt auf dem Longrun
Dann begann das Hauptrennen über 200 Runden, das Toyota dominierte. Hamlin sammelte 103 Führungsrunden, sein Gibbs-Teamkollege Chase Briscoe kam auf 61 Runden an der Spitze. Hamlin hatte, und das war früh zu erkennen, das beste Longrun-Auto, was am Ende auch den Unterschied machte. 29 Runden vor Schluss übernahm er Platz eins, den er nicht mehr abgab.

Hamlin kassierte die eine Million Dollar Preisgeld, dahinter kamen Briscoe, ein starker Erik Jones, Austin Dillon, Connor Zilisch nach einer starken Aufholjagd, Austin Cindric, William Byron, Michael McDowell, Alex Bowman und Brad Keselowski in den Top 10 ins Ziel.
„Es macht es viel einfacher, wenn man ein so schnelles Auto hat. Hut ab vor diesem gesamten Team“, so Hamlin nach dem Sieg. „Wir streben danach, die Nummer eins zu sein, und das haben wir heute geschafft. Ich wusste einfach, dass der entscheidende Faktor für uns die Longruns waren und offensichtlich die Fähigkeit, zu überholen.“ Zum Preisgeld sagt er: „Ich werde es wahrscheinlich Mama geben.“
Das sagen die geschlagenen Konkurrenten
Chase Briscoe sagt: „Wir hatten offensichtlich ein wirklich schnelles Auto und ich bin einfach stolz auf unsere Truppe. Ich habe im Training die Mauer erwischt und wir haben im Grunde das gesamte Auto neu aufgebaut. Dass sie also in der Lage waren, das Auto wieder so hinzubekommen, dass es konkurrenzfähig ist, sagt viel über die Jungs aus. Es war ein guter Tag.“
„Ich wünschte, es wäre ein Punkte-Rennen gewesen, weil wir die Punkte definitiv dringend brauchen“, so der Toyota-Fahrer weiter. „Aber es war ein hart umkämpfter Tag. Ich hatte am Ende eine Chance auf eine Million Dollar, und mehr kann man sich nicht wünschen.“
Youngster Zilisch, der mit seiner Aufholjagd überzeugte, sagt: „Es hätte viel gebraucht, um die #11 und die #19 zu schlagen; die beiden waren wirklich gut. Unabhängig davon war es ein wirklich guter Tag für Trackhouse und unser #88er-Team. Wir brauchten einen Tag wie diesen, an dem wir das Tempo hatten, um vorne mitzufahren. Es war bisher ein langes Jahr, und solche Momente der Hoffnung tun sicherlich gut.“
„Es war cool, zur Abwechslung mal in der Offensive zu sein, gute Restarts zu haben und sich nicht wie ein Fisch auf dem Trockenen zu fühlen“, so Zilisch, der in den Punkterängen bisher selten glänzen konnte – auch weil Trackhouse als gesamtes Team aktuell in einer kleinen Krise steckt, wenn Shane van Gisbergen nicht gerade ein Rundkurs-Rennen gewinnt.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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