Was macht Talladega mit dem NASCAR-Chase?

Was macht Talladega mit dem NASCAR-Chase?
Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Das kommende Rennen auf dem Talladega Superspeedway könnte den NASCAR-Chase durcheinanderwürfeln – Die Statistiken sprechen für Denny Hamlin und gegen die Führenden

Kyle Larson und Denny Hamlin gingen als Führende der Gesamtwertung in den Lauf in Phoenix – eine Strecke, die eher von Vorhersehbarkeit, Taktik und fahrerischem Können dominiert wird. Nach zwei folgenschweren Zwischenfällen hat Larson jedoch seinen Vorsprung auf seine Verfolger verloren und Denny Hamlin ist auf den vierten Platz abgerutscht. Nun kommt Talladega, eine der Strecken im Kalender, die wahrscheinlich am unvorhersehbarsten ist.

Nach Larsons schwerwiegendem Ausfall in Phoenix gibt es nun, drei Rennen vor dem Ende der NASCAR-Saison 2026, insgesamt noch sieben realistische Titelkandidaten (rein mathematisch sind es sogar alle 16 Teilnehmer). Talladega könnte diese Reihung jedoch noch einmal ganz bedeutend verändern.

Schwache Talladega-Bilanz für das Spitzenduo

Larson, der Vorjahreschampion und bis dato Dominator des Chase, trifft in Talladega auf eine Strecke, die ihm nicht sonderlich positiv gestimmt ist. In 23 Starts hat er nur 85,3 % seiner Runden auf dem Superspeedway beendet und auch nur 64 Führungsrunden gesammelt.

Zudem hat er bereits sieben Ausfälle zu verzeichnen sowie eine durchschnittliche Zielposition von 22,0 und ist damit der schlechteste unter den sieben Kandidaten.

„Talladega ist, wie jedes Superspeedway-Rennen, eine Herausforderung, weil so viele Dinge passieren können, die außerhalb deiner Kontrolle liegen“, sagte Larson, der nach einer sieglosen Regular Season im Chase bereits zwei Siege und zwei zweite Plätze eingefahren hat. 

„Sich auf das zu konzentrieren, was man kontrollieren kann, ist auf diesen Strecken immer ein wichtiger Teil des Racings. Als Chevrolet-Gruppe arbeiten wir meiner Meinung nach sehr gut zusammen. Wir haben unsere Zusammenarbeit kontinuierlich verbessert und ich denke, wir sind gut aufgestellt.“

Statistiken der Titelanwärter

Chase-Punktestand und Cup-Karrierebilanz in Talladega vor dem Rennen am 25. Oktober 2026.

Pos. Fahrer Punkte
Differenz
Ø
Finish
DNFs Anteil der abgeschlossenen Runden
1 Kyle Larson 2.370 0 22,0 7 85,3 %
2 Christopher Bell 2.365 −5 19,6 3 83,7 %
3 Chase Briscoe 2.346 −24 16,0 1 92,8 %
4 Denny Hamlin 2.339 −31 16,8 6 94,7 %
5 Ryan Blaney 2.330 −40 18,0 7 89,9 %
6 Joey Logano 2.326 −44 20,0 11 93,2 %
7 Tyler Reddick 2.314 −56 17,5 2 92,6 %
Bestwerte bei Ø Finish und Rundenanteil.
Quellen: Racing-Reference · NASCAR.com

Bei seinem direkten Verfolger Christopher Bell sieht es auch nicht besser aus. Der Joe-Gibbs-Pilot aus Oklahoma beendete nur 83,7 % seiner Runden und verbuchte in zwölf Starts drei DNFs sowie eine durchschnittliche Zielposition von 19,6.

„Ich weiß, dass ich in meiner Karriere in Talladega nicht die besten Ergebnisse eingefahren habe, aber wir gehören in der Schlussphase des Rennens trotzdem immer zu den Top-Favoriten“, sagte Bell. „Abgesehen von der letzten Stage machen wir als Team einen großartigen Job darin, Stage-Punkte zu sammeln. Ich sehe Talladega weder für uns noch für Kyle Larson so negativ, wie andere das vielleicht tun. Ich glaube fest daran, dass wir einen guten Tag haben können.“

Statistik spricht für Briscoe und Hamlin 

Die Statistiken sprechen für zwei Piloten von Joe Gibbs Racing: Chase Briscoe, der von der Poleposition aus ins Rennen startet, hat mit 16,0 die beste Durchschnittsposition und prozentual die meisten Runden (94,7 %) beendet.

Hamlin, der in dieser Saison im JGR-Toyota mit der Startnummer 11 bereits viermal gewonnen hat, bringt für den weiteren Verlauf starke Argumente mit: Auf den nächsten drei Chase-Strecken weist er doppelt so viele Siege auf wie jeder andere Fahrer, insgesamt elf Erfolge (zwei in Talladega, sechs in Martinsville und drei in Homestead-Miami). Dennoch tut er die Zahlen, die zwar für ihn sprechen, als bedeutungslos ab.

„Es zählt dort überhaupt nichts, ob man auf dem Papier eine gute Bilanz auf dieser Strecke vorweisen kann. Es ist schließlich Talladega. Diese Strecke reißt dir gnadenlos das Herz heraus“, erklärte Hamlin diese Woche nüchtern in seinem Podcast Actions Detrimental.

Foto: NASCAR Media / Chris Graythen/Getty Images

„Der Schlachtplan lautet schlichtweg, da rauszufahren und mich so weit vorne im Feld zu behaupten, wie es mir irgendwie möglich ist. Wenn wir dabei crashen, dann crashen wir eben. Und hoffentlich reißen wir die anderen sechs Titelkandidaten dann direkt mit uns“, so der Joe-Gibbs-Pilot weiter.

„Es wird in Talladega zwangsläufig eine Gruppe von Fahrern geben, die massives Pech hat, und eine andere, die unverschämtes Glück hat. Hoffentlich gehören wir diesmal endlich zu denen, die das Glück auf ihrer Seite haben. Denn wir hatten in den ersten sieben Rennen des Chase wahrlich genug Pech“, erklärte Hamlin abschließend.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.