„Ich liebe es“: Gil Linster nach Saisonauftakt in Valencia heiß auf mehr

„Ich liebe es“: Gil Linster nach Saisonauftakt in Valencia heiß auf mehr
Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Gil Linster beendete beide Rennen der NASCAR Euro Series in Valencia auf dem Podium – Der Luxemburger will in der Saison 2026 um den OPEN-Titel kämpfen

Gil Linster hat beim Saisonauftakt der NASCAR Euro Series 2026 in Valencia ein deutliches Ausrufezeichen im Kampf um den OPEN-Titel gesetzt. Der Luxemburger sicherte sich auf dem Circuit Ricardo Tormo mit den Plätzen zwei und drei eine hervorragende Ausgangsposition und liegt nun punktgleich mit Claudio Cappelli auf dem zweiten Gesamtrang. 

Mit nur elf Zählern Rückstand auf Doppelsieger Thomas Toffel bewies Linster am Wochenende im spanischen Valencia, dass der Weg zur Meisterschaft in dieser Saison auch über ihn führen wird. Der Pilot des Ford Mustang mit der Startnummer 50 von Hendriks Motorsport zeigte sich nach den ersten beiden Wertungsläufen sichtlich zufrieden mit seiner Ausbeute. 

„Ich liebe es“, kommentierte Linster seinen Saisonstart kurz und knapp, nachdem er sich im heißen Asphalt-Tanz von Valencia behauptet hatte. Für den erfahrenen NASCAR-Spezialisten ist das Ziel in diesem Jahr klar definiert: Er will die europäische NASCAR-Krone in der OPEN-Division erobern.

Bereits am Samstag legte Linster den Grundstein für sein starkes Punktekonto, als er das Rennen auf dem zweiten Platz beendete. „Es war ein wirklich cooles Rennen für mich“, resümierte er seinen ersten Einsatz unter der spanischen Sonne. Dabei bewies er strategisches Feingefühl, da sein Team ein eher Setup gewählt hatte, was die Reifen über die Distanz forderte.

Linster entschied sich daher für eine abwartende Taktik, um die Gummis für das Finale zu schonen. „Ich wusste, dass wir mit einem etwas weicheren Setup unterwegs waren, also hatten wir bei den Longruns etwas mehr mit den Reifen zu kämpfen“, erklärte er seinen Ansatz. Er versuchte lediglich, seinen Rhythmus in der Führungsgruppe zu finden und von den Fehlern der Konkurrenz zu profitieren.

Dabei gab der Luxemburger offen zu, dass ihm das Rennglück in den entscheidenden Momenten zur Seite stand. „Manchmal hat man ein wenig Glück, und ich denke, heute kann ich wirklich sagen, dass ich mit der #24 [Thomas Dombrowski] und der #11 [Raphael Lessard] Glück hatte“, so Linster. Was genau bei seinen Kontrahenten passierte, war ihm im Eifer des Gefechts egal, denn die Punkte für den zweiten Rang nahm er dankend mit.

Am Sonntag folgte ein weiterer Podiumsplatz, als Linster nach einem harten Schlagabtausch als Dritter die Ziellinie überquerte. Auch in diesem Rennen stand das Reifenmanagement im Fokus, da er sich gegen Angriffe wehren musste. „Heute ging es für mich nur darum, alles zu kontrollieren“, beschrieb er seinen Arbeitstag im Cockpit des Hendriks-Boliden.

In der Schlussphase des Rennens fand Linster noch einmal die nötige Pace, um die Lücke zur Spitze zu verkürzen, doch die Zeit reichte nicht mehr für ein entscheidendes Manöver aus. „Am Ende habe ich den Rückstand wieder etwas aufgeholt und gekämpft – ich glaube, ich hätte noch eine Runde mehr gebraucht, um ihn wirklich attackieren zu können“, gab er zu Protokoll. Dennoch war er sich sicher, dass der enge Kampf für die Fans an den Bildschirmen eine großartige Show bot.

Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Während Linster die Konstanz in Person war, wirbelte Claudio Cappelli das Feld mit einer spektakulären Aufholjagd auf. Der Italiener kämpfte sich am Samstag von Startplatz 17 bis auf Rang drei vor und kassierte dafür wertvolle Bonuspunkte für die meisten gewonnenen Positionen. Mit einem sechsten Platz am Sonntag untermauerte der bärtige Routinier seine Form und schloss in der Tabelle zu Linster auf.

Cappelli, der nebenbei die Legend Trophy für Fahrer über 45 Jahre anführt, sorgte am Sonntag zudem für eine artistische Einlage, als er Linster leicht touchierte. „Ich habe einen Fehler gemacht, es tut mir leid, ich habe Gil ein wenig berührt, weil er etwas früher gebremst hat“, erklärte der Italiener das Malheur. Sein anschließender 360-Grad-Dreher sah laut dem Funkspruch seines Teams immerhin spektakulär aus und verhinderte Schlimmeres.

Die Jagd auf den Tabellenführer Thomas Toffel geht für das Verfolger-Duo am 23. und 24. Mai in die nächste Runde. Dann gastiert der NASCAR-Tross auf dem Circuit Paul Ricard im französischen Le Castellet. Linster und Cappelli werden dort versuchen, die Lücke zum Schweizer zu schließen und die Machtverhältnisse in der OPEN-Meisterschaft neu zu ordnen.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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