Machtdemonstration in Kansas: Kaden Honeycutt stürmt an die Chase-Spitze

Machtdemonstration in Kansas: Kaden Honeycutt stürmt an die Chase-Spitze
Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Kaden Honeycutt hat das Chase-Rennen der NASCAR Truck Series auf dem Kansas Speedway nach 111 Führungsrunden für sich entschieden – Ein Mauerkontakt von Verfolger Layne Riggs zwei Runden vor dem Ende besiegelte Honeycutts Sprung an die Spitze der Gesamtwertung

Kaden Honeycutt hat am Samstagabend das Chase-Rennen der NASCAR Craftsman Truck Series auf dem Kansas Speedway dominiert und mit seinem Sieg die Gesamtführung im Titelkampf übernommen. Der Pilot von Tricon Garage führte 111 der 134 Runden an, gewann beide Stages und setzte sich nach einer fast fünfstündigen Regenpause letztlich souverän gegen die Konkurrenz durch. Durch das späte Drama um seinen schärfsten Rivalen Layne Riggs reist Honeycutt nun mit einem komfortablen Polster von 37 Punkten Vorsprung zum nächsten Chase-Lauf.

„Wir haben es einfach auf den Punkt gebracht“, freute sich Honeycutt im Anschluss über seinen Premieren-Erfolg auf dem 1,5-Meilen-Oval, der zugleich sein dritter Saisonsieg und der dritte Triumph seiner Karriere war. „Wir haben den ganzen Abend über perfekt abgeliefert, ich kann meiner Boxencrew gar nicht genug danken.“ Auf die traditionelle Jubel-Geste verzichtete der Tagessieger jedoch ganz bewusst: „Tut mir leid, dass ich keine Burnouts gemacht habe – aber wir müssen das Teil für das Finale in Homestead schonen, und die Motoren kosten schließlich eine Menge Geld.“

Den Grundstein für den Erfolg legte Honeycutt bereits beim Start von Rang vier, als er sich noch in Runde eins an Polesetter Nick Sanchez vorbeischob und den ersten Rennabschnitt kontrollierte. Erst in Runde 48 gab er die Spitzenposition kurzzeitig nach einer Gelbphase an Riggs ab. Honeycutt fackelte jedoch nicht lange: Nur zwei Umläufe später klopfte er am Heck des Front-Row-Fords an, Riggs schrammte leicht an die Außenmauer und die Startnummer 11 schlüpfte innen wieder zum Stage-2-Sieg durch.

Foto: NASCAR Media / Jonathan Bachman/Getty Images

Nach 70 Runden legten sintflutartige Regenfälle das Renngeschehen auf dem Tri-Oval für exakt vier Stunden und 47 Minuten auf Eis. Das Fahrerfeld verharrte geduldig unter roter Flagge auf dem Asphalt, ehe die Strecke endlich wieder getrocknet war. „Ein Dank an NASCAR und alle Beteiligten, dass wir das Rennen überhaupt beenden konnten“, betonte Honeycutt die Geduldsprobe. „Kaum standen wir in der Victory-Lane, fing es nämlich schon wieder an zu regnen.“

Beim Restart in Runde 78 räumte Honeycutt die beiden Taktierer Grant Enfinger und Ben Rhodes schnell aus dem Weg und kontrollierte die Pace, bis eine späte Gelbphase das Feld durcheinanderwirbelte. Während Honeycutt in Runde 117 vier frische Pneus aufziehen ließ, riskierte Riggs mit nur zwei neuen Reifen alles und übernahm prompt Platz eins. Honeycutt konterte den Angriff jedoch nur eine Runde später eiskalt aus und verteidigte die Führung bis ins Ziel.

Für Verfolger Riggs endete die Aufholjagd in einer herben Enttäuschung. Der als Erstgesetzter in den Chase gestartete Youngster hatte bereits bei einem verpatzten Stopp vor der Regenpause wertvollen Boden verloren, kämpfte sich aber bravourös wieder auf Rang zwei vor. Zwei Runden vor Schluss übertrieb es Riggs im Duell an der Spitze jedoch: Er touchierte die Außenmauer heftig und wurde noch bis auf Rang 19 durchgereicht.

„Ich habe einfach alles riskiert“, zeigte sich Riggs nach dem Rennen sichtlich geknickt über seine Fehleinschätzung. „Ich habe viel zu hart gepusht – und zwar in einem Moment, in dem ich es gar nicht hätte tun dürfen. Ich hätte mich mit dem zweiten Platz zufriedengeben sollen, dann hätte ich später noch eine Chance gehabt.“ Sein Ford F-150 sei zwar schnell gewesen, allerdings das gesamte Rennen über zu lose auf der Hinterachse gelegen. „Ich dachte, ich kriege zwei Runden vor Schluss einen gigantischen Run auf der Start-Ziel-Geraden, aber da kam ich gar nicht erst an – stattdessen traf ich die Wand.“

Hinter Sieger Honeycutt rettete Christian Eckes mit einem Rückstand von 1,358 Sekunden Rang zwei über die Ziellinie. Brent Crews belegte den dritten Platz, gefolgt von den Chase-Teilnehmern Daniel Hemric, Rhodes und Chandler Smith. Die Top 10 komplettierten Nick Leitz, Tanner Gray, Jake Garcia und Corey LaJoie, die allesamt nicht im Titelkampf vertreten sind.

Ein völlig gebrauchtes Wochenende erlebte Routinier Enfinger. Nach der Führung während der langen Rotphase warfen ihn eine Geschwindigkeitsstrafe in der Boxengasse sowie ein Mauerkontakt mit anschließendem Reifenschaden weit zurück. Weil er seinen beschädigten Truck in Kurve 3 absichtlich abstellte, um eine Gelbphase zu erzwingen, belegte NASCAR ihn zusätzlich mit einer Zwei-Runden-Strafe – Rang 31 war die bittere Quittung.

Mit einer fast perfekten Ausbeute von 75 Punkten – lediglich die Zähler für die schnellste Rennrunde schnappte sich Tyler Ankrum – zementierte Honeycutt seine Titelambitionen eindrucksvoll.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.