Martinsville-Triumph für Carson Kvapil: Showdown im Titelkampf spitzt sich zu

Martinsville-Triumph für Carson Kvapil: Showdown im Titelkampf spitzt sich zu
Foto: NASCAR Media / Meg Oliphant/Getty Images

Mit einem beherzten Auftritt hielt Carson Kvapil seinen Teamkollegen Justin Allgaier in Schach und feierte auf der „Paperclip“ seinen dritten Saisonsieg – Das Meisterschaftsrennen spitzt sich vor dem großen Finale in Homestead damit dramatisch zu

Carson Kvapil hat am Samstagabend auf dem Martinsville Speedway das National Debt Relief 250 gewonnen und damit seine Meisterschaftschancen in der NASCAR O’Reilly Auto Parts Series gewahrt. Der 23-jährige US-Amerikaner dominierte das Geschehen auf dem Short-Track über weite Strecken, sicherte sich seinen dritten Saisonsieg und hielt im packenden Finale seinen JR-Motorsports-Teamkollegen Justin Allgaier um gerade einmal 0,434 Sekunden hinter sich. Mit diesem Triumph meldet sich der Youngster pünktlich vor dem Showdown in Homestead-Miami im Titelkampf zurück.

Kvapil stellte seinen Chevrolet bereits im Zeittraining auf die Pole-Position und drehte insgesamt 121 Führungsrunden auf der „Paperclip“. Dennoch war der Weg zum Sieg alles andere als ein Spaziergang, denn das Rennen entwickelte sich im Mittelteil zu einer echten Geduldsprobe für den Piloten aus North Carolina.

„Es ist einfach fantastisch. Ich wusste schon im Training, dass wir einen verdammt schnellen Chevrolet haben“, freute sich Kvapil, der gemeinsam mit Crew-Chief Rodney Childers seinen ersten Martinsville-Sieg feierte. „Ich konnte zwar die Pole holen, aber zwischen dem Ende von Stage eins und der Schlussphase war es ein ziemlich zähes Rennen. Ich wurde immer wieder nach hinten durchgereicht. Am Ende hat sich aber alles gefügt. Ich bin einfach überglücklich. Siegen ist immer großartig, aber endlich auf einer Strecke zu gewinnen, die mir eigentlich liegt, ist richtig cool.“

Hinter dem Sieger tobte das Duell um wichtige Meisterschaftspunkte. Allgaier verpasste den Sieg zwar knapp, verlässt Virginia jedoch als neuer Tabellenführer mit einem Polster von 22 Punkten. Hendrick-Motorsports-Rookie Corey Day überquerte die Ziellinie als Dritter und liegt in der Tabelle nur 23 Zähler hinter der Spitze, während Kvapil mit 31 Punkten Rückstand ebenfalls noch Außenseiterchancen besitzt.

Für den bisherigen Meisterschaftsspitzenreiter Jesse Love endete der Abend hingegen im Desaster. Der Richard-Childress-Racing-Pilot geriet früh auf der Boxengasse in Zwischenfälle, schleppte sich in Stage 2 mit einem schleifenden Reifen nur auf Rang 22 und verlor rund 30 Runden vor dem Ende schließlich durch Bremsprobleme die Kontrolle über seinen Wagen. Der resultierende Einschlag in die Mauer besiegelte Rang 30 und kostete ihn die Meisterschaftsführung.

„Da gibt es eigentlich gar nichts groß zu verarbeiten. Ich habe ein ziemlich gutes Bild davon, wo die Dinge aus dem Ruder gelaufen sind, was uns das Genick gebrochen hat und was an Gutem und Schlechtem dazwischen passiert ist“, analysierte Love schonungslos. „Ich werde mir über diesen Tag nicht allzu viele Gedanken machen, denn das spielt jetzt keine Rolle mehr. Wir haben ganz offensichtlich nur ein einziges Ziel und im Grunde auch nur einen Weg, dieses Ziel zu erreichen – das verschafft mir enorme Klarheit. Sofern die Startnummer 7 in Homestead nicht ausfällt, müssen wir das Rennen gewinnen. Aber genau in solchen Momenten rufen wir traditionell unsere beste Leistung ab.“

Allgaier führte 52 Runden lang das Feld an, sah sich in der Schlussphase jedoch mit zahlreichen Unterbrechungen konfrontiert. Insgesamt sechs Gelbphasen und eine fast zwölfminütige rote Flagge in den letzten 105 Umläufen brachten den Rhythmus immer wieder durcheinander.

„Mit dem letzten Reifensatz mussten wir extrem hart pushen, um uns durch das Feld zu pflügen, und diese ganzen Gelbphasen haben uns definitiv nicht in die Karten gespielt“, resümierte Allgaier nach der Zieldurchfahrt. Mit Blick auf das anstehende Finale auf dem 1,5-Meilen-Oval in Florida gab sich der Routinier dennoch angriffslustig: „Ich liebe es, dass wir mit fünf Fahrern nach Homestead reisen, die alle noch Champion werden können. Das wird ein großartiger Schlagabtausch. Unser Team leistet hervorragende Arbeit. Wir haben dort im vergangenen Jahr gewonnen. Wir wissen genau, wie man diese Strecke anpackt, und der Speed wird da sein – wir müssen es jetzt nur fehlerfrei umsetzen. Wenn wir das abrufen, was wir können, behalten wir die Punkteführung.“

Hinter den Podestplätzen sicherte sich Brandon Jones für Joe Gibbs Racing den vierten Rang, gefolgt von den Haas-Factory-Teamkollegen Sam Mayer und Sheldon Creed. Creed wahrte mit Platz sechs seine rechnerischen Titelchancen und rangiert als Gesamt-Fünfter 42 Zähler hinter der Spitze.

JR-Motorsports-Fahrer Sammy Smith sah die Zielflagge auf Rang sieben. Das Joe-Gibbs-Racing-Trio William Sawalich, Brent Crews und Taylor Gray komplettierte die Top 10 auf dem traditionsreichen Short-Track. Die Entscheidung um den Titel in der NASCAR O’Reilly Auto Parts Series fällt am Samstag auf dem Homestead-Miami Speedway.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite | + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.