Autospeedway-Finale 2026 in Posterholt: Siege, Titel und emotionale Abschiede

Autospeedway-Finale 2026 in Posterholt: Siege, Titel und emotionale Abschiede
Foto: Detlef Neumann / Rennsport-Fotos.de

Packende Zweikämpfe, triumphale Siege und emotionale Abschiede prägten das große Saisonfinale auf dem Ovalkurs in Posterholt – Für die Fans und Aktiven wurde das rennreiche Wochenende zu einem echten Fest voller Gänsehaut-Momente

Zum Jahresabschluss gab es auf dem kleinen Ovalkurs in Posterholt noch einmal ein volles Programm. Zwei Renntage, zahlreiche Entscheidungen und mit rund 90 Bangerstox eine Menge zusätzlicher Action. Am Ende blieben nicht nur die Sieger in Erinnerung – es war auch ein Wochenende des Abschieds.

Bei den BriSCA F2 lieferte Laura Vervuurt am Samstag eine starke Vorstellung. Die schnelle Niederländerin gewann die ersten beiden Läufe sowie das Grand National vor Wesley Leenhouts. Im Tagesfinale schlug dann die Stunde von Jan Bekkers. Der Belgier gewann eindrucksvoll vor Dwayn Rozema und sicherte sich damit den Tagessieg.

Am Sonntag war es erneut Bekkers, der eine Klasse für sich war. Schon im ersten Lauf zeigte der belgische Routinier der Konkurrenz das Heck. Im zweiten Durchgang rettete sich Dwayn Rozema zwar mit knappem Vorsprung ins Ziel, doch im Finale ließ Bekkers nichts mehr anbrennen. Souverän gewann er den Lauf und damit auch die Tageswertung. Beim abschließenden Grand National hatte schließlich Dwayn Rozema die Nase vorn, und Wesley Leenhouts stand als Champion in der Bahnwertung 2026 fest.

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Aus deutscher Sicht verlief das Stockcar-F2-Wochenende dagegen nicht so erfolgreich. Jamie Lee Hoeboer kam am Samstag über zwei fünfte Plätze nicht hinaus. Am Sonntag folgte auf Rang neun im ersten Lauf nach einem Schubser in der Kurve das vorzeitige Aus im zweiten Durchgang. Nach einer recht erfolgreich begonnenen Saison war das letzte Wochenende in Posterholt damit ein kleiner Dämpfer für den deutschen Nachwuchsfahrer.

Es gab aber auch Lichtblicke aus deutscher Sicht. In der Klasse der 2l-Hotrods holte Niklas Klaka am Samstag den Tagessieg und gewann außerdem den Continental Cup. Damit setzte er den Schlusspunkt unter eine erfolgreiche Saison: Mit Platz zwei in der National Championship, Platz zwei in der Bahnmeisterschaft von Ter Apel und Rang drei in der National Points Championship ein großartiges Ergebnis – nachdem die Saison ohne große Ziele begonnen worden war.

Die National Championship ging an Marius Bert, der am Sonntag Zweiter der Tageswertung wurde. Den Tagessieg holte sich Sven van Lier, der mit seinem Erfolg im Finale hauchdünn den entscheidenden Punkt einfuhr, denn am Ende trennte beide nur dieser eine Punkt im Ergebnis.

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Bei schönstem Wetter gingen am Sonntag auch die National Hotrods bei besten Bedingungen ins Rennen. Pieter van Logten war eine Klasse für sich. Er gewann alle drei Läufe vor einem stark fahrenden Jeroen Kurvers. Kurvers glänzte zwar in sämtlichen Durchgängen mit der schnellsten Rundenzeit, musste sich am Ende jedoch jeweils mit Rang zwei zufriedengeben.

Das sportliche Ergebnis rückte an diesem Tag etwas in den Hintergrund, denn eine Stockcar-Legende verabschiedete sich aus dem Cockpit.

Erik Roeffen, der „Left-Hander“, beendete in Posterholt seine aktive Laufbahn. Roeffen verlor bei einem Unfall seinen rechten Arm – und fuhr trotzdem weiter Rennen. Nur mit dem linken Arm bestritt er erfolgreich seine Läufe bei den National Hotrods und erhielt so seinen bekannten Spitznamen „Left-Hander“.

