World of Outlaws auf dem Eldora Speedway: Spektakel und emotionale Siege
Bei den World of Outlaws auf dem Eldora Speedway feierten Rico Abreu und Logan Schuchart am Wochenende zwei spektakuläre Siege – Während Abreu eine Lücke zur Rennhalbzeit nutzte beendete Schuchart seine lange Durststrecke nach einem Schicksalsschlag
Die World of Outlaws Sprint Car Series gastierte an diesem Wochenende auf dem prestigeträchtigen Eldora Speedway nördlich von Rossburg, Ohio. Dabei boten beide Feature-Rennen erstklassige Unterhaltung und brachten mit Rico Abreu und Logan Schuchart zwei verdiente Sieger hervor.
Freitag: Abreus Vorstoß zur Halbzeit
Abreu setzte sich bereits im Freitagsrennen nach einem dramatischen Duell zur Rennhalbzeit gegen seine Konkurrenten durch. In einem packenden Dreikampf mit Giovanni Scelzi und Michael „Buddy“ Kofoid nutzte er die perfekte Lücke: Während sich Scelzi und Kofoid um die Spitzenposition bekämpften, stürmte Abreu von hinten heran und zog mit seiner Startnummer 24 auf der Innenbahn an beiden vorbei.
Kurz nachdem das Auto von Tony Stewart/Curb-Agajanian Racing die Nase vorn hatte, sorgte eine leichte Berührung mit der Außenmauer für einen kurzen Schreckmoment. Abreu konnte sich jedoch blitzschnell erholen und fuhr einen Vorsprung heraus. Nach einem Restart in Runde 21 von 30 musste er zwar noch einmal kurz zittern, setzte sich dann aber souverän ab. Damit bescherte er seinem Teambesitzer Tony Stewart – dem auch der Eldora Speedway gehört – den Heimsieg vor Kofoid und Scelzi.
„Mann, dieses Team, diese Jungs“, sagte Abreu und lobte sofort seine Crew um Ricky Warner. „Ich weiß, ich spreche oft über sie, aber sie sind das Rückgrat dieses Sports. Wir hatten eine unglaubliche Strecke mit mehreren Linien. In den ersten etwa zehn Runden konnte ich einfach mitschwimmen und mein Auto richtig analysieren. Ich habe darauf gewartet, dass etwas Sprit verbrennt, damit ich am Kurveneingang etwas aggressiver sein kann.“

Samstag: Ein hochemotionaler Triumph
Der Samstag lieferte eine hochemotionale Geschichte. Im vergangenen Herbst erlitt Schuchart einen schweren persönlichen Verlust, als sein Großvater und Shark-Racing-Chef Bobby Allen plötzlich verstarb. Allen war jedoch weit mehr als nur ein Verwandter und Teambesitzer: Er war Schucharts Mentor. Er hatte ihn in unzähligen Lebensbereichen unterstützt und maßgeblich dazu beigetragen, seinen Enkel an die absolute Spitze des Sprint-Car-Sports zu führen.
Der Verlust von Allen fiel zudem in eine sportlich schwere Phase für Schuchart. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seit über vier Monaten kein Rennen mehr gewonnen – eine Durststrecke, die sich bis in den Mai dieser Saison hineinzog. Doch am Samstagabend schlug Schuchart auf dem Eldora Speedway zurück und feierte im Shark-Racing-Boliden mit der Nummer 1S einen hochemotionalen Triumph zu Ehren seines Großvaters.
In einem dramatischen Kampf mit Brady Bacon verdiente er sich diesen Erfolg und bot den Fans neben der emotionalen Hintergrundgeschichte eine grandiose Show. Die beiden Piloten wechselten in einem packenden Duell mehrfach die Führung, bis es Schuchart schließlich gelang, die Spitzenposition endgültig zu behaupten. Er wehrte einen späten Angriff des heranstürmenden Vortagessiegers Abreu ab und sah als Erster die schwarz-weiß-karierte Flagge.
„Mann, dieser Typ [Bobby Allen] hat 1978 das allererste World-of-Outlaws-Rennen hier gewonnen“, sagte Schuchart mit einem Kloß im Hals. „Dieser Sieg fühlt sich ganz anders an, aber ich freue mich riesig für mein Team und alle, die so hart dafür schuften. Wir haben wirklich alles gegeben. Wie ich heute schon sagte: Ich wusste, dass die Statistiken nicht für uns sprachen, und man hört ja immer das Gerede: ‚Was ist da los? Besinnt euch auf die Basics. Aber die Wahrheit ist, dass das, was wir früher gemacht haben, einfach nicht mehr funktioniert. Wir arbeiten hart daran, und das war definitiv das beste Gefühl, das ich seit vielen Jahren auf einem rutschigen Eldora-Kurs hatte. Ich bin super glücklich mit dem Auto.“
Schucharts Triumph beendete eine Durststrecke von 64 sieglosen Rennen und schraubte seine Karrierebilanz in der World of Outlaws auf 45 Erfolge. Der gebürtige Hannoveraner hat nun bereits siebenmal auf dem „Big E“ gewonnen, fünfmal davon im Rahmen der World of Outlaws Sprint Car Series. Damit baute er seine beeindruckende Serie auf elf aufeinanderfolgende Saisons mit mindestens einem Sieg aus.
Abreu wurde Zweiter und krönte damit ein starkes Wochenende für sich und das Team von Tony Stewart/Curb-Agajanian Racing. Bacon kam als Dritter ins Ziel, nachdem er das Rennen im Auto von TKH Motorsports zuvor 15 Runden lang angeführt hatte.
Hier geht es zu den Highlights von Freitag und Samstag
Das nächste Event der Sprint Car Series findet auf dem Knoxville Raceway und dem Huset’s Speedway statt.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






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