NASCAR-Spektakel in San Diego: Warum SVG die Favoritenrolle vehement ablehnt

NASCAR-Spektakel in San Diego: Warum SVG die Favoritenrolle vehement ablehnt
Foto: NASCAR Media / James Gilbert/Getty Images

Bahngleise auf der Strecke und abhebende Autos: Das neue NASCAR-Rennen in San Diego verspricht pure Action – Mittendrin wehrt sich Shane van Gisbergen gegen den Hype um seine Person

Shane van Gisbergen schlägt vor dem NASCAR-Wochenende in San Diego leise Töne an und wehrt sich vehement gegen die ihm auferlegte Favoritenrolle. Auf dem brandneuen Stadtkurs auf der Naval Base Coronado bestreitet die NASCAR-Serie an diesem Wochenende ein unberechenbares Rennen.

Der Neuseeländer betonte am Freitag auf einer Pressekonferenz, dass die Konkurrenz viel zu stark sei, um von einem sicheren Sieg zu sprechen, zumal die Buckelpiste den Fahrern alles abverlangen wird.

„Das pisst mich ein bisschen an“, gestand van Gisbergen offen und ehrlich, als er auf seinen Status als Topfavorit angesprochen wurde. Für ihn fühle es sich schlicht so aus, als würde man damit dem Rest des Feldes den nötigen Respekt absprechen.

Er halte seine Konkurrenten für extrem stark und sehe mindestens zehn Fahrer, die aus reiner Pace um den Sieg fahren können. In der NASCAR könne durch Strategien und die Stages so viel passieren, dass die Liste der potenziellen Sieger sogar noch viel länger sei.

Während sein Trackhouse-Teamkollege Kevin Magnussen die Strecke als eine der extremsten beschrieb, auf der er je gefahren ist, bleibt „SVG“ gelassener. Er habe in seiner Karriere schon auf wesentlich schlimmeren Pisten am Lenkrad gekurbelt.

Die zweite Kurve erinnere ihn stark an die neunte Kurve im australischen Homebush mit all ihren Bodenwellen und Belagswechseln. Er habe in der Vergangenheit echte „Stinker“ von Rennstrecken erlebt, weshalb San Diego an manchen Stellen im Vergleich sogar ziemlich flach sei.

Neben Homebush zählt der dreimalige Supercars-Champion auch Hamilton und die Traditionsstrecke in Sebring zu den härtesten Pflastern seiner Laufbahn. Dennoch sieht er in San Diego eine ganz neue, einzigartige Herausforderung auf die Piloten zukommen.

Besonders die Bahngleise, die die Fahrer im Grunde quer im Drift überqueren müssen, seien ein absolut neues Element. Zwar wurde dort über Nacht noch einmal gearbeitet, doch schon beim Trackwalk am Donnerstag sah diese Passage nach einer harten Nuss aus.

Die Tücken lauern auf dem temporären Kurs ohnehin an jeder Ecke, weshalb van Gisbergen auch keine spezielle Schlüsselstelle ausmachen will. Für ihn beginnt die Gefahrenzone bei Kurve eins und endet erst bei Kurve 16.

In den Trainings am Freitag habe er in jedem einzelnen Abschnitt mindestens einen Fahrer gesehen, der einen Fehler gemacht hat oder im Notausgang landete. Eine perfekte Runde hält der Rundstrecken-Spezialist auf diesem Kurs schlichtweg für unmöglich.

Besonders das Qualifying am Samstag wird laut dem Neuseeländer ein absoluter Ritt auf der Rasierklinge. Wenn die Fahrer auf die erste fliegende Runde gehen, haben sie die ersten drei Kurven an diesem Tag noch gar nicht gesehen. Dieser Kaltstart fasziniere ihn an der NASCAR immer wieder, mache es aber auch mental extrem schwierig. Schon am Freitag sorgten rote Flaggen und der Verkehr für reichlich Frust bei der Zeitenjagd.

Ein weiteres potenzielles Chaos-Szenario sieht der Trackhouse-Pilot bei der Boxeneinfahrt, die sehr nah an der Ideallinie liegt. Was im Training noch kein großes Thema war, könnte unter grüner Flagge im Rennen zu brenzligen Situationen führen, wenn die Mauer dort so nah herausragt.

Van Gisbergen selbst kam am Freitag schadlos durch die Sessions und tastete sich mit einem spektakulären Drift am Ausgang der letzten Schikane ans Limit heran. Auf den Zeitenlisten landete er zwar nur auf Rang acht, brannte bei den Longruns über fünf Runden aber die besten Zeiten in den Asphalt.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.