Pocono-Wahnsinn: Allgaier trotzt zehn Gelbphasen und baut O’Reilly-Führung aus

Pocono-Wahnsinn: Allgaier trotzt zehn Gelbphasen und baut O’Reilly-Führung aus
Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

Rekorde, Unfälle und ein glücklicher Sieger im US-Bundesstaat Pennsylvania – JR-Motorsports-Pilot Justin Allgaier bezwang das Chaos von Pocono und sicherte sich kurz vor Rennende den entscheidenden Vorteil auf der Strecke

Justin Allgaier hat am Samstag das turbulente Rennen der NASCAR O’Reilly Auto Parts Series auf dem Pocono Raceway gewonnen. In einem von Rekorden geprägten Rennen setzte sich der Fahrer von JR Motorsports nach 100 Runden im Tricky-Triangle durch und feierte damit seinen fünften Saisonsieg im Jahr 2026. Es war für den Führenden der Gesamtwertung der allererste Triumph auf der geschichtsträchtigen Strecke in Pennsylvania.

Das Rennen mutierte zu einer absoluten Nervenschlacht für Fahrer und Strategen. Satte 18 Führungswechsel und stolze zehn Gelbphasen – inklusive einer siebenminütigen roten Flagge – sorgten dafür, dass im ersten Renndrittel überhaupt kein Rhythmus aufkam. Allgaier ließ sich von den ständigen Rhythmusbrechern jedoch nicht beirren, spulte die meisten Führungsrunden ab und schlug im entscheidenden Moment eiskalt zu.

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Zwei Runden vor dem Ende fiel beim finalen Restart die Entscheidung, als die Haas-Factory-Teamkollegen Sam Mayer und Sheldon Creed Allgaier attackierten. Ein Manöver um die Führung schlug jedoch fehl, da Allgaiers Teamkollege William Byron der Startnummer 7 den entscheidenden Anschubser gab. Allgaier nutzte den Schwung, setzte sich ab und rettete einen Vorsprung von 0,607 Sekunden vor Brent Crews ins Ziel, der Byron in der allerletzten Kurve noch von Platz zwei verdrängte.

„Zuallererst muss ich mich bei William Byron bedanken, denn ohne seinen Push am Ende des Rennens wäre das Ding wohl gelaufen gewesen“, gab ein sichtlich erleichterter Allgaier nach der Zieldurchfahrt zu Protokoll. „Diese Saison ist mit Crew-Chief Andrew Overstreet, dieser gesamten Nummer-7-Mannschaft und dieser Boxencrew hier einfach etwas ganz Besonderes. Wir werden diesen Sieg auf jeden Fall ordentlich feiern.“

Während Allgaier jubelte, blieb bei Mayer, der das Rennen über weite Strecken als schärfster Rivale geprägt hatte, nur Frust übrig. „Am Ende solcher Rennen lässt du kein Momentum aus, also mache ich meinem Teamkollegen keinen Vorwurf, dass er aus der Spur gezogen ist, aber mich hat das natürlich in eine schlechte Position gebracht“, analysierte Mayer, der letztlich Vierter wurde. „Ich bin im Moment einfach am Boden zerstört, weil ich mir eine echte Chance beim Schwenken der weißen Flagge erhofft hatte.“

Ein heftiges Debakel erlebte unterdessen Allgaiers direkter Verfolger in der Meisterschaft: Der aktuelle Champion Jesse Love schied nach einer Verwickelung in den ersten Massencrash bereits nach nur einer einzigen absoluten Runde aus. „Das ist einfach frustrierend, weil ich dachte, dass unser Camaro heute richtig gut laufen würde“, ärgerte sich Love. „Ich hatte nur eine Runde, um das Auto zu spüren. Ich wünschte, wir hätten ein paar mehr geschafft.“

Durch den Ausfall des Rivalen baute Allgaier seinen Vorsprung in der Gesamtwertung sieben Rennen vor dem Ende der regulären Saison auf astronomische 250 Punkte aus. Hinter den Top 5 komplettierten Anthony Alfredo, Rajah Caruth, Brandon Jones, Vorjahressieger Zilisch und Carson Kvapil die Top 10 des Tages.

Abseits des Kampfes um den Sieg gab es zudem ein großes Stück NASCAR-Geschichte zu bestaunen. Routinier Jeremy Clements beendete das Rennen auf Rang 16 und egalisierte mit seinem 547. Start in der Serie den Allzeit-Rekord von Kenny Wallace. Der 41-jährige Dauerbrenner wird sich den alleinigen Rekord am kommenden Wochenende schnappen, wenn die Serie zur Premiere auf der Coronado Naval Base in Südkalifornien gastiert.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.