Nach Strafe zum Sieg: Hamlin bezwingt den Nashville Superspeedway
Von ganz hinten nach ganz vorne: Denny Hamlin triumphiert nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle auf dem Nashville Superspeedway
Der NASCAR-Cup-Series-Routinier Denny Hamlin hat am Sonntagabend das dramatische Rennen auf dem Nashville Superspeedway gewonnen. Trotz einer frühen Strafe wegen eines Frühstarts, die ihn vom ersten Startplatz ans Ende des 38-köpfigen Feldes zurückwarf, kämpfte sich der 45-Jährige im Joe Gibbs Racing Toyota über 300 Runden zurück an die Spitze.
Nach einem packenden Dreikampf mit seinen Teamkollegen in den Schlussminuten sicherte Hamlin dem Hersteller Toyota den historischen ersten Triumph auf dem 1,33-Meilen-Betonovall.
Das Finale auf der Betonpiste bot puren Nervenkitzel für die Fans. Ein später Restart vier Runden vor dem Ende wirbelte das Feld noch einmal komplett durcheinander. Drei Toyota-Piloten aus dem Lager von Joe Gibbs Racing schossen im Dreierpack nebeneinander über die Start-Ziel-Linie und machten den Sieg unter sich aus. Hamlin behielt in diesem Zentimeterkrimi die Nerven und rettete einen hauchdünnen Vorsprung von 0,115 Sekunden vor Christopher Bell und Chase Briscoe ins Ziel.
Der Sieger beschrieb die entscheidende Phase im Cockpit mit einer Mischung aus Kalkül und purem Rennglück. Die Startnummern 20 und 19 hätten sich in der ersten Kurve nach dem Restart so hart bekämpft, dass sich für ihn innen die Lücke auftat, so Hamlin nach seinem 62. Karrieresieg.

Bell sei in der letzten Runde extrem tief in die erste Kurve hineingestochen, was Hamlin gerade so gereicht habe, um aus Turn 2 heraus vorbeizuziehen. Es sei einfach ein unglaublicher Tag gewesen, wenn man von Platz eins auf den letzten Rang und wieder zurück nach ganz vorne fahre.
Frust und Erleichterung im Team
Für den zweitplatzierten Bell war das Resultat ein bitteres Deja-vu, da er bereits in der Vorwoche den Sieg knapp verpasste. Auch Bell musste sich nach einem verpatzten Boxenstopp kurz vor dem Ende der ersten Stage von Rang 30 wieder nach vorne arbeiten. Er sprach von großartigem Racing für die Zuschauer, zeigte sich jedoch enttäuscht von der eigenen Leistung, das starke Auto nicht auf Platz eins abgestellt zu haben.
Hinter dem Toyota-Trio auf dem Podium sicherte sich Ricky Stenhouse Jr. im Chevrolet den vierten Rang. Dahinter folgte Shane van Gisbergen auf Platz fünf, der damit sein bislang bestes Resultat auf einem klassischen Ovalkurs feierte. Der Neuseeländer zeigte eine bärenstarke Leistung und führte das Rennen zwischenzeitlich sogar für zwölf Runden an.
Emotionale Momente und viel Blechschaden
Das Rennen bot den Zuschauern auf den ausverkauften Rängen reichlich Abwechslung und knackte mit 31 Führungswechseln unter 15 verschiedenen Piloten den historischen Streckenrekord. Zu Beginn der Nacht hielt die NASCAR-Welt kurz den Atem an, als die Fans in Runde acht des verstorbenen Ex-Champions Kyle Busch gedachten. Der viermalige Nashville-Sieger war in der vergangenen Woche an den Folgen einer Sepsis verstorben.
Nach der emotionalen Pause entwickelte sich eine wahre, wegen Regens verspätete Hitzeschlacht, die von insgesamt elf Gelbphasen geprägt war. Selbst nach dem Fallen der Zielflagge krachte es im Mittelfeld gewaltig, wodurch die Top-10-Finisher Tyler Reddick und Chase Elliott noch in Unfälle verwickelt wurden.
Tabellenführer Reddick behauptet trotz des Schrotts seine Spitzenreiter-Position in der Meisterschaft vor Hamlin. Das nächste Rennen der NASCAR Cup Series steigt bereits am Sonntag auf dem traditionsreichen Michigan Speedway.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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