Rekordjagd in Valencia: Happinessa stürmt beim Auftakt an die Spitze der Lady Trophy
Happinessa erzielt beim Auftakt der NASCAR Euro Series 2026 in Valencia ihr bestes Ergebnis – Die Deutsche reiste zudem als Führende in der Lady Trophy aus Spanien ab
Der Saisonauftakt der NASCAR Euro Series 2026 auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia markierte für Vanessa „Happinessa“ Neumann den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere. Die auf Madeira lebende Deutsche sicherte sich am vergangenen Wochenende im Ford Mustang von Rette Jones Racing by Hendriks mit Rang acht ihr bestes Einzelergebnis in der OPEN-Division.
Dank einer furiosen Aufholjagd am Samstag und einer soliden Leistung am Sonntag reist die Titelverteidigerin als Führende der Lady Trophy zum nächsten Stopp nach Frankreich.
Schon der Samstag entwickelte sich zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle auf dem spanischen Asphalt. Von Startplatz 20 aus ins Rennen gegangen, manövrierte Happinessa ihre Startnummer 30 geschickt durch das Chaos im Mittelfeld und sah die Zielflagge zunächst als Zehnte.
Erst nach dem Rennen sorgten Zeitstrafen gegen die Konkurrenz dafür, dass die Deutsche auf den achten Platz nach vorne rückte und damit ihr erstes Top-10-Resultat unter Dach und Fach brachte.
Der Weg dorthin war jedoch alles andere als ein Sonntagsausflug, da der Mustang im dichten Getümmel ordentlich Federn lassen musste. „Ich zittere immer noch am ganzen Körper, das war ein verdammt hartes Rennen“, so die Pilotin unmittelbar nach dem Aussteigen. Ihr Fahrzeug war zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich gezeichnet, was die Leistung am Steuer nur noch unterstrich.
„Mein Auto ist ziemlich zerfetzt und sogar eine Felge ist gebrochen, ich hatte also riesiges Glück, überhaupt ins Ziel zu kommen“, blickte sie auf die Materialschlacht zurück. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch gar nicht, dass sie durch die Bestrafungen von Valentino Gambarotto und Giovanni Faraonio noch zwei weitere Plätze gewonnen hatte. Der Sieg in der Lady-Trophy-Wertung war da bereits der verdiente Lohn für den Kraftakt.

Am Sonntag folgte ein harter Kontrast, als die Technik und die Strecke ihre eigenen Gesetze schrieben. Happinessa verlor durch einen Dreher wertvollen Boden und musste sich mühsam durch das Kiesbett zurück auf die Bahn kämpfen. „Ich hätte das Auto fast komplett verloren, das Heck ist mir einfach weggerutscht, aber ich konnte es gerade noch abfangen“, beschrieb sie den brenzligen Moment im zweiten Lauf.
In der Schlussphase entwickelte sich ein sehenswerter Zweikampf mit der georgischen Debütantin Mariam Davitidze, den Happinessa knapp für sich entschied. Mit weniger als einer Sekunde Vorsprung rettete sie den 17. Gesamtrang und damit wichtige Punkte für die Meisterschaft über die Linie. Davitidze zeigte sich dennoch begeistert von ihrem Einstand: „Ich bin vom letzten Platz gestartet und hatte am Ende ein echtes Drag-Race mit Happinessa bis zur Ziellinie.“
In der Gesamtwertung der Lady Trophy bahnt sich nun ein echter Krimi an, denn die Konkurrenz schläft nicht. Beitske Visser, die am Samstag noch mit Problemen an der Servolenkung kämpfte, liegt nach einem starken Sonntag nur einen Punkt hinter der Spitzenreiterin.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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