Das Manöver des Jahres: Martin Doubek krönt sich mit Threewide-Wahnsinn zum Prinzen von Brands Hatch
Martin Doubek hat das NASCAR-EuroSeries-Wochenende in Brands Hatch mit einem historischen Doppelsieg dominiert – Ein spektakuläres Drei-weit-Manöver in der Schlussphase sicherte dem Tschechen den Titel „Prince of Brands Hatch“ und brachte ihn zurück in den Meisterschaftskampf
Martin Doubek hat sich am Sonntag beim Rennen der OPEN-Division auf dem geschichtsträchtigen Indy-Circuit von Brands Hatch mit einer fahrerischen Glanzleistung zum „Prince of Brands Hatch“ gekrönt. Der tschechische Ex-Champion feierte im sechsten Saisonalauf der NASCAR Euro Series 2026 seinen zweiten Sieg an diesem Wochenende, indem er sich mit einem spektakulären Drei-weit-Manöver in Runde 20 die Führung schnappte. Doubek bezwang in einem Herzschlagfinale den Kanadier Raphael Lessard sowie den Franzosen Thomas Dombrowski und meldete sich damit im Kampf um die Meisterschaft zurück.
Dieses Manöver wird zweifellos in die Geschichtsbücher der europäischen NASCAR-Serie eingehen, denn der Hendriks-Pilot riskierte im entscheidenden Moment alles. Doubek fackelte nicht lange, nutzte die Lücke auf der Innenseite und zog in einer einzigen Aktion an beiden Führenden vorbei von Platz drei auf eins. Danach fuhr er wie entfesselt einen komfortablen Vorsprung von drei Sekunden auf seine Verfolger heraus und ließ sich beim stimmungsvollen britischen Publikum im Victory-Lane gebührend feiern.
„Ich musste viele Runden auf diesen Moment warten, aber es war wunderschön“, protokollierte ein überglücklicher Doubek nach dem Rennen. „Zwölf Jahre Erfahrung zahlen sich jetzt eben aus! Ich wusste, dass dieser Moment kommen würde, als ich sah, wie eng die Fahrer vor mir zusammenlagen. Ich musste einfach auf einen Fehler warten, und dann schlug meine Stunde. Es war ein großartiges Gefühl, und im Moment fehlen mir fast die Worte, die richtige Begeisterung kommt erst später.“
Hinter dem dominanten Tschechen sicherte sich Lessard den zweiten Platz, was für sein Team eine Erleichterung darstellte. Die Alumitec-Mannschaft musste nach einem technischen Defekt im vorangegangenen V8GP-Rennen Überstunden einlegen, um den Ford Mustang rechtzeitig fertigzubekommen. Das Podium komplettierte Dombrowski, der nach seinem schweren Unfall im Vorjahr an Ort und Stelle mit der Pole-Position und Rang drei nun eine positives Erinnerung an England hat.
Sandro Tavartkiladze, der beim Start sensationell von Platz vier an die Spitze geschossen war, musste sich am Ende mit dem vierten Gesamtrang begnügen. Der Georgier tröstete sich immerhin mit dem Sieg in der Master Trophy. Direkt dahinter landete Gil Linster auf dem fünften Platz, der damit wertvollen Boden im Titelkampf gutmachte.
Die Meisterschaft bleibt nach diesem turbulenten England-Wochenende extrem spannend, da der Schweizer Tabellenführer Thomas Toffel ein Wochenende zum Vergessen erlebte. Toffels Vorsprung schrumpfte auf mickrige zwei Zähler vor Linster zusammen, während Lessard als Gesamtdritter ebenfalls nur noch drei Punkte Rückstand aufweist. Doubek hat sich durch seinen perfekten England-Sweep auf den zwölften Rang nach vorne katapultiert und lauert bei noch drei ausstehenden Events auf seine Chance.
In den Sonderwertungen gab es derweil weitere Pokale zu feiern, denn Claudio Cappelli sicherte sich trotz eines kurzen, ungewollten Ausflugs in die Wiese den Sieg in der Legend Trophy. Die Niederländerin Robin Bleekemolen beeindruckte bei ihrem OPEN-Debüt erneut und schnappte sich wie schon am Vortag den Sieg in der Lady Trophy.
Das nächste Kräftemessen der EuroNASCAR-Piloten steigt am 29. und 30. August auf dem Autodrom Most in Tschechien. Das Heimspiel für Doubek markiert gleichzeitig das Finale der regulären Saison, bevor im Anschluss die entscheidenden Playoff-Rennen mit doppelter Punktevergabe in Italien und Belgien auf dem Programm stehen.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





