Alex Palou dominiert die IndyCar Series: Vierter Sieg in Detroit

Alex Palou dominiert die IndyCar Series: Vierter Sieg in Detroit
Foto: Penske Entertainment: James Black

Alex Palou sicherte sich in den Straßen von Detroit seinen vierten Saisonsieg – Der Katalane baute so seine Meisterschaftsführung weiter aus

Alex Palou hat das Chaos beim Chevrolet Detroit Grand Prix überstanden und sich den vierten Saisonsieg in der laufenden IndyCar-Saison 2026 gesichert. Der viermalige Champion setzte sich am Sonntag auf dem engen Stadtkurs in Detroit nach 100 turbulenten Runden im Honda von Chip Ganassi Racing gegen Kyle Kirkwood durch. Mit einer klugen Reifenstrategie baute der Spanier seine Tabellenführung weiter aus, während hinter ihm ein erbitterter Kampf mit zahlreichen Gelbphasen tobte.

Der Schlüssel zum Erfolg lag diesmal nicht in der reinen Dominanz, sondern in der Weitsicht am Kommandostand. Stratege Barry Wanser holte Palou in Runde 63 rechtzeitig an die Box, um auf die härteren und haltbareren Primärreifen zu wechseln. Damit entging das Team einem drohenden Chaos bei Gelb, das prompt wenig später eintrat und die Konkurrenz strategisch eiskalt erwischte.

„Es fühlt sich ehrlich gesagt an wie beim ersten Mal“, gab ein sichtlich erleichterter Palou nach dem Rennen zu Protokoll. „Es war ein hartes Rennen, ein verdammt hartes Rennen. Aber das Team hat mit der Strategie wieder einmal einen unglaublichen Job gemacht. Auch die Boxenstopps waren fantastisch. Ein unglaublicher Lauf und ein toller Start in das Jahr, aber es war harte Arbeit.“

Das Reifen-Dilemma der Konkurrenz

Kirkwood, der im Andretti-Honda den zweiten Platz einfuhr, wurde durch eine späte Gelbphase gezwungen, die weicheren, aber schneller abbauenden Alternativreifen für den finalen Sprint zu nutzen. Zwar saugte er sich kurzzeitig an Palous Heckstoßstange fest, doch die erhoffte Attacke verpuffte im dichten Safety-Car-Verkehr. Die Reifen des US-Amerikaners bauten in der Schlussphase schlichtweg zu stark ab.

„Wir haben am Ende ein kleines Risiko mit den Reifen auf uns genommen und waren die Einzigen auf den roten Alternativreifen“, erklärte Kirkwood sichtlich geknickt. „Es hätte fast funktioniert, es war extrem knapp. Leider gab es zwei Gelbphasen zur für uns falschen Zeit. Ich war bereit für ein Manöver gegen ihn, und genau in dem Moment kommt die Gelbphase, nachdem ich zehn Sekunden des Push-to-Pass-Systems verbrannt hatte. Danach hatte ich keine echte Chance mehr, weil ich meine Reifen für diesen einen Angriffsversuch schon zu stark beansprucht hatte.“

Crash-Festival auf den Straßen von Detroit

Hinter dem Spitzenduo ging es auf dem 1,645 Meilen langen Kurs drunter und drüber. Insgesamt sechs Gelbphasen zerrissen den Rhythmus des Rennens immer wieder aufs Neue. Unter anderem schlug Formel-1-Umsteiger Mick Schumacher nach einem harten Duell in den Reifenstapeln ein und riss David Malukas mit ins Verderben, während Romain Grosjean kurz vor Rennende nach einer Berührung mit Alexander Rossi unsanft in der Mauer landete.

Palou ließ sich von den unzähligen Restarts nicht aus dem Konzept bringen, obwohl er nach eigenen Angaben zu Beginn des Rennens noch mit der Balance kämpfte und Plätze einbüßte. Am Ende kontrollierte er das Feld von der Spitze aus und feierte seinen 23. Karrieresieg im 106. Start. Das Podium komplettierte Graham Rahal, der sich aus allen Scharmützeln erfolgreich heraushielt.

IndyNXT: Der Nachwuchs gibt Gas

Enzo Fittipaldi hat das turbulente IndyNXT-Rennen in Detroit für sich entschieden und damit 35 Jahre nach seinem Großvater Emerson wieder den legendären Familiennamen in der Motor-City in die Siegerstraße zurückgebracht. Trotz eines beschädigten Frontflügels und eines Lochs in der Nase seines Autos, die er sich bei einer Kettenreaktion in der ersten Runde zuzog, kämpfte sich der Rookie von HMD Motorsports stark zurück. Dank eines geschickten Manövers nach einer Gelbphase zog er an seinen Konkurrenten vorbei und fuhr den Sieg unter Gelb nach Hause.

Mit diesem zweiten Saisonsieg übernahm Fittipaldi die Führung in der Gesamtwertung der IndyCar-Nachwuchsserie. Er liegt nun sieben Punkte vor Nikita Johnson und acht Punkte vor seinem Teamkollegen Tymek Kucharczyk, der das Rennen hinter Myles Rowe als Dritter beendete. Das spektakuläre Rennen auf dem engen Stadtkurs bot den Fans jede Menge Action und stellte mit insgesamt 141 Überholmanövern einen neuen Serienrekord für Detroit auf. Das nächste Rennen findet bereits am 7. Juni auf dem Oval in Madison statt.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.