Zane Smith vs. Carson Hocevar: Eine einseitige Fehde?
Carson Hocevar und Zane Smith werden keine Freunde mehr, das steht nach der jüngsten Eskalation in Phoenix fest – Laut Hocevar treibt jedoch einzig Smith diese Rivalität aktiv voran
Zane Smith kann Carson Hocevar nicht ausstehen – daraus macht der Front-Row-Pilot keinen Hehl. In Phoenix, noch vor dem Rennen in Talladega, fuhr er mit seinem Ford nach dem Zieleinlauf ins Heck des Spire-Chevrolets und setzte damit ein unmissverständliches Zeichen. Laut Hocevar wird dieser Zwist allerdings nur einseitig gepflegt: Er selbst kümmere sich überhaupt nicht darum, was sein Kontrahent über ihn denke oder tue.
Die Vorgeschichte ist lang: Smith wetterte die gesamte Saison über verbal gegen den Youngster und setzte sowohl in Chicagoland als auch in Phoenix klare Nadelstiche, indem er das Spire-Fahrzeug demolierte. Der Front-Row-Pilot musste nach dem Vorfall auf dem in Arizona bereits eine Strafe in Höhe von 50.000 US-Dollar zahlen, da er von NASCAR zuvor verwarnt worden war.
In Phoenix krachte Smith unmittelbar nach dem Fallen der Zielflagge ins Heck von Hocevar. Der Auslöser: Ross Chastain hatte Hocevar in Turn 3 einen Schubser verpasst, woraufhin der Spire-Chevy ins Rutschen geriet und sowohl Smith als auch Josh Berry abräumte. Damit war ein Top-10-Ergebnis für alle Beteiligten Geschichte. Obwohl das Rennen in Phoenix bereits einige Zeit zurückliegt, bezog Hocevar nun Stellung dazu, wie er mit der Situation umgeht.

Zum Vorfall in Phoenix sagte er nach dem Talladega-Rennen: „Für mich kam das einfach völlig unerwartet. Ich sah mich um, blickte wohl gerade nach unten und dann knallte es. Mein erster Gedanke war: ‚Oh Scheiße, wem bin ich da gerade reingefahren?‘, weil ich dachte, vor mir hätte jemand angehalten. Dann sah ich nach vorne und da war niemand.“
„Ich schaute nach hinten und dachte: ‚Ich wurde gerammt.‘ Ich dachte, na ja, gut, denn ich erinnere mich an Martinsville mit Austin Dillon, als wir mit Schrittgeschwindigkeit in die Boxengasse fuhren, meine Kühlbox kaputt war, nur heiße Luft blies und unser Rennen furchtbar lief. Ich wollte mir damals nur so schnell wie möglich den Helm ausziehen, alle bremsten ab oder jemand lief vor ihm her, er stoppte im letzten Moment und ich fuhr ihm hinten rein.“
„Ich dachte nur: ‚Mist.‘ Ich ging also davon aus, dass mir irgendwie wieder so etwas passiert war. Aber nein, ich meine, es war definitiv ein harter Schlag. Aber vor allem die Tatsache, dass es für mich völlig unerwartet kam. Ja, mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.“
Angesprochen auf die Fehde antwortete Hocevar kurz, trocken und unmissverständlich: „Das scheint mir ein bisschen ziemlich einseitig zu sein. Es kümmert mich nicht wirklich. Es ist mir egal.“ Smith schürt die Auseinandersetzung aktiv, Hocevar wiegelt ab. Der anstehende Short-Track in Martinsville scheint wie gemacht dafür, dass der Streit in die nächste Runde geht – selbst wenn Hocevar sich weiterhin so gibt, als würde er unbeteiligt in seiner Ringecke verharren.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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