Rache von Jordan O’Brian: Spektakulärer V8GP-Sieg in der NASCAR Euro Series in Most

Rache von Jordan O’Brian: Spektakulärer V8GP-Sieg in der NASCAR Euro Series in Most
Foto: Michael Großgarten / Leadlap.de

Jordan O’Brian gewann in Most das Rennen der NASCAR Euro Series mit fehlender Seitenverkleidung – Der US-Amerikaner nahm damit nach seinem bitteren Fehler im Vorjahr erfolgreich Revanche

Im vergangenen Jahr verlor Jordan O’Brian den OPEN-Sieg in der NASCAR Euro Series aufgrund eines Restart-Vergehens noch schweren Herzens. In diesem Jahr nahm sportliche Rache und sicherte sich den Triumph in Most. Mit seiner neongelben Startnummer 50 – der die komplette rechte Seitenverkleidung fehlte – fuhr der US-Amerikaner in der Tschechischen Republik unaufhaltsam auf Platz eins.

„Ihr kennt ja die Geschichte vom vergangenen Jahr. Dieser Ort hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen“, erklärte der Hendriks-Pilot. „Ironischerweise können wir jetzt, wo ich das Ganze wieder ausgebügelt habe, offen sagen: Ich habe damals beim Restart einfach einen Fehler gemacht und es mir selbst verbaut.“

„Der Protest, der damals zur Strafe führte, kam ausgerechnet von meinem heutigen Team – die schuldeten mir also noch was!“, fügte er mit einem Augenzwinkern in Richtung seiner Mannschaft hinzu. „Aber jetzt haben wir uns den Sieg zurückgeholt. Es gibt nicht viel mehr zu sagen, außer dass wir es endlich geschafft haben.“

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Eine reine Routinefahrt war das Rennen für O’Brian allerdings nicht. In der Anfangsphase wehrte er die Angriffe von PK-Carsport-Pilot Thomas Krasonis souverän ab, bevor sich der Grieche in der ersten Kurve verbremste. Um sich keinen unerlaubten Vorteil zu verschaffen, hielt Krasonis regeltreu kurz an und verlor dadurch mehrere Positionen.

Obwohl O’Brian ab diesem Moment einen soliden Vorsprung genoss, hörte er am Steuer der Startnummer 50 nicht auf zu pushen und fuhr dem Feld um rund fünf Sekunden davon.

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„Wenn du im Auto sitzt, machst du dir keine Gedanken über das große Ganze“, erklärte der US-Amerikaner auf die Frage, ob er nun die Meisterschaft im Blick habe. „Du denkst nur darüber nach, so wenig Fehler wie möglich zu machen und das Delta einigermaßen konstant zu halten.“

Hinter ihm beendete Alumitec-Pilot Gianmarco Ercoli das Rennen auf Rang zwei, gefolgt von Krasonis, der sich in der vorletzten Kurve noch einmal hart gegen Vittorio Ghirelli verteidigen musste. Die Top 5 komplettierte Lokalmatador Martin Doubek, der drei Runden vor Schluss aufgrund eines Tire-Rubs den Kampf um das Podium aufgeben musste.

Auch wenn Krasonis für den Meisterschaftskampf satte 34 Zähler gutgeschrieben bekam, überwog bei ihm die Frustration: „Wir haben zwar die Punkte geholt, aber wir hätten den Sieg heute wirklich packen können. Jetzt wird Alon [Day] mich mit Sicherheit umbringen, weil ich ein Idiot bin“, ärgerte sich der Grieche.

Bereits nach dem Qualifying, in dem er sich die Pole-Position gesichert hatte, erwähnte er seinen Mentor Day, der ihn scherzhaft als „Super-Schnecke“ bezeichnet hatte.

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„Es geht komplett auf meine Kappe. Ich muss mich beim Team entschuldigen, weil ich das Resultat heute völlig zerstört habe“, ging der PK-Carsport-Pilot hart mit sich selbst ins Gericht. „Wir hatten zum ersten Mal seit Langem eine so gute Pace im Auto und haben es ganz nach vorne geschafft. Danke an mein Team für diesen Rennwagen – und Entschuldigung, dass ich es nicht ins Ziel gebracht habe. Danke auch an Coach Alon Day: Bitte bring mich nicht um!“

„Morgen ist ein neuer Tag. Wir starten im Vorderfeld, haben definitiv die Race-Pace und werden erneut vorn mitspielen.“

Für den kommenden Lauf setzte O’Brian direkt ein weiteres Ausrufezeichen und sicherte sich mit der zweitschnellsten Rundenzeit einen Platz in der ersten Startreihe. Die Pole-Position ging jedoch an Thomas Toffel. Der Schweizer startete aufgrund eines technischen Defekts zwar nicht regulär mit dem Feld ins Rennen, sondern fuhr erst später auf die Strecke – sicherte sich aber dennoch die Spitzenposition mit einer starken Rundenzeit von 1:39.971.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.