IndyCar-Transfercoup: AJ Foyt schnappt sich Rookie des Jahres
AJ Foyt Racing hat sich für die Zukunft aufgestellt und bindet Rookie des Jahres Dennis Hauger mit einem langfristigen Vertrag an das Team – Der 23-jährige Norweger übernimmt ab der Saison 2027 das berühmte Cockpit mit der Startnummer 14
AJ Foyt Racing hat sich auf dem US-amerikanischen Transfermarkt eines der begehrtesten Talente der Szene geangelt: Der aktuelle Rookie des Jahres in der IndyCar Series, Dennis Hauger, wechselt zur Saison 2027 auf Basis eines mehrjährigen Vertrags zur Traditionsmannschaft aus Waller. Der 23-jährige Norweger pilotiert künftig den Chevrolet mit der prestigeträchtigen Startnummer 14, nachdem er sein Debütjahr in der höchsten Formel-Kategorie Nordamerikas noch für Dale Coyne Racing bestritten hat. Mit diesem Schachzug will Teampräsident Larry Foyt den eingeleiteten Aufwärtstrend des legendären Rennstalls langfristig absichern.
Der Deal markiert einen Coup für Foyt, der den früheren Schützling des Red-Bull-Juniorteams schon seit dessen Ankunft auf den Rennstrecken der USA ganz genau beobachtet hat. Hauger schlug im Jahr 2025 wie eine Bombe im Vorprogramm der Topliga ein, überrollte die Konkurrenz in der IndyNXT und krönte sich mit sechs Laufsiegen direkt zum Meister. Auch beim Übergang zu den schweren, unbarmherzigen Boliden der IndyCar-Serie ließ sich das Ausnahmetalent nicht beirren und verdiente sich die Auszeichnung als bester Neueinsteiger des Jahres redlich.

Larry Foyt zeigte sich von den Qualitäten seines Neuzugangs restlos überzeugt und betonte die Anpassungsfähigkeit des Skandinaviers. „Dennis hat für jemanden, der erst 23 Jahre alt ist, schon extrem viel erreicht“, hielt der Teamchef fest. „Jedes Mal, wenn er in eine neue Serie gewechselt ist, hat er sich blitzschnell angepasst und Rennen gewonnen. Dass er hierherkam und als Rookie auf Anhieb in der IndyNXT gesiegt hat, hat definitiv jedermanns Aufmerksamkeit erregt, und danach haben wir genau verfolgt, wie er sich durch seine Rookie-Saison in der IndyCar-Serie gesteigert hat.“
Für Hauger bot die Offerte des Traditionsteams die perfekte Gelegenheit, die eigene Karriere auf ein stabiles Fundament zu stellen. Der Norweger sieht in der Zusammenarbeit die ideale Basis, um die harten Lektionen der ersten Jahre im US-Motorsport in zählbare Resultate umzumünzen. Er weiß genau, dass der Konkurrenzkampf an der Spitze keinen Raum für Fehler lässt und die Trauben nirgendwo höher hängen als im engen Feld der IndyCar-Serie.
„Ich bin wirklich begeistert von diesem Schritt“, erklärte Hauger sichtlich motiviert. „Larry und ich haben sehr gute Gespräche über das Team geführt und darüber gesprochen, wohin die Reise gehen soll. Ich habe in meinen ersten beiden Rennsportjahren in Amerika unheimlich viel gelernt, aber ich habe das Gefühl, dass es in der IndyCar-Serie für mich noch viel mehr zu lernen und zu erreichen gibt.“
Dabei war es keineswegs nur der glorreiche Name des Rekordchampions AJ Foyt, der den Norweger zur Unterschrift bewog. Hinter den Kulissen rüstet der Rennstall seit geraumer Zeit massiv auf, um die Lücke zu den etablierten Spitzenkräften Penske, Ganassi und McLaren dauerhaft zu schließen. Hauger ließ sich vor allem von den greifbaren Visionen der Führungsriege überzeugen.
„Dieses Team hat so viel Geschichte in diesem Sport, aber was mich noch viel mehr fasziniert hat, war zu hören, was für die Zukunft geplant ist und was sie dort gerade aufbauen“, führte der 23-Jährige weiter aus. „Ich will mit jedem einzelnen dort hart arbeiten und sehen, wie weit wir es gemeinsam bringen können.“
Tatsächlich hat sich bei AJ Foyt Racing eine personelle und technische Runderneuerung vollzogen, die sich nun auch auf Fahrerseite widerspiegelt. Larry Foyt verfolgt einen klaren Plan, bei dem Hauger die Speerspitze auf der Strecke bilden soll, während im Hintergrund das Budget und die Infrastruktur auf ein neues Niveau gehievt werden.
„Wir haben viel Zeit damit verbracht, darüber zu reden, wohin wir dieses Team führen wollen“, gab Foyt Einblicke in die strategische Ausrichtung. „Wir investieren in unsere Leute, in unsere technische Abteilung und in unser kommerzielles Programm, weil wir unaufhaltsam nach vorne marschieren wollen. Dennis ist ein gewaltiger Baustein in diesem Plan.“
Ermöglicht wird diese Offensive durch die treue Unterstützung namhafter Geldgeber, die der Truppe seit Jahren den Rücken freihalten. Vor allem die Hendricks Holding Company und die gemeinnützige Organisation Homes For Our Troops stellen das wirtschaftliche Rückgrat für den Einsatzwagen mit der Nummer 14 dar.
„Wir sind in der glücklichen Lage, Partner wie die Hendricks Holding Company und Homes For Our Troops an unserer Seite zu haben, die an das glauben, was wir mit dem Programm der Startnummer 14 tun“, stellte der Teambesitzer dankbar klar. „Sie haben uns die Chance gegeben, dieses Projekt weiter aufzubauen, und jetzt ist es verdammt noch mal unsere Aufgabe, das Beste daraus zu machen.“
Dass die Chemie zwischen Mannschaft und Pilot stimmt, liegt vor allem am gemeinsamen Ziel, das Foyt trocken auf den Punkt brachte: „Dennis will gewinnen, und wir wollen gewinnen. Genau da fängt alles an.“
Haugers motorsportliche Visitenkarte kann sich ohnehin sehen lassen, denn schon in Europa sammelte er Pokale am Fließband. Nach dem Gewinn der italienischen Formel-4-Meisterschaft 2019 raste er 2021 zum Titel in der Formel 3, holte fünf Siege im knüppelharten Unterhaus der Formel 2 und ging jahrelang durch die schonungslose Kaderschmiede von Red Bull, ehe er den Sprung über den großen Teich wagte.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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