Short-Track-Dominanz: Byron siegt in Martinsville, Larson vor Titelkrönung
William Byron hat das Xfinity 500 auf dem Martinsville Speedway mit einer erdrückenden Vorstellung dominiert und seinen ersten Saisonsieg 2026 gefeiert – Während Hendrick Motorsports den 32. Triumph auf dem Short-Track bejubelte, brachte sich Kyle Larson vor dem Finale in Homestead-Miami in eine glänzende Ausgangslage für die Titelverteidigung
William Byron hat am Sonntag das Xfinity 500 der NASCAR Cup Series auf dem Martinsville Speedway dominiert und sich seinen ersten Saisonsieg im Jahr 2026 gesichert. Der 28-Jährige aus Charlotte setzte sich auf dem traditionsreichen 0,524-Meilen-Oval im US-Bundesstaat Virginia mit 2,049 Sekunden Vorsprung vor seinem Hendrick-Teamkollegen und Vorjahressieger Chase Elliott durch. Gleichzeitig brachte sich Teamkollege Kyle Larson mit Rang neun in die Pole-Position im Titelkampf, bevor es nächste Woche beim Saisonfinale auf dem Homestead-Miami Speedway um die Meisterschaft geht.
Es war eine regelrechte Machtdemonstration der Startnummer 24. Byron führte 362 der 500 Umläufe an – ein persönlicher Rekord in seiner neunjährigen Cup-Karriere – und feierte seinen vierten Erfolg auf dem Short-Track sowie den 17. Karrieresieg in der höchsten NASCAR-Liga. Der Hendrick-Pilot gewann beide Rennabschnitte und brummte bis zum Fallen der Zielflagge 30 der 37 gestarteten Boliden mindestens eine Runde Rückstand auf.

„Wir sind hier eigentlich immer ganz gut“, grinste Byron nach der Zieldurchfahrt mit gewolltem Understatement. Der Erleichterung über das Ende der Durststrecke folgte eine emotionale Botschaft an seine Mannschaft: „Mann, es war dieses Jahr ein verdammt langer Weg, und diese Truppe hat extrem hart geschuftet. Ich weiß das wirklich zu schätzen. Wir hatten unsere Probleme, aber der heutige Tag fühlt sich einfach verdammt gut an. Wir haben nie aufgegeben, und das will etwas heißen.“
Während Byron dem Hendrick-Rennstall den 32. Erfolg auf dem „Paperclip“ von Martinsville bescherte, lieferten sich die Titelanwärter einen intensiven Kampf. Polesetter Denny Hamlin rettete seinen Joe-Gibbs-Racing-Toyota auf Rang sechs ins Ziel, Larson belegte Rang neun und JGR-Pilot Christopher Bell komplettierte die Top 10. Damit schrumpfte der Kreis der Titelkandidaten vor der Reise nach Südflorida auf genau dieses Trio zusammen.
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Larson geht mit einem beruhigenden Polster von 67 Zählern auf Bell und 70 Punkten auf Hamlin in das Finale. Dem aktuellen Champion reicht auf dem 1,5-Meilen-Oval in Homestead ein 28. Platz oder magere neun Punkte, um seinen dritten Cup-Titel perfekt zu machen. Er wäre damit erst der zehnte Pilot in der 78-jährigen NASCAR-Geschichte, der die Meistertrophäe dreimal oder öfter in die Höhe stemmt.
„Ich werde diese Woche definitiv etwas Druck verspüren“, gab Larson im Anschluss unumwunden zu. „Ich weiß, dass der Vorsprung groß ist, aber es können immer verrückte Dinge passieren. Wir müssen einfach dorthin reisen und abliefern, genau wie wir es im gesamten Chase-Lauf getan haben, und parat stehen, um zuzuschlagen.“
Dass Larson und Hamlin überhaupt im Mittelfeld feststeckten, lag an einem strategischen Griff ins Klo im ersten Rennsegment. Im Gegensatz zu weiten Teilen des Feldes verzichteten beide Teams auf einen Boxenstopp unter Grün im 160 Runden langen Auftaktstage. Auf abgefahrenen Pneus waren beide Führungspiloten völlig wehrlos gegen die heranstürmende Meute auf frischen Gummis.

Die verlorene Track-Position wog schwer: Larson büßte zwischenzeitlich sogar eine Runde ein, Hamlin rutschte ans Ende der Führungsrunde ab. „Im Grunde lief alles auf Stage 1 hinaus, als wir auf die Strategie ohne Stopp gesetzt haben“, analysierte Hamlin frustriert. „Dort haben wir die gesamte Track-Position weggeworfen. Wenn du die Position auf der Strecke erst einmal los bist, ist es extrem schwer, sich wieder nach vorne zu kämpfen. Das hat sonst auch niemand geschafft. Zudem haben wir uns da auch noch ordentlich Schaden eingehandelt.“
Auch Bell blieb von Turbulenzen nicht verschont. Nachdem er sich lange in den Top 10 gehalten hatte, schien ihm eine Gelbphase in Runde 198 genau im richtigen Moment seines Boxenstopps in die Karten zu spielen. Eine Strafe für zu schnelles Fahren am Boxenausgang warf ihn jedoch vom potenziellen Spitzenplatz bis auf Rang 14 beim Restart zurück.
Wenig später krachte es dann auch noch im JGR-Lager: Bell geriet nach einer Berührung durch Penske-Pilot Joey Logano in Kurve 2 mit Teamkollege Hamlin aneinander. Große Schäden blieben aus, und Larson nutzte die resultierende Caution geschickt, um sich per Lucky-Dog wieder in die Führungsrunde zurückzuholen.
„Ich glaube, zumindest ich selbst habe mich ein wenig blenden lassen und gedacht, ich wäre besser als in Wirklichkeit“, bilanzierte Bell mit einem gequälten Lächeln. „Mein Team und mein Crew-Chief Adam Stevens hatten in Stage 1 einen brillanten Strategie-Call beim Stopp, der uns jede Menge Track-Position eingebracht hat. Beim Restart zu Stage 2 fühlte ich mich richtig gut. Doch dann funkte Adam, dass William Byron nur mit Halbgas fährt. Ich gebe 100 Prozent, und er fährt bei 80 Prozent. Auf dem Short-Run war ich nah dran, aber über den Long-Run bin ich komplett eingebrochen.“
Bell fasste den ereignisreichen Nachmittag gewohnt nüchtern zusammen: „Alles in allem ist der zehnte Platz wahrscheinlich genau das, was wir verdient haben. Es war ein extrem hektischer Tag. Es ist, wie es ist.“
Den Schlusspunkt der Hatz setzte der mit 230 Umläufen längste Sint unter Grün in Martinsville seit fast 40 Jahren, in dem sich die Titelkandidaten mühsam wieder nach vorne bissen. Hinter Sieger Byron und Elliott sicherte sich Ty Gibbs nach starker Leistung Rang drei vor Josh Berry und Shane van Gisbergen, der von Startplatz 29 eine spektakuläre Aufholjagd bis in die Top 5 zeigte. Austin Dillon wurde Siebter vor Bubba Wallace, Larson und Bell.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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