„Motivierter als je zuvor“: Mariam Davitidze trotzt dem harten EuroNASCAR-Lehrgeld
Mit 22 Jahren stellt sich Mariam Davitidze der physischen Herausforderung der NASCAR Euro Series und schreibt dabei Motorsport-Geschichte für ihr Heimatland – Nach drei von Rückschlägen und Highlights geprägten Rennwochenenden nimmt die Kolkhi-GRT-Pilotin nun Platz eins ins Visier
Die georgische Rennfahrerin Mariam Davitidze wirbelt in ihrer Premierensaison die OPEN-Division der NASCAR Euro Series 2026 ordentlich auf und blickt pünktlich zu ihrem 22. Geburtstag am 1. Juli auf eine turbulente erste Saisonhälfte zurück. Auf den anspruchsvollsten Rennstrecken Europas kämpft die Rookie-Pilotin für das Team Kolkhi GRT um die Krone in der Lady Trophy.
Nach drei von sechs absolvierten Events zieht die junge Georgierin eine gemischte, aber kämpferische Bilanz und lechzt nach der Sommerpause auf dem Autodrom Most Ende August nach dem ersten Klassensieg.
Der Sprung in die bulligen, analogen V8-Boliden der EuroNASCAR war für die junge Athletin ein Sprung ins kalte Wasser. Aktuell belegt sie den 21. Gesamtrang in der Meisterschaft und rangiert auf dem dritten Platz der Lady-Trophy-Wertung. Dass der Weg dorthin kein Spaziergang war, musste sie schmerzhaft am eigenen Leib erfahren.
„Nach drei Rennen fühle ich mich motivierter als je zuvor“, gibt sich Davitidze kämpferisch. „Jedes Event war eine wertvolle Lernerfahrung, und mit jedem Rennen spüre ich, wie ich stärker, selbstbewusster und wettbewerbsfähiger werde.“
Die Realität des Stock-Car-Sports traf die Georgierin direkt beim Saisonauftakt in Valencia mit voller Härte, als ein Motorschaden vor dem Rennen alle Hoffnungen zunichte machte. Auch in Frankreich wechselten Licht und Schatten in rasantem Tempo.

„In Frankreich habe ich das erste Rennen in der Lady Trophy angeführt, als ich in einen schweren Unfall verwickelt wurde, was extrem frustrierend war“, blickt die 22-Jährige zurück. „Ich habe mich von diesem Rückschlag aber nicht unterkriegen lassen. Im zweiten Rennen habe ich mich zurückgekämpft, den zweiten Platz gesichert und dabei die amtierende Lady-Trophy-Meisterin geschlagen.“
In Großbritannien bewies Davitidze im nassen Qualifying von Brands Hatch endgültig ihr fahrerisches Talent, als sie im Regen die Klassen-Pole-Position einfuhr. Doch der Technikteufel schlug im Rennen erneut zu, weshalb sie sich mit stumpfen Waffen auf den dritten Rang der Trophy-Wertung rettete.
„Diese Erfahrungen haben mich Widerstandsfähigkeit gelehrt und mir gezeigt, dass sich harte Arbeit immer auszahlt“, erklärt die Fahrerin des #8 Toyota Camry.
Für ihr Heimatland ist der Einsatz des Teams Kolkhi GRT ein historischer Meilenstein, den Davitidze mit Stolz auf ihren Schultern trägt. Floskeln und Ausreden sucht man bei ihr vergebens, stattdessen setzt sie auf harte Arbeit und die Routine ihres erfahrenen Teamkollegen Davit Kajaia.
„Ich bin stolz darauf, die erste georgische Frau zu sein, die in einer so prestigeträchtigen internationalen Rennserie antritt“, sagt sie. „Kolkhi GRT hat als erstes georgisches NASCAR-Team Geschichte geschrieben, und ich habe das Glück, einen herausragenden Teamkollegen zu haben, dessen Erfahrung, Ratschläge und Unterstützung unschätzbar wertvoll waren.“
Mit dem Blick auf die verbleibenden drei Rennwochenenden, inklusive der entscheidenden Playoff-Rennen in Vallelunga und Zolder, bei denen doppelte Punkte vergeben werden, ist das Saisonziel klar definiert. Die Lernkurve zeigt steil nach oben, und der Hunger auf Pokale ist längst nicht gestillt.
„Es ist meine erste Saison im internationalen Wettbewerb, und bereits Podiumsplätze zu erreichen, die Vorjahresmeisterin zu schlagen und eine Klassen-Pole zu holen, bedeutet mir die Welt“, fasst Davitidze zusammen. „In der NASCAR zu fahren, war mein Traum, seit ich acht Jahre alt war, und heute auf dieser Bühne zu stehen, ist der Beweis, dass Träume durch harte Arbeit Wirklichkeit werden können.“
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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