Erlösung auf der „Magic Mile“: Jon McKennedy triumphiert im 17. Anlauf

Erlösung auf der „Magic Mile“: Jon McKennedy triumphiert im 17. Anlauf
Foto: Adam Glanzman/NASCAR

Im 17. Anlauf hat Jon McKennedy endlich das traditionsreiche Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway für sich entschieden – In einem dramatischen Zielsprint rang der Modified-Champion von 2022 Tommy Catalano nieder, ehe sein Bolide direkt hinter der Ziellinie mit leerem Tank ausrollte

Jon McKennedy hat am Samstag seinen lang ersehnten ersten Sieg auf dem New Hampshire Motor Speedway in der NASCAR Whelen Modified Tour gefeiert. Bei der traditionsreichen Auflage des Mohegan Sun 100 auf der 1,058 Meilen langen „Magic Mile“ in Loudon setzte sich der Champion von 2022 in einem dramatischen Zwei-Runden-Sprint gegen Tommy Catalano durch. Der Triumph hing dabei am seidenen Faden, denn McKennedys Bolide ging buchstäblich auf den letzten Metern der Sprit aus.

Direkt nach dem Überqueren der Ziellinie rollte die Startnummer 79 mit stotterndem V8-Triebwerk aus. Für McKennedy war es nach zwei schwierigen Saisonrennen nicht nur der dritte Saisonsieg des Jahres 2026, sondern die Erfüllung einer jahrelangen Mission. Seit seinem Debüt im Jahr 2006 jagte der US-Amerikaner bei 16 vorherigen Starts vergeblich einem Tour-Erfolg auf dem traditionsreichen Oval hinterher.

„Das ist riesig“, freute sich ein überwältigter McKennedy im Anschluss an die Hitzeschlacht. „Ich habe in meiner Karriere schon ein paar hundert Rennen an der gesamten Ostküste gewonnen, in verschiedensten Autos und auf unzähligen Strecken. Ich habe hier in New Hampshire auch schon in den Open-Modifieds gewonnen, aber dieses Rennen wollte einfach nicht klappen. Mir fehlen die Worte, das ist vielleicht einer der größten Siege meiner gesamten Laufbahn.“

Das Rennen auf dem flachen Kurs bot packendes Pack-Racing mit insgesamt 29 Führungswechseln. Während zu Beginn Titelverteidiger Austin Beers und Justin Bonsignore an der Spitze das Tempo diktierten, blieb McKennedy ruhig und lauerte in Schlagdistanz. Durch einen perfekten Boxenstopp und Pech bei Chase Dowling, der nach einer Regenunterbrechung mit Reifenschaden abbog, spülte es McKennedy schließlich ganz nach vorn.

In der Schlussphase entwickelte sich ein hochspannendes Duell zwischen McKennedy und Catalano, bei dem NASCAR-Cup-Pilot Ryan Preece im Heck der beiden lauerte. McKennedy überließ Catalano auf den Geraden clever die Außenlinie, konterte aber mit spätem Anbremsen auf der Innenbahn. Beim entscheidenden Restart zwei Runden vor Schluss schnappte sich Catalano mit Anschubhilfe von Preece kurzzeitig die Führung zur letzten Runde.

Mit einem aggressiven Manöver in Kurve 1 eroberte McKennedy den Spitzenplatz spektakulär zurück. Ein Unfall im Verfolgerfeld verhinderte einen erneuten Windschatten-Konter der Konkurrenz und sicherte dem Piloten der Startnummer 79 den nötigen Freiraum. Obwohl der Motor ausgangs der vierten Kurve zu stottern begann, reichte der Schwung, um mit 0,215 Sekunden Vorsprung vor Catalano die Linie zu kreuzen.

„Wir kamen aus Turn 4 heraus, der Motor stotterte, wir überquerten die Ziellinie und der Wagen ging sofort aus – wir hatten absolut keinen Sprit mehr“, erklärte McKennedy das riskante Taktikspiel. „Es war definitiv auch Glück dabei, denn hier hat man bei solchen Manövern immer eine 50-Prozent-Chance. Man ist entweder der Held oder der Verlierer, aber heute hat in den letzten zehn Runden alles für mich funktioniert.“

Für Tommy Catalano bedeutete Rang zwei zwar ein knapp verpasstes Premieren-Erfolgserlebnis, aber dennoch ein starkes persönliches Bestergebnis. „Das ist das erste Rennen hier in New Hampshire, das ich ohne Probleme an Getriebe oder Motor beendet habe“, bilanzierte Catalano. „Jedes Mal, wenn wir hierherkommen, fühle ich mich schnell und stark im Windschatten, hatte aber nie zählbare Ergebnisse vorzuweisen. Ich hatte am Ende die Siegchance, mehr kann man sich nicht wünschen.“

NASCAR-Cup-Star Preece komplettierte das Podium als Dritter knapp vor Vorjahressieger Tyler Rypkema und Tommy Catalanos jüngerem Bruder Trevor. Dahinter rundeten Mike Christopher Jr., Dowling, Dave Sapienza, Teddy Hodgdon und Andrew Molleur die Top 10 ab. Durch den Triumph bringt sich McKennedy nach Rückschlägen auch im Meisterschaftskampf der Tour wieder zurück ins Gespräch.

Die beliebte NASCAR-Division reist nun weiter zum traditionsreichen Stafford Speedway. Am Freitag, den 28. August, steht dort mit dem GAF 150 das nächste Highlight auf dem Kalender.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.