Neuer Europa-Stützpunkt: Wie Barcelona die IndyCar-Serie langfristig binden will
Die IndyCar-Serie plant langfristig in Europa und hat sich mit dem Circuit de Barcelona-Catalunya bis 2036 gebunden – Serienchef Mark Miles will die spanische Traditionsstrecke zum festen Angelpunkt auf dem Kontinent machen
Die IndyCar-Serie fasst langfristig in Europa Fuß und plant den Circuit de Barcelona-Catalunya bis 2036 zu ihrem kontinentalen Dreh- und Angelpunkt auszubauen. Penske Entertainment und die spanischen Streckenbetreiber haben sich auf ein Zehn-Jahres-Vertrag verständigt, das den Kurs im Umland von Barcelona fest im Rennkalender verankern soll. Für die US-Formelserie markiert der Schritt eine strategische Rückkehr über den Atlantik.
Serienchef Mark Miles macht kein Geheimnis daraus, dass hinter der Zusage ein klares Bekenntnis steckt. „Der Vertrag läuft über zehn Jahre, und ich denke, das zeigt deutlich, dass wir alle wollen, dass das funktioniert“, erklärt Miles im Gespräch mit US-Medien. „Wir wollen, dass dies ein fester Bestandteil der IndyCar-Serie wird.“

Langfristige Abkommen mit Neuzugängen im Kalender bergen im internationalen Motorsport stets Risiken und platzen nicht selten vorzeitig. Miles ist sich dieser Hürden bewusst, hält den Blick jedoch klar nach vorne gerichtet. „Es gibt Klauseln, wonach es kürzer laufen könnte, falls es nicht genau dem entspricht, was sich alle vorgestellt haben“, räumt er ein. „Aber unser Fokus liegt absolut darauf, dies zur Heimatbasis der IndyCar in Europa zu machen.“
Der Vorstoß nach Katalonien ist eng verknüpft mit Alex Palou. Der fünfmalige IndyCar-Champion stammt direkt aus der Region und lieferte den perfekten sportlichen Anlass für die Annäherung. Im Gegensatz zu jüngsten Projekten in den USA wie Arlington oder Washington, D.C., wo Penske Entertainment selbst tief als Co-Veranstalter drinsteckte, übernimmt in Spanien der Streckenbetreiber die volle Abwicklung und Finanzierung.
Für die Serie bedeutet das finanzielle Planungssicherheit und geringeres Eigenrisiko. „Es ist eher eine traditionelle Promoter-Beziehung, sodass unsere Kosten gedeckt sind“, stellte Miles klar. Vor Ort fand die Führungsetage zudem exakt die Standards vor, die für ein weltweites Aushängeschild nötig sind.
„Das ist ein wunderschöner Ort“, schwärmt Miles nach seiner Inspektion. „Ich war sehr beeindruckt von den Suiten und der Hospitality, sogar von den Stehplatzbereichen und den Wiesenflächen.“
Entsprechend zuversichtlich blickt die Serienführung auf die Strahlkraft des Events für Fahrer, Sponsoren und Fans. „Ich glaube, dass wir am richtigen Ort landen“, betont Miles. „Ich bin mir wirklich sicher, dass dieser Ort alle Zutaten mitbringt, um IndyCar gut zu repräsentieren, unsere Reichweite und Fanbasis zu vergrößern und ein großartiges Event für die Piloten, Sponsoren und das gesamte Fahrerlager auf die Beine zu stellen.“
Der Coup in Barcelona könnte dabei erst der Anfang einer vorsichtigen weltweiten Expansion sein. Miles sieht Spanien als mögliches Sprungbrett für weitere Stationen jenseits des US-Kernmarktes. „Wir müssen daraus ein großartiges Event machen, und die Leute werden es verstehen“, so Miles mit Blick auf die Zukunft. „Und dann wird es weitere Gelegenheiten geben. In meiner Lebenszeit werden es wohl kaum drei sein, aber eine weitere kann ich mir durchaus vorstellen.“
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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