Seit dem Auftakt verletzt: Mick Schumacher hat damit „noch immer zu kämpfen“

Seit dem Auftakt verletzt: Mick Schumacher hat damit „noch immer zu kämpfen“
Foto: Penske Entertainment: Joe Skibinski

Der Unfall von Mick Schumacher beim Auftakt der IndyCar-Saison 2026 in St. Petersburg hat Monate später noch immer Folgen für den Deutschen – Er kämpft bis heute mit einer Verletzung am Handgelenk

Mick Schumacher hat mit den Tücken der IndyCar-Serie bereits schmerzhafte Bekanntschaft gemacht. Seit der Startkollision beim Saisonauftakt in St. Petersburg kämpft der Deutsche mit einer Verletzung am linken Handgelenk, die er sich bei dem von Sting Ray Robb ausgelösten Chaos zugezogen hat. Trotz eines abgebrochenen Knochenstücks beißt Schumacher die Zähne zusammen und plant den notwendigen operativen Eingriff erst nach dem Saisonfinale, um seinen engen Terminkalender in den USA nicht zu gefährden.

Der Einschlag in Kurve 4 des Stadtkurses in Florida hatte weitreichendere Folgen, als das nackte Rennergebnis zunächst vermuten ließ. „Leider ist mir in St. Pete nach dem Unfall ein Stück im Handgelenk abgebrochen, womit ich noch immer zu kämpfen habe“, gestand Schumacher gegenüber Sky. Das Einlenken in die brachialen Boliden ohne Servolenkung wird für den 25-Jährigen damit zur Qual.

Die physische Belastung im Cockpit ist ohnehin am Limit, doch mit dem lädierten Gelenk verschärft sich die Situation bei jedem Stint. Schumacher erklärte die aktuelle Problematik: „Das heißt, eigentlich komme ich aus dem Auto raus und habe Schmerzen, was natürlich suboptimal ist. Ich muss im Moment mit der rechten Hand ein bisschen mehr machen.“

Verletzungen dieser Art sind in der IndyCar-Welt ein berüchtigter Klassiker, dem schon weitaus erfahrenere Piloten zum Opfer fielen. Da die ungefilterten Kräfte eines Aufpralls ohne Servolenkung direkt in das Lenkrad und damit in die Handgelenke der Fahrer schlagen, ist der sogenannte Kickback-Effekt gefürchtet. Mick Schumachers heutiger Coach Ryan Briscoe kann davon ein trauriges Lied singen, da eine ähnliche Fraktur im Jahr 2013 seine Karriere nachhaltig beeinflusste.

Trotz der körperlichen Einschränkung und einer bisher mageren Punkteausbeute bleibt die Stimmung im Lager des Deutschen überraschend positiv. Während die nackten Zahlen mit den Plätzen 18, 22, 24 und 17 noch viel Luft nach oben lassen, wird Schumachers Arbeit im Fahrerlager wohlwollend registriert. Besonders das frühe Qualifying-Highlight mit Startplatz vier in Phoenix untermauerte das Potenzial, das in der Kombination steckt.

Schumacher selbst schirmt sich von der öffentlichen Erwartungshaltung in Europa bewusst ab und genießt die amerikanische Herangehensweise. „Im Fahrerlager kam es relativ gut an, was wir bislang gemacht haben – was ich zu Anfang sogar ein bisschen seltsam fand“, gab er offen zu. Die befürchtete Kritik blieb aus, stattdessen erfährt er Unterstützung für seinen Lernprozess in der neuen Umgebung.

Der Fokus liegt für ihn nun auf der persönlichen Entwicklung und der Integration in sein Team, das ihn trotz der Rückschläge stützt. Er empfindet es als Privileg, Fehler machen zu dürfen, solange die Richtung stimmt. „Das Gefühl, wirklich ein Team hinter sich zu haben, das einen pusht, ist sehr speziell und angenehm“, betonte Schumacher mit Blick auf die kommenden Aufgaben.

Bevor die Saison im Mai mit dem legendären Indianapolis 500 ihren emotionalen Höhepunkt erreicht, steht zunächst der Grand Prix auf dem Infield-Kurs des Brickyard an. Für Schumacher ist dies bekanntes Terrain, da er dort bereits im vergangenen Oktober Testrunden drehen konnte. Erst wenn die Motoren im Herbst verstummen, wird der Weg für den Chirurgen frei, um das Handgelenk für die Zukunft wieder stabil zusammenzufügen.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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