O’Ward siegt doppelt an einem Tag und Alex Palou krönt sich vorzeitig zum IndyCar-Champion

O’Ward siegt doppelt an einem Tag und Alex Palou krönt sich vorzeitig zum IndyCar-Champion
Foto: Penske Entertainment: Joe Skibinski

Historischer Rennsonntag auf der Milwaukee Mile: Pato O’Ward holte zwei Siege an nur einem Tag, während Alex Palou mit Rang zehn seinen fünften IndyCar-Titel vorzeitig unter Dach und Fach brachte – Der Spanier stellt damit historische Rekorde ein und jagt nun die Bestmarken von A.J. Foyt und Scott Dixon

Pato O’Ward hat am Sonntag auf der traditionsreichen Milwaukee Mile IndyCar-Geschichte geschrieben und beide Läufe des Wochenendes an einem einzigen Tag für sich entschieden. Während der mexikanische McLaren-Pilot das wegen Regens verschobene Samstagsrennen sowie den zweiten Lauf gewann, reichte Alex Palou ein zehnter Platz, um sich vorzeitig seinen fünften IndyCar-Titel zu sichern. Palou zog damit nicht nur mit dem Rekord von Sebastien Bourdais von vier Titeln in Serie gleich, sondern ist mit 29 Jahren nun auch der jüngste fünfmalige Champion der US-Formelserie.

„Ich habe schon früher von solchen Wochenenden geträumt, wenn wir mal einen Doubleheader hatten, und mir gewünscht, beide Rennen zu gewinnen“, erklärte ein überglücklicher O’Ward nach seinem Triumph. „Dass wir jetzt beide an einem einzigen Tag geholt haben, ist für mich und das gesamte Team ein wahr gewordener Traum.“ Zuletzt war dieses Kunststück Rick Mears im Juni 1981 auf dem Atlanta Motor Speedway gelungen.

Trotz massiver Handlingprobleme an seinem Ganassi-Honda brachte Palou den benötigten Vorsprung über die Distanz und hielt sich klug aus allen brenzligen Duellen heraus. „Heute war ein wirklich schlechtes Rennen für uns, wir haben die ganze Zeit gelitten“, bilanzierte der frischgebackene Meister offen. „Aber man muss einfach fokussiert bleiben und weitermachen. Ich verdanke diesem Team alles und bin unglaublich stolz. Es ist großartig, einen weiteren Titel zu haben, und ich bin bereit für den nächsten.“

Foto: Penske Entertainment: Chris Owens

Die Entscheidung um den Rennsieg fiel in Runde 226 bei einem dramatischen letzten Restart. David Malukas führte das Feld im Penske-Chevrolet zur grünen Flagge, kam jedoch nur schleppend in Gang. O’Ward stach auf der Innenbahn hinein, Scott McLaughlin versuchte es ganz außen, und das Trio donnerte spektakulär zu dritt nebeneinander in Kurve 1.

O’Ward setzte sich durch und gab die Führung auf dem 1,015-Meilen-Oval bis zur Zielflagge nicht mehr ab, die er mit 1,7535 Sekunden Vorsprung vor Malukas überquerte. Insgesamt verzeichnete das Rennen beeindruckende 372 Überholmanöver auf der Strecke. Rinus VeeKay komplettierte das Podium als Dritter für Juncos Hollinger Racing, gefolgt von Scott McLaughlin und Vorjahressieger Christian Rasmussen.

„David war extrem schnell und im Verkehr richtig stark“, analysierte O’Ward die Schlussphase. „Ich musste einfach darauf warten, dass so etwas wie dieser schlechte Restart passiert, um überhaupt eine Chance gegen ihn zu haben. Andernfalls hätte ich bis zum Schluss nur hinterherhetzen können.“

Für Malukas endete der Tag hingegen mit grenzenlosem Frust über seinen sechsten zweiten Platz. Sein erster IndyCar-Sieg bleibt ihn weiter verwehrt. „Wir hatten das Auto und haben alles richtig gemacht, aber wir sind einfach verflucht. Ich glaube mittlerweile wirklich an eine Art Fluch“, haderte der Penske-Pilot. „An diesem Wochenende hatten wir in beiden Rennen Motorprobleme bei den Restarts und bei der Boxenausfahrt. Wir mussten lupfen und hatten diese Aussetzer, bei denen die Leistung komplett weg war. Das hat uns den Sieg gekostet.“

Das Saisonfinale steigt am kommenden Wochenende auf dem Laguna Seca Raceway in Kalifornien. Dort will Palou in einer Sonderlackierung antreten, die an die am 1. Mai verstorbene Ganassi-Legende Alex Zanardi erinnert. „Ich freue mich riesig auf das nächste Wochenende“, so Palou abschließend. „Es ist meine absolute Lieblingsstrecke im Kalender und wir treten dort mit dieser wunderschönen Lackierung zu Ehren von Alex Zanardi an.“

IndyNXT in Milwaukee

Der 17-jährige Highschool-Schüler Max Garcia feierte auf der Milwaukee Mile seinen ersten Karrieresieg in der IndyNXT. Von Startplatz neun aus kämpfte sich der Abel-Motorsports-Pilot kontinuierlich nach vorne und setzte den bis dahin dominierenden Pole-Setter Josh Pierson so unter Druck, dass dieser in Runde 54 von der Strecke drehte. Garcia übernahm die Führung und behauptete diese trotz vierer Restarts in der Schlussphase souverän vor JM Correa und Jack Beeton.

Neben Garcias Premierenerfolg brachte das Rennen auch eine Wende im Titelkampf: Nikita Johnson fuhr nach einer spektakulären Aufholjagd von Platz 15 noch auf den fünften Rang vor. Damit übernahm er vor dem Saisonfinale auf dem Laguna Seca Raceway die Meisterschaftsführung mit drei Punkten Vorsprung auf Enzo Fittipaldi.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.