So spektakulär war das Autospeedway-Saisonfinale auf dem Raceway Venray

So spektakulär war das Autospeedway-Saisonfinale auf dem Raceway Venray
Foto: Detlef Neumann / Rennsport-Fotos.de

Packende Zweikämpfe, überraschende Ergebnisse und wechselhaftes Wetter prägten das Saisonfinale in Venray – Das sind die Gewinner der letzten Ovalrennen

Der Höhepunkt des finalen Renntages der Autospeedway-Saison 2026 auf dem Raceway Venray war gleich zum Beginn der Gold Cup der F2-Junioren. Titelverteidiger Djano Netten fuhr ein starkes Rennen, wurde jedoch durch Sam Roeffen arg in Bedrängnis gebracht, der auch zeitweilig die Führung inne hatte. 

Letztendlich gelang es Netten dennoch, die Nase vorn zu haben und Roeffen auf den zweiten Platz zu verweisen. Dritter wurde  Nico van der Veen ganz knapp vor Dani Keijzer. Die F2-Junioren boten ein weiteres Highlight, denn nach dem Fight zwischen Netten und Rouffen wurde eine Revanche erwartet. 

Foto: Detlef Neumann / Rennsport-Fotos.de

Es kam jedoch völlig anders: Die Nummer 17 betrat die Bühne. Teis Fischer, der Debütant im Stockcar F2, wurde sichtbar. Zwar war er bereits zweimal bei den Ministox in Venray und wurde dieses Jahr beim Worldcup 18. aber im Stockcaf F2 war diesmal eine Premiere für den jungen Nachwuchsfahrer – und was für eine.

Schon im Freien Training deutete Fischer sein Potenzial an. Beim Gold Cup musste er wegen seiner wenigen Qualifikationseinsätze am Ende des Starterfeldes ins Rennen gehen und beendete das Rennen trotz Problemen mit der Fahrzeugabstimmung auf dem 12. Platz. 

Nach Änderungen am Setup in der Pause zeigte sich ein völlig anderes Bild: Fischer gewann beide regulären Wertungsläufe und auch das Finale um die Van-der-Poel-Trophy. Drei Starts, drei Siege – eine eindrucksvolle Vorstellung bei seinem ersten F2-Renntag in Venray.  Die Nummer 17 wird man zukünftig bei den F2 Junioren auf der Rechnung haben.

Foto: Detlef Neumann / Rennsport-Fotos.de

Die Saloon Stockcars boten wieder Action pur. Im Whites-Yellows -Championship-Finale startete Mario Kilkens aus der Pole-Position. Er führte das Rennen an, verlor aber die Führung nach einem Dreher. Danach setzten sich Maikel Maas und Jamie Renders an die Spitze und lieferten sich ein heftiges Duell. Mit einem Last-Bender sicherte sich Maas den Titel vor Renders und Barend Terpstra, der jedoch zu weit von der Spitze entfernt war, um in das Finale eingreifen zu können.

Das reguläre Rennen der Saloon Cars über zwei Läufe und das Finale war teilweise durch den einsetzenden Regen mit schwierigen Bedingungen verbunden. Im ersten Lauf gewann Maas vor Bas Haagen. Den Zweiten Lauf verbuchte Terpstar vor Renders für sich. Im Finale schlug dann die Stunde von Nick Antwerpen. Zwar führte Robin Oosterlinck fast die Hälfte des Rennens aber er wurde in Runde 11 von Antwerpen durch einen Schubser gedreht und verlor dadurch gleich mehrere Positionen. 

An der Spitze war der Weg frei für Antwerpen, der dann mit gutem Vorsprung sicher das Finale vor Haje Snijder für sich entschied. Damit war auch in der Endabrechnung des Tages klar, dass World-Cup-Sieger Antwerpen den Tagessieg mit nach Hause nimmt. Zweiter wurde Haagen und das Treppchen rundete Terpstra auf Platz drei ab. Leider musste aus Zeitgründen das geplante Monteursrennen ausfallen. 

Trotzdem war es wieder eine beeindruckende Vorstellung der Vollkontaktklasse. Eine gute Nachricht noch aus dem Lager der Saloon Stockcars: Sven Slebioda, der in Posterholt schwer verunglückte, war auf den Zuschauerrängen wieder in der Rennszene dabei. Es bleibt zu hoffen, dass er trotz der schweren Verletzungen zukünftig wieder in ein Cockpit zurückkehren kann.

Foto: Detlef Neumann / Rennsport-Fotos.de

Die Stockcar F1 waren diesmal in britischer Hand. Finn Sargent war an diesem Tag eine Klasse für sich. Er gewann drei Läufe und das Piet-Keijzer-Memorial zum Finale. Der Hintergrund zum Rennen: Piet Keijzer verstarb am 21.8.2005 durch einen tragischen Unfall auf der alten Bahn in Venray. Dieses Rennen wird in Gedenken an ihn traditionell zum Saisonfinale in Venray ausgefahren. 

Der souveräne Sieger des Memorials war Sargent, der auch klar den Tagessieg für sich verbuchte. Mit Charlie Guinchard auf dem zweiten Platz in der Tageswertung folgte ein weiterer Brite. Die Ehre der Niederländer retteten Ron Kroonder mit dem Sieg im zweiten Lauf und seinem dritten Platz in der Tageswertung sowie Peter van den Bosch mit seinem Sieg im vierten Lauf des Renntages.

Foto: Detlef Neumann / Rennsport-Fotos.de

Ein ähnliches Bild der Überlegenheit gab es bei den Stockcar F2, aber diesmal ganz in der Hand der Niederländer. Thijs Stevens gewann die drei Vorläufe sowie das Finale und damit auch unangefochten die Tageswertung. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Andy van’t Veer und Sebastian Vowinkel. Frank Wouters, der in einen heftigen Crash verwickelt war, ist laut Informationen von Leadlap.de auf dem Weg der Besserung.

Mit diesem Renntag ging eine spannende Saison auf dem schnellen Oval in Venray zu Ende, aber jedes Ende ist ein neuer Anfang und der Zeitplan für das kommende Jahr mit packenden Rennen im kleinen und großen Oval liegt bereits vor. Hier gibt es den Kalender für die Saison 2027. Noch 129 Tage (Stand: 29. Oktober 2026), dann geht es wieder rund auf dem Raceway in Venray.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Dann lass doch gerne einen Kaffee da – oder einen winzigen monatlichen Beitrag. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.

Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal

(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)

Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite | + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

Detlef Neumann und André Wiegold