World of Outlaws in Pevely: Nick Hoffman triumphiert doppelt auf seiner Heimstrecke

World of Outlaws in Pevely: Nick Hoffman triumphiert doppelt auf seiner Heimstrecke
Foto: World of Outlaws / Emily Schwanke

Nick Hoffman sicherte sich auf seiner Heimstrecke beide Siege beim Gastspiel der World of Outlaws – Auf dem I-55 Raceway Park setzte sich Hoffman im Dirt Late Model gegen die Konkurrenz durch

Beim Gastspiel der World of Outlaws Dirt Late Model Series auf dem I-55 Raceway Park sicherte sich der Lokalmatador Nick Hoffman den Sieg. Auf dem Traditionskurs in Missouri verwies Hoffman die Konkurrenz an beiden Abenden in die Schranken und krönte seinen ohnehin ereignisreichen Spätsommer.

Für Hoffman, der aus Belleville im benachbarten Illinois stammt und praktisch in Sichtweite der Strecke aufwuchs, setzt sich damit ein denkwürdiger September fort. Erst vor wenigen Tagen sorgte die Ankündigung für Schlagzeilen, dass er 2027 eine Vollzeitsaison mit Spire Motorsports bestreiten wird. Nun ließ er auf jener Piste Taten folgen, auf der er schon als Kind seinem Vater an den Rennwochenenden zuschaute: zwei Starts, zwei dominante Siege.

Freitag: Hoffman beendet die Durststrecke

Bereits am Freitagabend zeigte Hoffman, wer das Sagen auf dem Short-Track von Pevely hat. Nach dem Start lieferte er sich über zwei Runden hinweg ein packendes Rad-an-Rad-Duell mit Tim McCreadie um Platz zwei, das Hoffman am Ausgang von Kurve 4 für sich entschied. 

Zwei Umläufe später klebte er bereits an der Stoßstange des Führenden Dallon Murty. Mit einem beherzten Manöver schob er sich in den Kurven 3 und 4 vor die Startnummer 13 und übernahm das Kommando.

Fortan wie auf Schienen unterwegs, blieb Hoffman Runde um Runde wie angeklebt an der Innenmauer und brachte Luft zwischen sich und das restliche Feld zusehends.

Hinter ihm erlebte Tabellenführer Bobby Pierce einen schwierigen Abend und musste den Umweg über den Last Chance Showdown gehen, um sich überhaupt den 17. Startplatz zu sichern. Von dort aus drehte der „Smooth Operator“ allerdings auf: Pierca gab Gas und kämpfte sich bis auf Rang zwei vor. Eine Gelbphase brachte das Feld nocheinmal zusammen, wodurch Hoffman ins Schwitzen geriet.

Foto: World of Outlaws / Emily Schwanke

Im Zielsprint kam es zum direkten Schlagabtausch der beiden Top-Piloten der Meisterschaft, doch Hoffmans Linie ganz unten stach Pierces Attacken über die Außenbahn souverän aus. Womit er sich seinen siebten Saisonsieg sicherte.Für Hoffman war es das Ende einer 18 Rennen andauernden Durststrecke seit dem 30. Mai auf dem Mansfield Speedway. 

„Mein alter Herr [Darrell] hätte mir wohl die Hölle heißgemacht, wenn ich Bobby oben vorbeigelassen hätte“, verriet Hoffman nach dem Rennen mit einem Schmunzeln. „Vor dem Start meinte er noch zu mir: ‚Wenn du heute gewinnen willst, musst du dir den Spoiler an der oberen Mauer abreißen.‘ Ich wollte ihm einfach beweisen, dass ich das Ding auch ganz unten auf der Innenbahn nach Hause fahren kann. Wir haben bei den Reifen gepokert – ich weiß nicht genau, was Pierce draufhatte, aber fast das gesamte Feld war weicher unterwegs als ich. Es war ein Risiko, aber es ist voll aufgegangen. Ich musste an die Spitze, um das Tempo und das Rennen zu kontrollieren. Die Strecke warf extrem viel losen Dreck in die Mitte, dort ging gar nichts mehr. Ich habe mich an den Überrundeten orientiert und gesehen, wie Trevor Gundaker unten richtig gut Schwung mitnahm. Da wusste ich: Bleib stur auf der Linie.“

Samstag: Der Sweep für den Lokalmatador

Mit dem Momentum des Freitagsiegs im Gepäck nahm Hoffman das Hauptrennen am Samstagabend von Startplatz vier aus in Angriff. An der Spitze entbrannte zunächst ein Duell zwischen Murty auf der Außen- und Jason Feger auf der Innenbahn, bei dem sich Murty früh die Führung erarbeitete. 

Hoffman vertraute zunächst wieder auf sein Erfolgsrezept vom Vortag: dicht auf der Innenbahn entlangfahren. Nach acht Runden fuhr er an Feger vorbei um den zweiten Platz für sich zu beanspruchen. Nur sechs Umläufe später war er am Heck des Führenden angelangt. Hoffman hatte jedoch Probleme im Überrundungsverkehr. 

Der Pilot aus Illinois reagierte blitzschnell, wich auf eine mittlere Spur aus und nutzte den enormen Schwung durch die Kurven 3 und 4, um in Runde 18 an Murty vorbeizuziehen. 

Foto: World of Outlaws / Emily Schwanke

Ausruhen konnte er sich jedoch nicht. Feger holte sich 25 Runden vor Ende Platz zwei zurück und lauerte knapp zehn Runden vor Schluss hinter Hoffman. Ein Dreher von Logan Zarin in Kurve 3 sorgte schließlich für eine letzte Gelbphase und ein dreiründiges Herzschlagfinale. Hoffman behielt die Nerven, konterte die Angriffe und tütete seinen achten Saisonsieg in der World of Outlaws Late Model Series ein.

„Jason ist ein guter Kumpel von mir, es macht riesigen Spaß, gegen ihn zu fahren“, lobte Hoffman seinen Kontrahenten im Siegerinterview. „Die Jungs haben einen bärenstarken Lauf hingelegt. Ich sah ihn unten reinschauen und wusste, dass ich meine Linie sofort dichtmachen muss, um mich zu verteidigen. Also zog ich auf der Start-Ziel-Geraden direkt nach links rüber, um die Bahn zuzumachen. Als Rickey Frankel die 1Z umdrehte und Gelb kam, war ich ehrlich gesagt ganz froh – ich wollte das Feld neu sortieren. Wenn Jason die mittlere Linie zum Laufen gebracht hätte, wäre es für mich richtig eng geworden. Am Ende hat alles perfekt gepasst.“

Feger überquerte die Ziellinie als Zweiter vor Drake Troutman, der sein Heck beim letzten Restart hart an die Außenbegrenzung setzte und sich dennoch auf Rang drei ins Ziel kam. Murty belohnte sich mit Rang vier für das beste Einzelergebnis seiner bisherigen World-of-Outlaws-Karriere, während Bobby Pierce nach einem frühen Dreher Schadensbegrenzung betrieb und die Top 5 komplettierte.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.