Bei seinem letzten Auftritt zeigte er noch einmal, warum er über viele Jahre erfolgreich zur Szene gehörte. Mit einem zweiten Platz im ersten Lauf und Rang drei im Finale verabschiedete sich Roeffen von seinen Fans. Der mehrmalige NHRRG-Champion und Worldcup-Gewinner steigt zwar aus dem Cockpit, bleibt der Rennszene jedoch erhalten. Mit seiner Erfahrung wird er zukünftig weiter Teil des Longhorn-Racing-Teams sein – nur eben nicht mehr aktiv als Rennfahrer.

Es sollte nicht der einzige Abschied des Wochenendes sein.

Nach dem Finallauf der Stockrods wurde Frans Clement im Kreis aller Teilnehmer verabschiedet. Jessy Rozema würdigte ihn mit einer emotionalen Rede. Danach chauffierte Jessy Frans noch eine letzte Runde durch das Oval.

Es waren diese Momente, die dem Saisonfinale in Posterholt ihren besonderen Charakter gaben und durch die der Rennverlauf für einige Momente zur Nebensache wurde.

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Sportlich war die Stockrod-Meisterschaft bereits entschieden. Jori Tielemans stand schon seit dem vorletzten Renntag als Champion fest, sodass diesmal im Finale andere ins Rampenlicht rückten.

Am Samstag reichte Thibault Capron die bessere Punkteausbeute für den Tagessieg, obwohl er keinen Lauf gewinnen konnte. Am Sonntag gelang Sjoerd Gehlen das Gleiche. Edwin Meuwissen wurde Zweiter, und eine sehr stark fahrende Jessy Rozema stand zum Tagesende auf Rang drei.

Überhaupt präsentierten sich die Stockrod-Ladies beim Finale ausgesprochen stark. Zwei Laufsiege und drei weitere Podiumsplätze in sechs Rennen sind ein beachtliches Ergebnis. Das zeigt, dass die schnellen Frauen ihren männlichen Konkurrenten auf dem Oval in nichts nachstehen.

Nach der Ergebnisvielfalt bei den Stockrods bot sich bei den Sprint 1300 ein völlig anderes Bild. Hier gab es an diesem Wochenende praktisch nur einen Namen an der Spitze: Tonny van Draanen. Er gewann sämtliche Läufe. Nach diesem Finale war klar: Die Nummer 31 war an diesem Wochenende das Maß der Dinge.

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Bei den Ministox gehörte das letzte Wochenende diesmal nicht Djeven van Eck. Am Sonntag ging der Tagessieg knapp, aber verdient an Stef van Moorsel.

Für den jungen deutschen Nachwuchsfahrer Elias Scharwat verlief das letzte Wochenende bei den Ministox zwar nicht ganz erfolgreich, doch für ihn beginnt schon bald ein neues Rennsport-Kapitel. In der kommenden Saison steigt er in die Klasse der schnellen 2l-Hotrods auf. Ein großer Schritt, der den jungen Rennfahrer vor neue Herausforderungen stellen wird.

Für besonders viel Action auf und neben der Strecke sorgten an diesem Wochenende die Bangerstox. Rund 90 Autos, aufgeteilt in zwei Gruppen, gingen an den Start. Nach jeweils drei Läufen am Samstag und Sonntag traten die besten 40 zum großen Finale am Sonntagnachmittag an.

Dort wurde geschoben, gedrängelt und um jeden Meter auf der Piste gekämpft. Erstaunlich war, dass trotz des vermeintlichen Rennchaos bei den Bangers die Favoriten am Ende doch wieder die Nase vorn hatten. Mit Kevin Oonk stand wieder ein bekanntes Gesicht ganz oben auf dem Podest. Der Deutsche Tom Korneli hatte im Finale zwar etwas Pech, sicherte sich in der Gesamtwertung aber noch einen starken dritten Platz.

Damit fiel der Vorhang über die Stockcar-Saison in Posterholt. Ein Wochenende mit klaren Siegern, aber auch einigen überraschenden Ergebnissen und reichlich Bangerstox-Action, das besonders viele Zuschauer erfreute, die eigens für dieses Spektakel angereist waren.

Die Tagesergebnisse werden vielleicht irgendwann verblassen, aber die beiden Abschiede bleiben bei den Beteiligten und Fans ganz sicher in Erinnerung. So war das Saisonfinale ein ganz besonderes Wochenende und wird bei vielen im Gedächtnis bleiben.

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Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

Detlef Neumann und André Wiegold