NASCAR in Richmond: Joey Logano zündet den Titel-Turbo und fängt Briscoe ab
Joey Logano hat das Rennen in Richmond gewonnen und pünktlich vor dem NASCAR-Chase seine Titelansprüche untermauert – Der Penske-Star rang nach einem späten Boxenstopp-Duell den über weite Strecken dominanten Chase Briscoe nieder
Joey Logano hat in der Nacht auf Sonntag das Cook Out 400 der NASCAR Cup Series auf dem Richmond Raceway gewonnen. Der dreimalige Champion setzte sich im #22 Ford von Team Penske mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,392 Sekunden gegen Chase Briscoe durch und feierte seinen zweiten Saisonsieg 2026. Mit diesem Triumph im packenden Flutlichtrennen unterstrich der 36-jährige Routinier nach einem schwachen Saisonstart pünktlich vor der heißen Meisterschaftsphase seine Titelambitionen.
Der Weg zum 39. Karrieresieg war für Logano auf dem 0,75-Meilen-Short-Track in Virginia ein hartes Stück Arbeit. Insgesamt sechsmal wechselte die Führung an den Penske-Piloten, ehe er 25 Runden vor Schluss während der finalen Boxenstopp-Sequenz endgültig das Kommando übernahm. Bis zum Fallen der Zielflagge musste er sich jedoch gegen den anstürmenden Briscoe erwehren, der den Großteil des Rennabends das Geschehen diktiert hatte.
„Lasst die Jungs bloß nicht heißlaufen, wir sind im Moment verdammt stark“, schickte Logano mit einem breiten Grinsen eine deutliche Warnung an die Konkurrenz. Nach einem schwachen Saisonstart kletterte er in den vergangenen sechs Rennen von Rang 20 auf Position neun der Meisterschaft. „Es ist großartig, den Speed in der #22 wiederzusehen. Wir hatten hier in den vergangenen fünf Rennen fantastische Autos, konnten das aber nie in Siege ummünzen – heute ist die süße Revanche.“
Der geschlagene Briscoe lieferte im #19 Toyota von Joe Gibbs Racing dennoch eine bärenstarke Vorstellung ab und führte das Feld überragende 171 der 400 Runden an. Für den US-Amerikaner war der zweite Rang nicht nur sein bestes Ergebnis in Richmond, sondern gleichzeitig die allererste Top-10-Platzierung auf einem echten Short-Track überhaupt. In den letzten Umläufen streikte jedoch die Bremsanlage seines Boliden, was ihm die finale Chance auf einen erfolgreichen Konter gegen Logano raubte.
„Als die Bremse nachließ, verlor ich einfach meinen Vorteil und war nicht mehr ganz so stark, wie ich hätte sein müssen“, haderte Briscoe nach der Zieldurchfahrt. Dennoch überwog die Freude über das vorzeitig gelöste Ticket für die Meisterschaftsrunde: „Aus dieser Sicht ist es natürlich frustrierend, aber im Vergleich zu meinen bisherigen Auftritten hier ein riesiger Schritt nach vorn. Jetzt geht der Blick direkt nach vorn.“
Penske-Teamkollege Austin Cindric komplettierte das starke Teamergebnis auf Rang drei und schob sich damit auf den 15. Tabellenplatz vor. Meisterschafts-Leader Denny Hamlin sicherte sich vor heimischer Kulisse Rang vier und baute seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf 115 Zähler vor Ryan Blaney aus. Pole-Setter Blaney gewann zwar die erste Stage und führte 88 Runden, wurde am Ende jedoch bis auf Rang 13 durchgereicht.
Mit Chase Elliott auf Position fünf buchte ein weiterer Pilot vorzeitig seinen Platz im 16-köpfigen Playoff-Feld, in dem nun sieben Fahrer rechnerisch feststehen. Neben Hamlin, Blaney, Elliott und Briscoe haben auch Ty Gibbs, Christopher Bell und Fünffach-Saisonsieger Tyler Reddick ihre Titelchance sicher. Kyle Larson beendete das Rennen als Sechster vor Bell, Josh Berry, William Byron und Alex Bowman in den Top 10.
Vor den verbleibenden zwei Rennen der regulären Saison in New Hampshire und Daytona spitzt sich das Ringen um die letzten Chase-Tickets dramatisch zu. Shane van Gisbergen hält derzeit den 16. und letzten Chase-Rang und liegt nach Rang 14 in Richmond 50 Punkte vor Ryan Preece sowie 63 Zähler vor Ross Chastain. Am Sonntag geht der Titelkampf auf der „Magic Mile“ des New Hampshire Motor Speedway in die nächste Runde.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





