Mammut-Woche für die World of Outlaws Late Model Series: Vier Rennen am Stück
Die World of Outlaws Late Model Series war zuletzt an vier Renntagen unterwegs – Das sind die Sieger der intensiven Woche
Die World of Outlaws Late Model Series hat eine spektakuläre und geschichtsträchtige Rennwoche im Nordosten der USA hinter sich. Zwischen dem 27. und 30. Mai 2026 machten vier verschiedene Sieger auf den Dirt-Tracks in Pennsylvania und Ohio von sich reden, wobei vor allem astronomische Preisgelder im Mittelpunkt standen. Bobby Pierce, Ricky Thornton Jr., Tyler Erb und Nick Hoffman teilten die Triumphe unter sich auf, während lokale Gönner die Dirt-Track-Welt mit unerwarteten Mega-Prämien verzückten.
Pierce triumphiert im verlegten Krimi von Marion Center
Den Auftakt machte das Connor Bobik Memorial auf dem Marion Center Raceway in Pennsylvania. Weil das Event auf den Mittwochabend verlegt werden musste, entwickelte sich das Rennen zu einem absoluten Zuschauermagneten mit enormer Starpower im Fahrerlager.
An der Spitze entbrannte ein intensiver Zweikampf zwischen dem aktuellen Champion Bobby Pierce und Hudson O’Neal. Die beiden Ausnahmefahrer schenkten sich im dichten Überrundungsverkehr keinen Zentimeter Platz und tauschten mehrfach per Slide-Job die Führung. Pierce behielt in der Schlussphase die Nerven, konterte die finalen Angriffe von O’Neal und sicherte sich seinen neunten Saisonsieg.
„Es ist verdammt hart, wenn du führst und Hudson im Nacken hast, er ist ein verdammt guter Fahrer“, gab Pierce im Ziel zu Protokoll. „Ein Dank an ihn für das saubere Rennen. Er hätte voll reinhalten können, aber das wäre verdammt eng geworden.“ Hinter O’Neal feierte Drake Troutman auf seiner Heimstrecke mit Rang drei das beste Ergebnis seiner Karriere.
Befreiungsschlag für Thornton Jr. in Wayne County
Nur 24 Stunden später zog der Tross weiter zum Wayne County Speedway nach Ohio für die Lonewolf 40. Für Ricky Thornton Jr. kam dieses Rennen genau zur richtigen Zeit, nachdem er im Mai eine regelrechte Berg- und Talfahrt mit mehreren Platzierungen außerhalb der Top 15 durchlebt hatte.
Von der Pole-Position aus diktierte Thornton das Geschehen auf dem anspruchsvollen Oval. Während hinter ihm Mitfavoriten wie O’Neal und Brandon Sheppard mit Reifenschäden strandeten, zog „RTJ“ an der Außenbahn einsam seine Kreise. Weder Nick Hoffman noch der von Platz 16 heranstürmende Bobby Pierce fanden einen Weg vorbei am Führenden.
„Wir haben hart gearbeitet, um besser zu werden“, erklärte Thornton nach seinem sechsten World-of-Outlaws-Sieg. „Nicht, dass wir langsam gewesen wären, uns fehlte einfach das Glück. Ich habe Sheldon Haudenschild hier wohl schon neun Millionen Mal oben langjagen sehen, aber ich habe hier noch nie ein Late-Model-Rennen verfolgt.“ Hoffman und Pierce komplettierten das Podium, während Dustin Sorensen als Fünfter sein zweites Top-5-Ergebnis in Folge verbuchte.
Die 100.000-Dollar-Überraschung für „Terbo“ in Mansfield
Der absolute Wahnsinn wartete am Freitag beim Blaster 57 Special auf dem Mansfield Speedway. Unmittelbar vor dem Start des Hauptrennens schraubte die lokale Philanthropen-Familie Niss das reguläre Siegpreisgeld von 12.000 Dollar über Funk spontan auf sage und schreibe 100.000 Dollar hoch.
Tyler Erb ließ sich von dieser Nachricht nicht beirren, schnappte sich beim Start die Führung von Thornton und kontrollierte das Rennen von der Spitze. Auch die Angriffe von Brandon Overton nach mehreren Gelbphasen wehrte Erb eiskalt ab, um den größten Scheck seiner Karriere einzustreichen. Für Erb war es die Krönung einer perfekten Woche, nachdem er und seine Freundin am Vortag die anstehende Geburt ihres ersten Kindes verkündet hatten.
„Bei 100.000 Dollar habe ich meine Kurveneinfahrt in Turn 1 noch einmal überdacht“, so Erb nach dem Triumph. „Ich bin da reingeflogen wie im Qualifying. Nach der ersten Runde dachte ich mir: Nur noch 39 Runden, dann bist du ein Hunderttausendär.“ Overton musste sich mit dem zweiten Platz begnügen, während Pierce erneut eine furiose Aufholjagd von Startplatz zehn bis auf Rang drei zeigte.
Hoffman macht die Hunderttausend am Samstag voll
Wer dachte, das finanzielle Feuerwerk sei damit erloschen, wurde am Samstagabend eines Besseren belehrt. Beim großen Finale in Mansfield erhöhte die Niss-Familie die Siegprämie für die 57 Runden kurzerhand auf 100.057 Dollar.
Diesmal schlug die Stunde von Nick Hoffman. Der „Thrill From Mooresville“ lauerte geduldig auf seine Chance, während Garrett Alberson das Feld über weite Strecken anführte. Elf Runden vor Schluss nutzte Hoffman einen kleinen Fahrfehler von Alberson in den unruhigen Kurven eins und zwei eiskalt aus, stach innen durch und zog unwiderstehlich davon.
„Das ist unwirklich“, zeigte sich ein emotionaler Hoffman überwältigt. „Ich war vor acht Jahren für die Dirt-Million das erste Mal in einem Late Model hier. Ich habe viel durchgemacht, hatte viele verschiedene Autobesitzer. Ohne sie alle stünde ich heute nicht hier.“
Alberson verpasste den größten Erfolg seiner Karriere nur knapp und wurde Zweiter, während Hudson O’Neal als Dritter die Heimreise antrat. Freitagssieger Tyler Erb unterstrich seine starke Form mit einem vierten Platz.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





