Großer Bruder in dunklen Stunden: Wie Ty Gibbs Brexton Busch auffängt

Großer Bruder in dunklen Stunden: Wie Ty Gibbs Brexton Busch auffängt
Foto: NASCAR Media / Jonathan Bachman/Getty Images

Nach dem plötzlichen Tod von NASCAR-Legende Kyle Busch rückt die Rennsport-Gemeinschaft eng zusammen – Samantha Busch gewährt nun tiefe Einblicke, wie Ty Gibbs für ihren elfjährigen Sohn Brexton zum unverzichtbaren Halt geworden ist

Nach dem plötzlichen Tod von NASCAR-Champion Kyle Busch im Mai 2026 hat Cup-Pilot Ty Gibbs in den schwersten Stunden der Familie Busch eine entscheidende Stütze für dessen elfjährigen Sohn Brexton gebildet. Im Vorfeld des Bristol-Wochenendes, an dem Gibbs auf dem traditionsreichen Short-Track mit einem speziellen M&M’s-Tribut-Design zu Ehren des zweimaligen Champions an den Start geht, gewährte Buschs Witwe Samantha via Instagram bewegende Einblicke in den internen Rückhalt aus dem Hause Gibbs.

Der unerwartete Verlust von Kyle Busch, der im Alter von nur 41 Jahren kurz vor dem Coca-Cola 600 an den Folgen einer Lungenentzündung und anschließender Sepsis verstarb, hat im Fahrerlager eine Welle menschlicher Solidarität ausgelöst.

Für Brexton Busch erwies sich ausgerechnet Ty Gibbs als unverhoffter Halt. Gibbs musste 2022 selbst verkraften, wie sein Vater Coy nur Stunden nach dem Titelgewinn in Phoenix völlig überraschend im Alter von 49 Jahren verstarb. Diese geteilte traumatische Erfahrung schuf eine unmittelbare Bindung zwischen den beiden jungen Motorsportlern.

Foto: NASCAR Media / Matt Kelley/Getty Images

„Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie wunderbar er zu Brexton war“, erklärt Samantha Busch in ihrer Instagram-Story bewegt. „Er war wie ein großer Bruder für ihn und eine echte Quelle des Trostes. Ty ist selbst noch jung, aber er kam vorbei, ging mit Brexton zum Mittagessen, fuhr mit ihm Kart in unserer Nachbarschaft, holte ihn zum Frühstück ab und nahm ihn mit an die Rennstrecke, um Kartrennen zu fahren. NASCAR ist eine Familie. Ty weiß genau, wie sich das anfühlt.“

Brexton setzt seine noch junge Motorsport-Karriere trotz des Schmerzes unbeirrt fort. Dass ihm dabei jemand zur Seite steht, der die Schwere eines solchen Verlustes begreift, bedeutet für den Nachwuchsfahrer enorm viel.

„Es ist einfach unglaublich wichtig für Brexton, jemanden wie Ty zu haben, der genau versteht, was er durchmacht“, betont Samantha Busch weiter. „Er kam eines Tages nach Hause, nachdem er mit Ty abgehangen hatte, und meinte: ‚Wir haben über unsere Väter gesprochen.‘ Er kommt jedes Mal so viel glücklicher nach Hause.“

Der Rückhalt begann jedoch schon in den allerersten Momenten des Schocks, als Samantha selbst mit heftigen Panikattacken kämpfte. In ihrer tiefsten Verzweiflung suchte sie den direkten Kontakt zu Heather Gibbs, der Witwe von Coy Gibbs, um den unbegreiflichen Schmerz überhaupt verarbeiten zu können.

„Ich wollte mir wirklich einen Moment Zeit nehmen, um euch zu erklären, wie sehr NASCAR tatsächlich eine Familie ist“, erinnert sich Samantha Busch an die finstersten Stunden nach Kyles Tod. „Als das alles passierte – ich weiß nicht einmal mehr, welcher Tag es war –, hatte ich Panikattacken, drehte völlig durch und jemand fragte, was ich brauche. Ich sagte nur: ‚Ruft Heather an. Ich brauche jetzt sofort Heather.'“

Heather Gibbs zögerte keine Sekunde und eilte sofort herbei, um beizustehen. Beide Frauen teilen das grausame Schicksal, ihre Ehemänner völlig unvorbereitet und auf dem Höhepunkt des familiären Glücks verloren zu haben.

„Sie kam sofort zu unserem Haus und ich dachte mir: Okay, das ist jemand, der das versteht“, so Samantha Busch. „Sie erlebte damals das absolut Größte mit Tys Meisterschaft und am nächsten Tag war Coy tot. Bei mir fühlte es sich ganz ähnlich an: Wir feierten noch die Geburtstage der Kinder, hatten all diese großartigen Momente, und plötzlich ist Kyle weg. Ich erinnere mich genau daran, wie sie mit mir unten im Keller saß, während ich weinte und Panik hatte. Sie war einfach für mich da.“

Sowohl Coy Gibbs als auch Kyle Busch galten über Jahre hinweg bei Joe Gibbs Racing als Charaktere, die kein Blatt vor den Mund nahmen und für ihre schonungslose Ehrlichkeit geschätzt wurden. Die tiefe Verbindung der beiden Familien spiegelt sich nun auch auf dem Asphalt wider, wenn Ty Gibbs den #54 Toyota Camry in Bristol pilotiert.

„Kyle war der ‚Candy Man‘ und es hängen so viele unglaubliche Erinnerungen daran“, blickt Samantha Busch auf die gemeinsame JGR-Ära mit Mars und M&M’s zurück, die Kyle Busch unter anderem die Titel 2015 und 2019 bescherte. „Ich denke bei so vielen Dingen an ihn in diesem gelben M&M’s-Rennanzug. Es wird verdammt schwer, das auf der Strecke zu sehen, aber gleichzeitig wird es ikonisch und absolut besonders sein.“

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.