Zwei Siege in Serie: Carson Kvapil stürmt zum Overtime-Krimi-Sieg in Iowa
Carson Kvapil befindet sich im Siegesrausch: Nach seinem Premierenerfolg auf dem Indianapolis Motor Speedway legte der Pilot von JR Motorsports auf dem Iowa Speedway direkt nach
Der Bann ist endgültig gebrochen. Carson Kvapil gewann am Samstagabend das Rennen der NASCAR O’Reilly Auto Parts Series auf dem Iowa Speedway und feierte damit seinen zweiten Sieg in Folge. Auf dem 0,875-Meilen-Oval setzte sich der Pilot von JR Motorsports nach 260 Runden – zehn Runden mehr als geplant – in einer turbulenten Schlussphase mit zwei Overtimes gegen Rajah Caruth und William Sawalich durch.
Nachdem der Fahrer des Chevrolet mit der Startnummer 1 in seinen ersten 63 Starts in der Serie sieglos geblieben war, hat er sich pünktlich vor dem Ende der regulären Saison als echter Titelkandidat etabliert. Vor dem Saisonfinale auf dem Daytona International Speedway rangiert Kvapil auf dem zweiten Tabellenplatz mit 28 Punkten Vorsprung auf den Fünftplatzierten Sheldon Creed.
„Ich wusste, dass wir ein wirklich schnelles Auto hatten“, erklärte Kvapil mit Blick auf die entscheidende Phase nach der zwölften Gelbphase des Tages, die den Rennrekord egalisierte. „Ich wusste, dass die Startnummer 7 auf frischeren Reifen unterwegs war, das war meine größte Sorge an dieser Stelle. Aber es hat alles geklappt, wir hatten den Restart, den wir brauchten, und haben den Sieg geholt.“
Eigentlich sah alles nach einem Triumph für Ross Chastain aus, doch ein Dreher von Jeb Burton in Turn 2 rief die elfte Caution auf den Plan und erzwang die Verlängerung. Kvapil gab offen zu, dass der Führende ohne die Gelbphase wohl kaum einzuholen gewesen wäre. „Ich denke, die Nummer 9 hätte es wahrscheinlich geschafft, bevor die Gelbphase am Ende kam“, analysierte der Sieger fair. „Wir waren zwar schnell unterwegs und holten auf ihn auf, aber wir hatten einfach nicht genug, um die Lücke komplett zu schließen.“
Die Entscheidung fiel beim vorletzten Restart auf Runde 252. Chastain erwischte auf der oberen Spur keinen guten Launch und drehte die Räder durch, woraufhin Kvapil innen vorbeizog. Dahinter geriet das Feld in Aufruhr: Brent Crews rutschte in die Wand und nahm Polesetter Ryan Sieg sowie den stark fahrenden Justin Allgaier mit ins Verderben. Ein Unfall von acht Fahrzeugen eliminierte auf einen Schlag mehrere Siegkandidaten.
Beim finalen Restart auf Runde 259 nutzte Rajah Caruth die Außenbahn geschickt aus, um sich noch auf den zweiten Rang vorzuschieben. Hinter Sawalich komplettierten Chastain und Creed die Top 5. Mit Kvapil, Caruth und Chastain landeten drei Fahrzeuge von JR Motorsports in den Top 4 – das 80. Rennen in Folge, bei dem mindestens ein JRM-Pilot in den Top 10 ins Ziel kam, was einen neuen Serienrekord darstellt.
Das Rennen wirbelte auch den Kampf um die letzten Chase-Plätze gehörig durcheinander. Crews und Sawalich liegen vor dem Showdown in Daytona punktgleich auf den letzten beiden Chase-Rängen, während Joe-Gibbs-Racing-Teamkollege Taylor Gray mit nur einem Zähler Rückstand lauert.
Auch für die dominanten Fahrer der Anfangsphase endete der Tag bitter: Polesetter Sieg gewann zwar das erste Segment, verlor aber durch einen patzenden Boxenstopp entscheidenden Boden. Justin Allgaier entschied die zweite Stage für sich und führte das Feld für 83 Runden an, ehe ihn die späten Gelbphasen um seine Reifenstrategie brachten.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





