NASCAR-Trucks in New Hampshire: Die zehn Chase-Teilnehmer stehen fest
Layne Riggs hat sich beim Team EJP 175 auf dem New Hampshire Motor Speedway in doppelter Verlängerung seinen sechsten Saisonsieg gesichert – Dahinter rettete Tyler Ankrum trotz eines schweren Bremsdefekts das letzte Chase-Ticket über die Ziellinie
Layne Riggs hat am Samstagnachmittag Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway gewonnen und sich im packenden zweifachen Overtime-Finale seinen sechsten Saisonsieg in der NASCAR Craftsman Truck Series gesichert. Der 24-jährige Ford-Pilot setzte sich auf der traditionsreichen „Magic Mile“ gegen seinen Teamkollegen Chandler Smith durch und geht als Topfavorit in die Playoffs. Am Ende des Feldes zitterte sich Tyler Ankrum trotz eines massiven Bremsdefekts auf Rang 16 ins Ziel, was knapp reichte, um den zehnten und letzten Chase-Platz gegen Stewart Friesen zu verteidigen.
Riggs dominierte das Geschehen auf dem flachen Ein-Meilen-Oval von der Pole-Position aus und führte das Feld in 106 von insgesamt 189 Runden an. Nachdem Cup-Gaststarter Connor Zilisch die ersten beiden Segmente für sich entschieden hatte, brachte die Boxencrew von Front Row Motorsports den Ford mit der Startnummer 34 mit gezielten Setup-Änderungen an die Spitze. In den beiden turbulenten Overtime-Restarts behielt Riggs die Nerven und fuhr mit einem Vorsprung von 0,293 Sekunden über die Linie, um seinen elften Karrieresieg zu feiern.
„Ein Statement-Sieg, das ist einfach großartig“, sagte Riggs vor den jubelnden Fans auf den Tribünen in Neuengland. „Vielen Dank an alle bei Front Row Motorsports und Ford Racing. Nach den ersten Abschnitten dachte ich eigentlich, dass uns ein wenig der Speed fehlt und wir in Schwierigkeiten stecken würden.“ Mit Blick auf das Ergebnis fand der Sieger klare Worte: „Platz eins und zwei für Front Row Motorsports – der Name ist bei uns eben Programm! Jetzt können die Playoffs kommen. Es sind nur noch sieben Rennen und ab jetzt gibt es keine Gnade mehr.“
Hinter dem Führungsduo spielte sich das eigentliche Nervendrama um den letzten verbliebenen Chase-Platz ab. Ankrum verlor im mittleren Rennabschnitt die komplette Bremswirkung an der Hinterachse seines Chevrolets und fiel zwischenzeitlich fast um eine Runde zurück. Mit stumpfen Waffen rettete sich der McAnally-Hilgemann-Pilot schließlich auf Rang 16 ins Ziel, was exakt für einen Vorsprung von sieben Zählern auf Friesen und elf Punkten auf Jake Garcia ausreichte.
„Es kommt extrem selten vor, dass man an so eine schnelle Strecke kommt, die Hinterradbremsen komplett verliert und das Problem während des Rennens einfach nicht reparieren kann“, erklärte Ankrum nach dem Fall der Zielflagge. „Wir hatten das ganze Jahr über mit solchen Rückschlägen zu kämpfen und ich dachte eigentlich, wir hätten diese Fehler abgestellt. Zum Glück gab mir mein Spotter Eddie D’Hondt in der Schlussphase entscheidende Tipps.“
Trotz der Qualifikation überwog der Frust über die eigene Leistung: „So wollten wir hier definitiv nicht auftreten, wir hatten verdammt viel Glück. Wir haben uns auf der Strecke nicht wie ein Playoff-Team präsentiert. Jetzt müssen wir das abhaken, in der Werkstatt hart arbeiten und uns für den Titelkampf steigern.“
Friesen zeigte im Halmar-Toyota einen beherzten Auftritt und sicherte sich mit Rang vier sein viertes Top-5-Ergebnis innerhalb der letzten fünf Rennen. Am Ende fehlte dem 42-jährigen Routinier jedoch genau das Punktepolster, das er in der Vorwoche durch einen frühen Unfall in Richmond verloren hatte.
„Es ist, wie es ist, aber ich bin trotzdem stolz auf meine Truppe“, bilanzierte Friesen das knappe Ausscheiden. „Uns hat über die gesamte Saison hinweg schlichtweg die Grundschnelligkeit gefehlt. Heute haben wir gefightet, mein Crew-Chief Bruce Cook traf mit zwei frischen Reifen die richtige Entscheidung und wir fanden eine Spur, die funktionierte. Es ist extrem bitter, denn wir gehören fahrerisch definitiv in die Top 10. Das Pech in Richmond hat uns das Genick gebrochen. Wir krempeln jetzt die Ärmel hoch, bauen das Team weiter auf und werden noch stärker zurückkommen.“
Eine starke Schadensbegrenzung gelang Kaden Honeycutt: Trotz eines frühen Reifenschadens und Rundenrückstands kämpfte sich der Tricon-Garage-Pilot bis auf den dritten Rang nach vorne. Hinter Friesen komplettierte Stage-Sieger Connor Zilisch die Top 5, während der erst 16-jährige Tristan McKee bei seinem zweiten Karrierestart mit Platz sechs erneut überzeugte. Die weiteren Top-10-Platzierungen gingen an Christopher Bell, Daniel Hemric, Justin Haley und Parker Eatmon.
Nach einer vierwöchigen Spätsommerpause startet die Jagd auf den Titel am 17. September auf dem Bristol Motor Speedway. Neben Riggs, Honeycutt, Smith und Ankrum kämpfen Christian Eckes, Gio Ruggiero, Ty Majeski, Grant Enfinger, Daniel Hemric sowie der dreimalige Champion Ben Rhodes in den sieben Chase-Rennen um die NASCAR-Truck-Krone 2026.
Die Chase-Teilnehmer der NASCAR Craftsman Truck Series 2026:
| Position | Startnummer | Name | Punkte |
| 1 | 34 | Layne Riggs | 2100 |
| 2 | 11 | Kaden Honeycutt | 2075 |
| 3 | 38 | Chandler Smith | 2065 |
| 4 | 91 | Christian Eckes | 2060 |
| 5 | 17 | Gio Ruggiero | 2055 |
| 6 | 88 | Ty Majeski | 2050 |
| 7 | 9 | Grant Enfinger | 2045 |
| 8 | 19 | Daniel Hemric | 2040 |
| 9 | 99 | Ben Rhodes | 2035 |
| 10 | 18 | Tyler Ankrum | 2030 |
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





