Abschied einer Legende, eines Freundes: Das war Uwe Bachor

Abschied einer Legende, eines Freundes: Das war Uwe Bachor
Foto: MSL-Fotografie

Am 3. Juli 2026 starb Uwe Bachor – Wir erinnern an eine Legende, einen liebenden Vater, Ehemann und einen Menschen, der den Rennsport geprägt hat

Liebe Motorsport-Fans,

dieser Nachruf wird sehr persönlich. Am 3. Juli 2026 ist ein großer Mann, eine Legende des Autospeedway-Sports, von uns gegangen. Uwe Bachor hat einen langen, schweren Kampf gegen seine Krankheit verloren. Er war ein Mensch, der die Autospeedway-Szene wie kaum ein anderer geprägt hat. Dabei hat er nicht nur Großartiges geleistet, sondern auch alle Menschen um sich herum motiviert, unterstützt und inspiriert.

Zu diesen Menschen gehöre auch ich. Als ich im Jahr 2014 mit Leadlap.de begonnen habe, war Uwe einer der Ersten, die mich sofort unterstützt haben. Aus den ersten Gesprächen wurden Pläne, aus den Plänen wurden Projekte und aus der gemeinsamen Zeit eine echte Freundschaft. Er griff mir unter die Arme, hatte immer ein offenes Ohr für mich und ist mir stets auf Augenhöhe begegnet.

Wer Uwe kannte, der weiß, wie offen, direkt und ehrlich er war. Wenn er das Gefühl hatte, ich würde einen falschen Schritt machen, dann hat er mir das mit seiner typischen Ruhrpott-Schnauze unmissverständlich klargemacht. Wenn ich mich weiterentwickelt habe, war er wiederum einer der Ersten, der mich motiviert hat, der stolz war und mir von Herzen gratulierte. Uwe war da. Immer da. Egal, wie schwierig seine persönliche Lage gerade war – er hat sich immer um seine Mitmenschen gekümmert, sich für sie interessiert und geholfen, Grenzen neu zu verschieben.

Foto: Bachor Racing Team

Es waren nicht nur die Renntage oder die Treffen vor Ort in der Werkstatt. Etwas, was ich schon jetzt unglaublich vermisse, sind unsere regelmäßigen Anrufe. Ich konnte bei ihm abledern, mich auskotzen. Aufgrund seiner großen Erfahrung hatte er nicht nur das Verständnis und die Geduld, einfach zuzuhören, sondern auch immer einen wertvollen Tipp auf Lager. Heute blicke ich auf mein Handy und es bleibt stumm – eine Leere, die sich nicht füllen lässt.

Ich habe Uwe als Rennfahrer in den verschiedenen Klassen auf der Strecke erlebt. Schon als Kind war mir der große Mann aus Wattenscheid ein Begriff. Später hatte ich das Glück, über zwölf Jahre lang eng mit diesem großartigen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen. Ich habe miterlebt, wie er seinem Team professionelle Strukturen verpasst hat, ohne jemals die familiäre Atmosphäre zu vernachlässigen.

Wer Teil des Teams war, wusste: Uwe würdigte jeden Einzelnen für seine Hilfe. Uwe war nämlich vor allem eines: dankbar. Dankbar für jede Unterstützung und den Willen seiner Freunde, sich für das Team einzusetzen. Er hat diese Arbeit immer auf seine ganz eigene Weise zurückgezahlt – sei es durch eine wunderschöne Weihnachtsfeier oder das gemeinsame Essen in der Box. Uwe hat immer für seine Leute gesorgt.

Auch die Fans waren ihm unglaublich wichtig. Er brannte für den Sport und wusste, dass jeder Fan, jedes Kind auf der Tribüne, die Rennen mit glitzernden Augen verfolgte. Wie kein anderer öffnete er seine Tore für jedermann. Kinder durften im Rennwagen Platz nehmen, Fans durften ganz nah ran an die Action. Er hat sich um jeden Menschen persönlich gekümmert – völlig egal, wie stressig oder schwierig die Situation an der Strecke für das Team gerade war.

Foto: Frank Reipen / Leadlap.de

Gleichzeitig stieß er mit seiner eigenen Werkstatt oft an Kapazitätsgrenzen. Uwe war ein Macher, ein harter Arbeiter, der nichts dem Zufall überlassen hat. Egal, wie lang der Tag war, egal, wie anstrengend die Aufgaben waren: Für seine Mitmenschen war er dennoch immer erreichbar. In diesen zwölf Jahren hat er nicht nur den Sport geprägt, sondern hatte auch massiven Anteil daran, wie sich Leadlap.de und auch ich persönlich entwickelt haben.

Doch all das musste Uwe natürlich nicht allein stemmen. Seine Frau Sylvia, seine Tochter Lisa und sein Sohn Philipp waren sein Ein und Alles. Diese Familie hat alles auf sich genommen, um den gemeinsamen Traum vom Motorsport zu leben, ohne dabei die persönlichen Ziele und Träume jedes Einzelnen aus den Augen zu verlieren. Uwe war ein großartiger Mentor, Freund, Vater und Ehemann.

Das Handy bleibt stumm, doch die Erinnerungen bleiben. Die Erinnerungen an eine Persönlichkeit, die es so kein zweites Mal geben wird. Es schmerzt, diese Zeilen zu schreiben, und meine Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden, die ihren Fels in der Brandung verloren haben. Doch eines ist sicher: Die Familie Bachor ist stark, vorbereitet und zukunftsorientiert. Sie wird – auch dank der großartigen Unterstützung von Uwe bis zu seinen letzten Tagen – ihren Weg weitergehen.

Wichtig: Die Familie trauert und bittet aktuell darum, in Ruhe gelassen zu werden. Ich bitte jeden einzelnen Leser dieses Nachrufs, diesen Wunsch zu respektieren.

Lieber Uwe, du fehlst. Du warst mir immer ein großartiger Freund und Mentor. Ich werde dich, deine manchmal ruppige Art und dein riesiges Herz unendlich vermissen. In jeder Runde, in jeder Schraube, die festgezogen wird, und bei jedem Event lebt dein Vermächtnis weiter. Das gesamte Leadlap.de-Team und ich persönlich wünschen der Familie unendlich viel Kraft und Liebe in dieser schweren Zeit. Auch wenn das Handy stumm bleibt – die Erinnerung an dich wird für immer leben.

Race in Peace,

André

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.