Wachablösung in der Chefetage: Steve O’Donnell schreibt NASCAR-Geschichte

Wachablösung in der Chefetage: Steve O’Donnell schreibt NASCAR-Geschichte
Foto: NASCAR Media / Jacob Kupferman/Getty Images

Jim France wird nicht mehr die Fäden der NASCAR ziehen – Steve O’Donnell ist der erste Geschäftsführer ohne France-Blut in den Adern

Die NASCAR-Führung stellt die Weichen für die Zukunft und bricht dabei mit einer fast acht Jahrzehnte währenden Tradition. Am Donnerstag ernannte der Vorstand in Daytona Beach Steve O’Donnell mit sofortiger Wirkung zum neuen Chief Executive Officer (CEO), während Ben Kennedy zum Chief Operating Officer (COO) aufsteigt.

Damit steht erstmals in der 78-jährigen Geschichte des Verbandes ein Mann an der operativen Spitze, der nicht den Namen der Gründerfamilie France trägt. Jim France zieht sich zwar aus dem Tagesgeschäft zurück, bleibt dem Sport aber als Vorstandsvorsitzender erhalten.

Der Zeitpunkt für diesen radikalen Schnitt kommt nicht von ungefähr, da sich die Serie nach dem Abschluss langfristiger TV-Verträge und der Einigung im Charter-Streit im Aufwind befindet. O’Donnell übernimmt nun die volle strategische Verantwortung für alle Rennserien und Geschäftsbereiche unter dem NASCAR-Dach.

Jim France betonte, dass er stolz auf die erreichte Stabilität im Sport sei, die diesen geplanten Übergang erst ermöglicht habe. Er sieht in dem Duo O’Donnell und Kennedy die Zukunft, die den Sport gemeinsam mit den Teams in die nächste Ära führen wird.

Steve O’Donnell ist im Fahrerlager ein bekanntes Gesicht und blickt auf eine über 30-jährige Karriere zurück, die ihn von der Basis bis in die höchste Führungsebene führte. Zuvor fungierte er als sechster Präsident der Organisation und gilt als Architekt vieler sportlicher und betrieblicher Prozesse der vergangenen Jahre. In seiner neuen Rolle wird er sich vor allem darauf konzentrieren, die Marke global weiterzuentwickeln und die nächste Phase der Content-Distribution einzuläuten.

„Es ist eine Ehre, die Rolle des CEO an der Seite von Ben und unserem Führungsteam zu übernehmen, gerade in einer so wichtigen Zeit für unseren Sport“, erklärte O’Donnell nach seiner Ernennung. Er habe fast seine gesamte Karriere der NASCAR, der Garage und den Fans gewidmet, immer geleitet vom Versprechen der Familie France, den besten Rennsport der Welt zu liefern.

O’Donnell versprach zudem, weiterhin eng mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten und vor allem auf die Stimmen der Fans zu hören, um seine Vision Woche für Woche umzusetzen.

Parallel dazu erhält Ben Kennedy, der Urenkel des Firmengründers Bill France Sr., deutlich mehr Befugnisse auf dem operativen Parkett. Kennedy verantwortet künftig nicht mehr nur die Rennkalender und die Event-Strategie, sondern übernimmt zusätzlich die Leitung der Wettbewerbsabteilung.

John Probst wird in seiner Funktion als Wettbewerbschef direkt an Kennedy berichten, was den Kreis für den jungen Funktionär schließt, der seine Karriere einst im Management der Truck-Serie begann.

Kennedy bleibt zudem das Gesicht hinter der Modernisierung des Rennkalenders, der in den vergangenen Jahren durch Street Circuits und neue Märkte für Aufsehen sorgte. Sein Ziel bleibt es, neue Zielgruppen zu erschließen und gleichzeitig die tief verwurzelten Traditionen des Sports zu wahren, die für ikonische Momente gesorgt haben. Während Lesa France Kennedy weiterhin als Executive Vice Chair fungiert, bleibt die Zusammensetzung des restlichen Vorstands unangetastet.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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