Historischer Triumph: NASCAR-Star Kasey Kahne gewinnt World-of-Outlaws-Rennen

Historischer Triumph: NASCAR-Star Kasey Kahne gewinnt World-of-Outlaws-Rennen
Foto: World of Outlaws / Tyler Carr

Kasey Kahne feierte auf dem Williams Grove Speedway seinen ersten Sieg in der World of Outlaws Sprint Car Series – Dabei teilte er sich die Siege der Rennwoche in Pennsylvania mit David Gravel und Michael „Buddy“ Kofoid

Die World of Outlaws Sprint Car Series gastierte für eine hochintensive Rennwoche im Keystone State. Den Auftakt machte ein nervenaufreibender Schlagabtausch auf dem Lincoln Speedway, bevor die Truppe zum Williams Grove Speedway weiterzog. Am Ende teilten sich Michael „Buddy“ Kofoid, Kasey Kahne und David Gravel die Siege auf den Dirt-Ovalen in Pennsylvania auf.

Hier gehts zu den Highlights von Dienstag, Freitag und Samstag

Gettysburg Clash auf dem Lincoln Speedway

Der Lincoln Speedway diente als Schauplatz für das Eröffnungsrennen der World-of-Outlaws-Woche. Polesetter Gravel übernahm zunächst die Führung und verteidigte diese souverän, bis ein heranstürmender Kofoid in Runde 19 zum ersten ernsthaften Angriff ansetzte – nachdem zuvor bereits Carson Macedo in Runde elf vergeblich versucht hatte, die Spitze zu übernehmen.

Kofoid erzwang die Führung schließlich mit einem Slide-Job über die gesamte Fahrbahnbreite. Zwar konnte Gravel kontern, doch eine für Kofoid glückliche Rennunterbrechung rettete ihm den Platz an der Spitze: Da die Unterbrechung ausgerufen wurde, bevor eine weitere Runde offiziell abgeschlossen war, behielt die Startnummer 83 die Führung. Ausgelöst wurde die rote Flagge durch einen Unfall, in den mehrere Fahrzeuge verwickelt waren, der jedoch keine schwereren Folgen hatte.

Nach dem Neustart behielt Kofoid die Nerven gegenüber Gravel und einem heranstürmenden Macedo, der in der Schlussphase noch einmal mächtigen Druck ausübte. Im finalen Umlauf steckte Kofoid hinter einem überrundeten Fahrzeug fest, was Macedo die Chance bot, eine bessere Linie zu wählen. In einem Beschleunigungsduell auf der Zielgeraden behielt Kofoid schließlich hauchdünn die Oberhand vor dem schwarz-grünen Sprint-Car von Macedo.

„Ich habe Carson nicht wirklich gesehen“, beschrieb Kofoid später den Weg zu seinem zweiten Sieg in Folge beim Gettysburg Clash. „Ich glaube, ich habe ihn nach der weißen Flagge in Kurve eins gehört. Dabei war ich mir unsicher, was der Überrundete machen würde. Schlussendlich hatte ich ordentlich Schwung, und es sah erst so aus, als würde er oben bleiben, doch dann zog er plötzlich runter. Ich habe versucht, in der Clean Air zu bleiben, habe die Linie aber leicht verpasst und musste mich irgendwie zurückkämpfen.“

Foto: World of Outlaws / Tyler Carr

Kasey Kahne holt ersten World-of-Outlaws-Sieg

Der Freitagabend auf dem 0,5-Meilen-langen Williams Grove Speedway sorgte für eine Überraschung, die über die Dirt-Track-Szene hinaus Wellen schlug. Mit Kahne sicherte sich ein Pilot den Sieg, der eigentlich aus der NASCAR-Welt bekannt ist. In einem actionreichen Lauf feierte er seinen ersten Triumph bei den World of Outlaws.

Das Rennen war von Beginn an von Spannung geprägt: Bereits in der zweiten Runde kämpfte das Spitzenquartett, angeführt von Kahnes weiß-rotem Sprint-Car, Stoßstange an Stoßstange um den Sieg auf dem Dirt-Oval. Nachdem sich Sheldon Haudenschild an David Gravel und Chase Dietz vorbeiarbeitete, rückte er dem NASCAR-Veteranen gefährlich nahe.

Haudenschild schaffte es jedoch nicht mehr, die Führung an sich zu reißen. Damit kann Kahne nun neben prestigeträchtigen Siegen beim Brickyard 400 und dem Coca-Cola 600 auch einen Erfolg bei den World of Outlaws vorweisen.

„Das ist Wahnsinn“, zeigte sich Kahne nach dem Rennen überwältigt. „Ich konnte kaum glauben, dass es dieses Wochenende passieren würde. Vor zwei Wochen habe ich noch an meinen eigenen Autos geschraubt, um sie für spätere Einsätze in diesem Jahr vorzubereiten. Ein riesiger Dank geht an Nick Macri und die ganze Familie, an das gesamte Macri-Motorsports-Team. Joe Mooney an den Schraubenschlüsseln ist einfach außergewöhnlich. Er hat früher bei KKR (Kasey Kahne Racing) gearbeitet und seitdem mit Anthony so viel erreicht. Bob, Doug, das ganze Team – das ist eine wirklich starke Truppe.“

Foto: World of Outlaws / Tyler Carr

David Gravel gewinnt Abschlussrennen

Den krönenden Abschluss des Wochenendes entschied der zweimalige World-of-Outlaws-Champion Gravel für sich, der aktuell mit Hochdruck an seinem dritten Titel arbeitet.

Der aus Connecticut stammende Rennfahrer startete von der Außenseite der ersten Reihe in das 30-Runden-Finale. Anders als am Vortag zog bereits in der Eröffnungsrunde mühelos an Kahne vorbei. Während die Runden verstrichen, pflügte Gravel regelrecht durch den Überrundungsverkehr.

Justin Whittall schob sich gegen Ende zwar noch auf den zweiten Rang vor und verkürzte den Abstand, konnte Gravel jedoch nicht mehr ernsthaft gefährlich werden. Gravel sah als Erster die schwarz-weiß-karierte Flagge, sicherte sich den „Morgan Cup“ und strich eine Siegprämie von 20.000 US-Dollar ein.

In der Analyse seines Sieges verwies Gravel auf die äußeren Bedingungen: „Durch den Regen am Morgen war auf der oberen Linie ordentlich Grip vorhanden. Die Jungs haben die Strecke mit den Push-Trucks und Wasserwagen gut präpariert. Das Auto ist beim Start richtig losgeschossen, obwohl mein Motor eigentlich noch sehr kalt war. In den ersten fünf oder sechs Runden lief er nicht perfekt, aber er hatte genug Power, um Kahne in Kurve eins zu schlagen.“

„Er hat nicht versucht, mich mit einem Slide-Job zu blocken, sondern schien eher abzuwarten und die Innenbahn zu wählen – das war offensichtlich der entscheidende Moment des Rennens. Man weiß hier nie … es hätten zehn Gelbphasen kommen können oder eben ein kompletter Durchlauf unter Grün. Zum Glück blieb es diesmal von Start bis Ziel grün.“

Das nächste Event findet auf dem Eldora Speedway statt.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.
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