North-Wilkesboro-Dominanz: Joey Logano feiert sensationellen Befreiungsschlag
Joey Logano hat das erste Punkte-Rennen der NASCAR Cup Series auf dem North Wilkesboro Speedway seit 30 Jahren nach Belieben dominiert – Mit einer beeindruckenden Vorstellung feierte der dreimalige Champion seinen ersten Sieg seit Mai 2025 und verschaffte sich im Chase-Kampf mächtig Luft
Joey Logano hat das Rennen auf dem North Wilkesboro Speedway mit einer absoluten Machtdemonstration gewonnen. Am Sonntagabend setzte sich der dreimalige NASCAR-Cup-Series-Champion beim ersten Punkte-Rennen auf dem traditionsreichen 0,625-Meilen-Short-Track seit 30 Jahren gegen den Tabellenführer Denny Hamlin durch und feierte vor ausverkauftem Haus seinen ersten Sieg seit Mai 2025.
Logano führte unglaubliche 323 der 450 Runden an und überquerte die Ziellinie schließlich mit einem Vorsprung von 0,859 Sekunden. Schon vor dem Start hatte der Ford-Pilot ein gutes Gefühl im Bauch, wie er verriet: „Ich glaube, wir haben ein schnelles Auto.“ Diese Aussage sollte sich im Nachhinein als eine gewaltige Untertreibung herausstellen.
Für Logano war es der insgesamt 38. Sieg seiner Karriere im Cup, mit dem er sich auf Rang 23 der ewigen Bestenliste schob. Dementsprechend groß war die Erleichterung nach einer bislang extrem schwierigen Saison. „Es tut richtig gut, wieder in der Victory-Lane zu stehen“, freute sich Logano sichtlich gelöst. „Es war ein hartes Jahr. Daher hat es sich wirklich gut angefühlt, den ustang mit ein paar dicken, rauchenden Donuts um diesen Kurs zu jagen.“
Durch den Triumph schob sich der Penske-Pilot in der Gesamtwertung von Rang 17 auf 15 nach vorne und blähte sein Polster auf die Chase-Schnittstelle auf 49 Punkte auf. Ein Schlüssel zum Erfolg war dabei die perfekte Abstimmung durch seinen Crew-Chief Paul Wolfe. „Paul hat ein großartiges Auto zusammengestellt“, lobte Logano nach dem Rennen. „Ich glaube, ich weiß ganz genau, was ich brauche, um auf dieser Strecke schnell zu sein, und er konnte es mir geben.“
Die Vorentscheidung zu Gunsten Loganos fiel während einer Phase von Boxenstopps unter grüner Flagge im letzten Rennsegment. Hamlin steuerte seinen Toyota in Runde 359 an die Box, Logano reagierte eine Runde später und kam knapp vor seinem Verfolger wieder auf die Strecke. Diesen minimalen Vorsprung verwaltete der spätere Sieger im Überrundungsverkehr meisterhaft.
„Der Druck war definitiv da“, gab Logano offen zu. „Denny wurde im letzten Stint richtig stark. Ehrlich gesagt war es so: Wer auch immer vorne lag, würde das Rennen gewinnen. Wir waren ziemlich dominant, aber im Laufe des Rennens wurde Denny immer besser. Sie haben einfach einen guten Job gemacht, mit der Strecke mitzuhalten.“
Hamlin erkannte die Leistung des Siegers neidlos an, obwohl seine Aufholjagd am Ende belohnt blieb. „Man muss ihnen einfach zu einem großartigen Tag und einer großartigen Fahrt gratulieren“, zollte der Tabellenführer Respekt. „Sie waren wirklich gut. Es gab viele Momente, in denen ich das Gefühl hatte, dass mein Auto nah dran war, aber es fehlte eben dieser eine kleine Tick. Er hatte extrem viel Speed und hat weder auf den kurzen noch auf den langen Stints nachgelassen.“ Trotz der Niederlage baute Hamlin seine Führung im Championat auf 68 Punkte aus.
Hinter den beiden Führenden komplettierten Chase Briscoe und Ty Gibbs die Top 4, während Neuseelands Allrounder Shane van Gisbergen nach 49 Führungsrunden einen starken fünften Platz einfuhr.
Das Rennen bot zudem reichlich Drama im Halbfinale der NASCAR In-Season Challenge: Todd Gilliland zog mit einem achten Platz überraschend ins Finale ein, wo er beim Brickyard 400 auf Ryan Blaney trifft. Beide profitierten von einer zeitlich unglücklichen Gelbphase in Runde 183, die Favoriten wie Christopher Bell und Chase Elliott aussichtslos zurückwarf. Am Ende wurden nur sechs Autos in der Führungsrunde gewertet, da zahlreiche Fahrer aufgrund der Gelbphase inmitten der Boxenstopps bis zu zwei Runden verloren.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





