„Wie am Weihnachtsmorgen“: Neuer Dallara IR28 der IndyCar glänzt bei ersten Testfahrten

„Wie am Weihnachtsmorgen“: Neuer Dallara IR28 der IndyCar glänzt bei ersten Testfahrten
Foto: Penske Entertainment: James Black

Die IndyCar-Serie blickt in die Zukunft: Bei den ersten Testfahrten des neuen Dallara IR28 auf dem Rundkurs von Indianapolis überzeugte der Prototyp trotz schwieriger Wetterbedingungen auf ganzer Linie

Die IndyCar-Serie hat gemeinsam mit Chassisbauer Dallara die Zukunft eingeläutet: Auf dem Rundkurs des Indianapolis Motor Speedway absolvierten Alexander Rossi und Alex Palou im Rahmen von dreitägigen Validierungstests die ersten Runden mit dem neuen IR28-Prototypen. 

Trotz anhaltender Regenschauer sammelten die Piloten am Samstag, Sonntag und späten Dienstagabend wertvolle Daten, um das Setup des Autos für künftige Trockentests zu optimieren. Obwohl das Fahrzeug noch mit einem schwächeren Motor und ohne Hybridsystem unterwegs war, zeigte sich das Fahrerlager begeistert von den Zeiten und dem Fahrverhalten des Boliden.

Den Auftakt machte Rossi am Samstag, der trotz wetterbedingter Unterbrechungen rund 40 Runden abspulte. Bis auf den Austausch eines einzelnen Sensors lief der brandneue Bolide absolut wie am Schnürchen. 

Rossi sparte nicht mit Lob für die Ingenieure: „Ich war schon bei einigen Neuwagen-Präsentationen dabei, aber ich kann nicht behaupten, dass eine davon so reibungslos verlief wie diese. Das ist ein riesiges Zeugnis für Dallara, IndyCar und alle Beteiligten. Es ist wie am Weihnachtsmorgen.“

Auch die optische Erscheinung des neuen IndyCars hinterließ beim Sieger des Indy 500 von 2016 Eindruck. „Aästhetisch hakte das Auto jedes Kästchen ab, das man sich nur erhoffen konnte“, erklärte Rossi. „Ich war überwältigt, als ich es zum ersten Mal sah, denn die Bilder werden ihm gar nicht gerecht. Die Präsenz in natura ist erstaunlich, es sieht aggressiv aus.“

Am Sonntag und Dienstag übernahm schließlich Champion Palou das Steuer. Nach Regengüssen nutzten Serie und Hersteller am Dienstagabend ein kurzes 90-minütiges Fenster für 25 Runden im Trockenen, um Fahrhöhen und Federn abzustimmen. Der Spanier brannte dabei eine Runde von 1:10,5 Minuten in den Kurs. Damit war er ohne Hybrid-Power und mit gedrosseltem Triebwerk fast auf dem Niveau seiner besten Rundenzeiten aus dem Rennen im Mai.

Das Gefühl hinter dem Lenkrad versetzte Palou regelrecht in Schwung. „Vielleicht spreche ich zu früh, aber ich glaube, wir werden eine Menge IndyCar-Rekorde auf allen möglichen Strecken brechen“, gab sich der Chip-Ganassi-Pilot selbstbewusst. „Es fühlt sich einfach wie ein schnelleres und fähigeres Auto an. Es fühlt sich viel geschmeidiger an, viel mehr mit der Straße verbunden. Man muss nicht mehr so verrückt mit dem Auto kämpfen.“

Bei den ersten Runden kam allerdings noch ein älterer 2,4-Liter-V6-Twin-Turbo von Ilmor zum Einsatz, während Ballast im Getriebegehäuse das Gewicht der noch nicht fertigen Hybrid-Komponenten simulierte. 

Bei IndyCar ging es primär darum, dass die Aerodynamik und Mechanik wie erwartet auf Änderungen reagieren. Mike O’Gara, Vizepräsident für Wettbewerb bei IndyCar, betonte gegenüber RACER: „Wir mussten sicherstellen, dass das Auto läuft und auf das reagiert, was wir von ihm verlangen. Und bisher tut es einfach alles, was wir wollen.“ Der nächste große Test auf dem Oval von Indianapolis ist bereits für September geplant.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.