Falsches Signal: Warum Trackhouse trotz Zilisch-Abgang am Drei-Wagen-Modell festhält

Falsches Signal: Warum Trackhouse trotz Zilisch-Abgang am Drei-Wagen-Modell festhält
Foto: NASCAR Media / Logan Riely/Getty Images

Der bevorstehende Wechsel von Connor Zilisch zu Hendrick Motorsports heizte die Gerüchteküche um eine Verkleinerung von Trackhouse massiv an – Teambesitzer Justin Marks stellt nun unmissverständlich klar, warum ein Rückbau auf zwei Autos das völlig falsche Signal wäre

Trackhouse-Besitzer Justin Marks hat den Gerüchten über eine Verkleinerung seines NASCAR-Cup-Teams eine klare Absage erteilt. Trotz des feststehenden Abgangs von Top-Talent Connor Zilisch zu Hendrick Motorsports ab der Saison 2028 wird die Mannschaft aus Concord auch in Zukunft mit drei Vollzeit-Fahrzeugen im Oberhaus der NASCAR antreten.

Der spektakuläre Mega-Deal von Zilisch hatte im Fahrerlager für reichlich Wirbel und Spekulationen gesorgt. Unter anderem brachte NASCAR-Ikone Dale Earnhardt Jr. die Option ins Spiel, Trackhouse solle sich künftig wieder auf zwei Autos für Ross Chastain sowie Shane van Gisbergen konzentrieren und den dritten Charter verleasen oder verkaufen.

Marks wischt diese Gedankenspiele jedoch entschieden vom Tisch. Im Gespräch mit dem SiriusXM NASCAR Radio stellte der Teambesitzer klar: „Ich weiß nicht, woher das kommt. Ich glaube wirklich nicht, dass eine Verkleinerung das Richtige für unser Unternehmen ist.“

Kritiker hatten den sportlichen Durchhänger von Trackhouse immer wieder mit der Expansion in Verbindung gebracht, doch Marks wehrt sich gegen diesen einfachen Kausalitäts-Schluss. „Es gibt eine Korrelation, aber keinen kausalen Zusammenhang dazu, dass Trackhouse genau zu der Zeit mit der Pace kämpfte, als wir auf drei Autos expandierten“, analysiert Marks. „Manche Leute schauen sich das an und sagen vielleicht: ‚Drei Autos waren wohl zu viel für sie‘, und spinnen sich ihre eigene Geschichte im Kopf zusammen.“

Für den Teambesitzer geht es bei der Aufstellung vor allem um die strategische Ausrichtung und das Vertrauen der beteiligten Partner. „Wir haben fantastische Sponsoren für drei Autos. Chevrolet gefällt es, dass wir drei Autos haben. Mir gefällt es, dass wir drei Autos haben“, stellt Marks unmissverständlich klar. „Ich denke, das Team zu verkleinern, sendet das völlig falsche Signal.“

Hinter der Entscheidung steht ein knallhartes wirtschaftliches Fundament, das Marks nicht mutwillig einreißen will. „Letztlich ist das hier ein Geschäft. Am Ende des Tages haben wir viele Sponsoren, die mit uns wachsen wollen – sie wollen expandieren, sie wollen verlängern“, so der Unternehmer. „So wie wir die Struktur aufgebaut haben, funktioniert das als Drei-Wagen-Team hervorragend. Es gibt Skaleneffekte. Wir haben engagierte Sponsoren für alle drei Autos.“

Ein Rückzug auf zwei Boliden würde Trackhouse in eine absurde Verhandlungsposition bringen und gewachsene Partnerschaften beschädigen. „Wenn wir einen Charter verkaufen, müssen wir Sponsoren anrufen, die längst Freunde geworden sind, und sagen: ‚Tut uns leid, für euch ist hier kein Platz mehr‘“, warnt Marks. „Das ist keine Branche, in der man sich in die Lage bringt, Sponsoren anzurufen und zu sagen: ‚Wir brauchen euer Geld nicht.‘“

Mit dem Verbleib von Zilisch bis zum Ende der Saison 2027 hat Trackhouse genügend Vorlauf, um die Weichen für die Nachfolge zu stellen. An der generellen Marschroute ändert der Abgang des Shootingstars jedenfalls nichts: „Der Schritt auf drei Autos war eine ganz bewusste Entscheidung. Es ging sicherlich schnell, aber ich bin glücklich damit, wo wir jetzt stehen.“

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.